Viele Wege führen nach Davos

Die beiden 18-jährigen Benjamin Baumgartner und Oliver Heinen haben am Montag für die beiden nächsten Saisons ihren ersten Profivertrag beim HC Davos unterschrieben. Stürmer Baumgartner stammt aus dem österreichischen Zell am See, Verteidiger Heinen aus dem Oberwallis. HCD-Trainer Harijs Witolinsch attestiert beiden viel Talent.

Benjamin Baumgartner ist zwar erst 18, aber schon weit gereist. In Österreich in Zell am See aufgewachsen, wechselte er als Zehnjähriger in die Nachwuchsabteilung der Vienna Capitals nach Wien. In der Saison 2013/14 lud ihn Richi Novak, einst sein erster Eishockeytrainer, zum Schnuppern für 14 Spiele in die Nachwuchsabteilung der ZSC/GCK Lions ein. Baumgartner gefiel es in der Schweiz, er entschied sich danach allerdings für Davos, „weil mir dort das Sportgymnasium mehr zusagte und ich eine ideale Möglichkeit sah, Schule und Sport zu vereinbaren. Die Entscheidung war goldrichtig. Es macht mir viel Spass.“ Nach fünf Jahren wird Baumgartner im Juni am „Sportgymi“ abschliessen. Seine Zukunft hat er am Montag mit seinem ersten Profivertrag beim HCD besiegelt. „Ich bin sehr froh und glücklich“, sagt der junge Österreicher mit Schweizer Eishockeylizenz. „Verändern wird sich für mich allerdings nicht viel. Ich versuche weiterhin mein Bestes zu geben.“

In der laufenden Meisterschaft bestritt Baumgartner bereits 21 Partien mit dem Fanionteam des HCD. Sein National-League-Debüt gab der 1,76 Meter grosse und 75 Kilogramm schwere Stürmer am 26. Oktober in Lugano. Seinen ersten Treffer in der obersten Schweizer Spielklasse erzielte er am 23. Februar beim 5:4-Heimsieg gegen die ZSC Lions. „Es ist ein cooles Gefühl, dass ich schon in der ersten Mannschaft mittrainieren und mitspielen darf. Davon träumte ich schon als Kleiner“, bemerkt Baumgartner. Im November gab er bereits auch einen seinen Einstand in Österreichs Nationalteam an einem Turnier in Polen. Rückblickend spricht er von „einer coolen Erfahrung, mit den Älteren mitzugehen, die ich bis dahin nur vom Fernsehen kannte.“

Vom Cousin „angestiftet“

Nicht zufällig wechselte Oliver Heinen im Sommer 2016 vom EHC Visp ausgerechnet nach Davos. Sein Cousin ist HCD-Verteidiger Fabian Heldner. „Die Chance, den Sprung ins Profieishockey zu schaffen, erachtete ich schon damals nirgendwo anders als so gross ein wie hier“, sagt der 1,83 Meter grosse und erst 67 Kilogramm schwere Verteidiger. Er absolviert auf der Geschäftsstelle des HCD seine KV-Ausbildung und spricht von der „besten Wahl, weil sich für mich Beruf- und Sportausbildung optimal ergänzen.“ Bei den „Grossen“ des HCD kam er bisher zu 14 Meisterschaftseinsätzen. „Auf National-League-Niveau erlaubt es keinen Fehler; man muss immer voll konzentriert bei der Sache sein“, bemerkt der Walliser, der am 5. Januar in Zug im Davoser Fanionteam debütierte.

Lob vom Trainer

Als viel versprechende Talente beschreibt Harijs Witolinsch die beiden neu mit Profiverträgen ausgestatteten 18-Jährigen. „Beni steht vor einer grossen Zukunft, wenn er so weiterarbeitet wie bisher. Er ist nicht nur ein Spielmacher, sondern auch ein sehr guter Defensivcenter. Ich kann ihm sowohl offensiv als auch defensiv vertrauen. Jede Mannschaft braucht solche Mittelstürmer, die in beiden Richtungen hart arbeiten. Es gibt viele Center, die nur offensiv stark sind, defensiv hingegen nicht. Beni hat Stärken auf beide Seiten“, sagt der HCD-Trainer über Baumgartner. Und zu Heinen meint Witolinsch: „Oli ist sehr clever. Er versteht Eishockey sehr gut. Ihm fehlt noch die Kraft. Das merkt man bei seinen Schüssen und Pässen sowie bei den Zweitkämpfen vor dem Tor. Er muss an Gewicht und Kraft zunehmen. Aber mit dem Kopf, so wie er das Spiel liest, kann er ein grosser Verteidiger werden. Olis Eishockeysinn ist sehr gut. Er kann eine gute Position einnehmen, und er trifft gute Entscheidungen. Er wird auch nie nervös – oder zumindest lässt er sich das von aussen nicht anmerken.“

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