Danke!

Leider mussten die National-League-Meisterschaft wie auch alle anderen Eishockey-Meisterschaften in der Schweiz am Donnerstag, 12. März, aufgrund der Coronavirus-Situation per sofort beendet werden. Ligaführung und Clubs sahen sich nach den behördlichen Anweisungen im Kanton Tessin, wo selbst der Trainingsbetrieb untersagt wurde, zu diesem Entscheid gezwungen. Dies ist natürlich für alle Eishockeyfans eine traurige Mitteilung. Aber in diesen Tagen gibt es Wichtigeres als die Fortsetzung der Hockey-Meisterschaft.

Das grassierende Coronavirus lässt eine unglaubliche Saison des HCD vorerst in den Hintergrund rücken. Eine Spielzeit, in der Davos über erwarten positiv überraschte und viel Goodwill zurückgewann. Aber auch eine Saison, in welcher dem HCD bewusst wurde, dass der Lernprozess noch nicht abgeschlossen ist und es noch Luft nach oben gibt.

Schon der Saisonbeginn war speziell. Aufgrund der Stadionsanierung musste der HCD in den ersten Meisterschaftswochen lauter Auswärtsspiele bestreiten. Das hatte handkehrum aber auch keinen dichten Spielkalender zur Folge. Da blieb viel Zeit für Trainings, Korrekturen und Erholung. Nach einem fulminanten Saisonstart setzte sich der HCD schon früh in den vordersten Tabellenrängen fest. Und dort blieb er. Der von vielen erwartete Einbruch kam nicht. Nicht im Dezember, als in einem immer engeren Spielrhythmus die Verletztenliste anwuchs. Nicht in der noch intensiveren Phase nach dem Spengler Cup. Nicht nach der Enttäuschung im Cupfinal. Der HC Davos, der vor elf Monaten noch das Playout hatte bestreiten müssen, zeigte viele Höhen und nur zwischendurch ein paar kurze Tiefen. Aber er war konstant erfolgreich. Die Davoser mussten keine einzige längere Niederlagenserie hinnehmen, wie sie in der Regel fast jeder Club im Verlauf einer so langen Qualifikation einzieht. Souverän klammerte sich der HCD im Spitzenquartett der Liga fest. Die Regular Season beendete er auf Rang 3, nur zwei Punkte hinter dem Qualifikationssieger ZSC Lions.

Das Spiel des HCD war nicht nur resultatmässig erfolgreich. Wie zu den besten Zeiten stellte Davos wohl eine der schnellsten Mannschaften der National League. Die neue Trainercrew mit Headcoach Christian Wohlwend sowie seinen Assistenten Johan Lundskog und Waltteri Immonen verpasste dem Team ein modernes Spielsystem. Es zeichnet sich durch einen kontrollierten Spielaufbau, aggressives Forechecking sowie überfallartige Angriffen aus und ist auch für die Zuschauer äusserst attraktiv. Die Mannschaft implementierte das neue System schnell. Dank raschen Erfolgen schon zu Meisterschaftsbeginn fand sie sofort auch ein gesundes Selbstvertrauen. Nicht zuletzt deswegen entschied sie die meisten Partien mit knappen Spielausgängen zu ihren Gunsten.

Die beiden noch jungen und relativ unerfahrenen Torhüter Joren van Pottelberghe und Sandro Aeschlimann bewegten sich auf einem erstaunlich hohen Niveau; sie zeigten auch bemerkenswert konstante Leistungen. Der neue Goaliecoach Petter Mettler schlug genauso erfolgreich ein, wie seine Trainerkollegen. Sie alle erfanden den HCD nicht neu. Aber sie schliffen an den entscheidenden Details seiner DNA und führten das Team bereits in der ersten Saison aus dem grossen Schatten von Arno Del Curto.

Neben der Trainercrew verdient auch Sportchef Raeto Raffainer viel Anerkennung. Seine Suche und Wahl der Import-Spieler, die er nach der Verpflichtung der Trainercrew als erste Amtshandlung in Angriff nahm, verlief äusserst erfolgreich. Die beiden Stürmer Mattias Tedenby und Aaron Palushaj, aber auch der nach der Verletzung von Magnus Nygren kurzfristig verpflichtete Verteidiger Otso Rantakari, trugen ihren redlichen Teil zu dieser erfolgreichen Saison bei. Raffainer wurde genauso wie Wohlwend schnell zum Gesicht des neuen HCD. Mit ihrem offenem Kommunikationsstil gewannen die beiden Engadiner für die ganze HCD-Organisation schnell den Goodwill der Fans und der Bevölkerung zurück.

Spengler Cup und Cupfinal gut für den Lernprozess

Auch wenn der HC Davos 2019/20 nun der Chance beraubt wurde, in den Playoffs die finale Bestätigung für die bisher fast ausnahmslos erfolgreiche Saison abzuliefern, zeigte die Mannschaft, dass ihr auch die Zukunft gehört. Gerade auch wegen zweier Niederlagen. Denn zwei wichtige Partien, der Viertelfinal am Spengler Cup gegen TPS Turku und der Schweizer Cupfinal gegen Ajoie, verlor das Davoser Team. Das war einerseits schade wegen der verpassten Chancen, anderseits ist dies für den weiteren Weg dieser Mannschaft vielleicht sogar förderlich. Denn der Lernprozess ist ein wichtiger Teil für eine so junge Truppe. Dass die Davoser auf Niederlagen reagieren können, zeigten sie in der vergangenen Saison immer wieder.

Bleibt gesund und schützt die anderen

Nun bleibt nur noch allen zu danken. Den Fans, Partnern, Sponsoren, Donatoren und Gönnern, allen die den HCD in irgend einer Form unterstützen. Die Geisterspiele haben es einmal mehr klar gezeigt, ohne euch ist unser Sport nichts. So hoffen wir in diesen Tagen nur eines, dass alle gesund bleiben und wir so bald wie möglich wieder in ein normales Leben zurückkehren können. In ein Leben, in dem Eishockey und der HCD wieder Platz hat.

Informieren Sie sich regelmässig über die neusten Entwicklungen bezüglich des Coronavirus über die Website des Bundesamtes für Gesundheit. Indem Sie sich an die vom BAG vorgegebenen Massnahmen halten, schützen Sie sich und Ihre Mitmenschen und helfen die Pandemiewelle so schnell wie möglich zu verringern.

Passt auf euch auf!

Kommentare