Zu viele Strafen und drei Gegentore in Unterzahl

Mit nicht weniger als elf Zweiminutenstrafen hat sich der HCD am Samstagabend in Zug selber um die Chance auf einen Punktgewinn gebracht. Die Platzherren erzielten prompt drei ihrer fünf Treffer im Powerplay. Immerhin tankten die Bündner mit zwei Toren in der Schlussphase noch Moral fürs Heimspiel vom Sonntagnachmittag (15.45 Uhr) gegen Genf-Servette.

Erstmals seit Harijs Witolinsch am 20. Dezember den Trainerposten übernahm, hütete in Zug Anders Lindbäck das Davsoer Tor in einem Meisterschaftsspiel. Der Schwede hatte sich das Vertrauen des Coaches mit zwei starken Leistungen am Spengler Cup verdient. Und Lindbäck stand in Zug häufig im Mittelpunkt des Geschehens. Die Innerschweizer liessen sich 43 Schüsse auf ihn notieren. Gar zu einer Premiere in der National League kam beim HCD der 18-jährige Oliver Heinen. Der Cousin von Fabian Heldner hatte 2016 von Visp nach Davos zu den Elite-Novizen gewechselt. Seit der vergangenen Saison spielt der junge Walliser in der Abwehr bei den Elite-Junioren des HCD.

Die Partie begann für die Davoser ausgesprochen schlecht. Die Zuger waren sichtlich gewillt, auf die 0:3-Niederlage vom Abend zuvor in Langnau gegen die SCL Tigers zu reagieren. Bereits nach 216 Spielsekunden schoss Sven Senteler die Platzherren im ersten Powerplay in Führung. Nur 31 Sekunden später doppelten die Innerschweizer gegen die zu weit aufgerückten Bündner mit einem klassischen Konter nach. David McIntyre brauchte den Puck nach einem idealen Querpass von Lino Martschini nur noch einzuschieben. Beeinträchtigt durch zwei weitere Strafen, die sie unbeschadet überstanden, brauchten die Gäste lange, bis sie sich in der Offensive bemerkbar machen konnten. In der 15. Minute schoss Marc Wieser bei der ersten Davoser Chance übers Tor. Besser machte es im nächsten Angriff Andres Ambühl: Von Marc Weiser ideal lanciert, zog der HCD-Captain solo auf Tobias Stephan los, den er mit einer Finte gekonnt zum Anschlusstreffer austrickste.

Zu Beginn des Mitteldrittels verhinderte Stephan mit einer Glanzparade den Davoser Ausgleich nach einem Schuss von Perttu Lindgren. In der Folge waren es aber vor allem die Gäste, die sich in Unterzahl wehren mussten. Die Bündner kassierten in den ersten 40 Spielminuten insgesamt neun Zweiminutenstrafen – viel zu viele, um eine Mannschaft vom Kaliber des EV Zug wirklich zu fordern. Die Folge war, dass Lindbäck allein in den ersten 40 Spielminuten mit nicht weniger als 34 Schüssen eingedeckt wurde. Eine weitere, dass Zug kurz vor der zweiten Pause das 4:1 durch Raphael Diaz im Powerplay erzielte. Diaz hatte in der 29. Minute bereits zum 3:1 getroffen, nachdem die Davoser in der Defensive zu umständlich gespielt und den Puck nicht aus der Abwehrzone gebracht hatten.

Die Hypothek wog für die Davoser vor dem Schlussdrittel zu schwer. Eine weitere Strafe gegen die Bündner nutzte Denis Everberg zum dritten Zuger Powerplaytor in diesem Match und zum 5:2. Enzo Corvi (57.) mit einem zwingend herauskombinierten Powerplaytreffer und Lindgren (60.) mit einem erfolgreichen Abpraller sorgten noch für Resultatkosmetik und auch für Moral, welche die Bündner gerne nach Hause mitnahmen. Denn bereits am Sonntagnachmittag steht für die HCD das nächste Meisterschaftsspiel auf dem Programm. Um 15.45 Uhr empfangen die Bündner Genf-Servette in der Vaillant Arena. Die Westschweizer besiegten am Samstagabend Lugano mit 6:3.

Zug – Davos 5:3 (2:1, 2:0, 1:2)

Bossard Arena, Zug. – 7188 Zuschauer. – SR Tscherrig/Koch, Altmann/Stuber.

Tore: 4. (3:36) Senteler (Everberg, Diaz, Ausschluss Buchli) 1:0, 5. (4:07) McIntyre (Martschini) 2:0, 16. Ambühl (M. Wieser) 2:1, 29. Diaz (Stadler, Schnyder) 3:1, 40. Diaz (Everberg, Martschini, Ausschluss Heldner) 4:1, 55. Everberg (Suri, Martschini, Ausschluss Jung) 5:1, 57. Corvi (Lindgren, Du Bois, Ausschluss Everberg) 5:2, 60. Lindgren (M.Wieser) 5:3.

Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Zug, 11-mal 2 Minuten gegen Davos.

Zug: Stephan; Morant, Diaz; Schlumpf, Alatalo; Stadler, Zgraggen; Thiry; Lammer, Senteler, Everberg; Martschini, McIntyre, Simion; Widerström, Albrecht, Suri; Volejnicek, Zehnder, Schnyder.

Davos: Lindbäck; Du Bois, Payr; Buchli, Stoop; Heldner, Jung; Heinen; Marc Wieser, Lindgren, Ambühl; Rödin, Corvi, Meyer; Pestoni, Bader, Dino Wieser; Kessler, Aeschlimann, Egli; Frehner.

Bemerkungen: Zug ohne Klingberg und Roe (beide verletzt), Davos ohne Nygren, Sandell, Paschoud, Hischier (alle verletzt), Barandun (U20-WM), Weder, Portmann (Partnerteam Ticino Rockets) und van Pottelberghe (Kloten).

Kommentare