Aeschlimann & Co. besiegen den Meister erneut

Es war kein einfaches Spiel für den HCD in Bern. Aber er fand trotzdem einen Weg, es zu gewinnen. Die Berner zeigten nach der Verpflichtung eines finnischen Torhüters und zu Hause vor 16'100 Zuschauern die erwartet heftige Reaktion. 

Davos gelang für einmal nicht der Traumstart in die Partie, es waren die Berner die sofort resolut das Spieldiktat an sich rissen und vor dem Heimpublikum auf Wiedergutmachung aus waren. Der Meister hatte zuletzt in acht Partien das Eis sieben Mal als Verlierer verlassen. Es brauchte von Beginn an einen hellwachen Sandro Aeschlimann im Davoser Kasten, um die Berner Führung zu vermeiden. Und es brauchte einen groben Abwehrfehler der Berner Hintermannschaft um Matthias Tedenby nach gut vier Minuten die Eins gegen Null-Chance vor dem neuen SCB-Keeper Tomi Karhunen zu ermöglichen. Der Finne blieb gegen den Schweden chancenlos und Davos lag mit der ersten Tormöglichkeit in Führung (5.). Bern war wenig geschockt ob dem Rückstand, erspielte sich weiter Chance um Chance und konnte in der 11. Minute durch den Ex-Davoser Sciaroni ausgleichen. Davos hatte im ersten Abschnitt nur vier Torchancen, die erste hatte Tedenby genutzt, die vierte nutzte Felicien Du Bois. Mit einem Weitschuss bezwang auch er den neunen SCB-Keeper, so dass Davos mit einer eher glücklichen Führung in die erste Pause ging.

Im zweiten Drittel bekam der HCD das Spiel etwas besser in den Griff. Bern kam zu deutlich weniger Torchancen, aber auch Davos prüfte Karhunen nur selten. Es brauchte ein Überzahlspiel für das Heimteam, damit es zu einem Treffer im Mittelabschnitt reichte (38.). Davos nagt weiter an einer chronischen Unterzahlschwäche. Zuviele Treffer müssen die Blaugelben bisher in dieser Saison im Boxplay hinnehmen.

Doch das war dem Spiel egal, es wurde immer besser. Beide Teams lieferten sich einen immer mehr mitreissenden Fight. Bereits in der 44. Minute kam der nächste Höhepunkt. Aaron Palushaj erwischte Tomi Karhunen von weit hinter der Torlinie mit einem rotzfrechen Treffer. Der HCD lag zum 3. Mal in Führung, musste sie aber zum 3. Mal auch wieder abgeben. Nachdem beide Teams eine doppelte Überzahl nicht nutzen konnten, waren es die Berner, die wiederum im einfachen Überzahlspiel zum Ausgleich durch Moser kamen (56.). Nicht unverdient, wenn man das ganze Spiel betrachtete.

Denn die Davoser hatten es klar ihrem Torhüter Sandro Aeschlimann zu verdanken, dass sie nach 60 Minuten einen Punkt sicher im Sack hatten und um den Zweiten weiter kämpfen konnten. Aeschlimann zeigte eine herausragende Partie, parierte in 65 Minuten 37 von 40 Schüssen (92.5%) und stach den neuen SCB-Keeper Karhunen deutlich aus.

Dies belegte am Schluss auch die Bilanz im Penaltyschiessen, in dem nach einer torlosen Verlängerung über die Vergabe des 2. Punkts entschieden wurde. Karhunen musste sich von Ambühl, Palushaj, Baumgartner und Tedenby geschlagen geben, Aeschlimann konnte nur durch Praplan und Arcobello bezwungen werden.

Damit kommt es am Samstagabend im Eisstadion Davos zum Spitzenkampf zwischen dem Leader ZSC und dem virtuellen Leader HCD. Spielbeginn ist um 19.45h. Sitzplatztickets sind ausverkauft, aber Stehplätze hat es noch im Online-Ticketshop.

Telegramm: Bern - Davos 3:4 (1:2, 1:0, 1:1, 0:0) n.P.
16'178 Zuschauer. - SR Stricker/Urban, Obwegeser/Altmann. - Tore: 5. Tedenby (Corvi) 0:1. 11. Sciaroni (Heim) 1:1. 19. Du Bois (Jung, Baumgartner) 1:2. 38. Untersander (Ebbett, Arcobello/Ausschluss Lindgren) 2:2. 44. Palushaj 2:3. 56. Moser (Ausschluss Tedenby) 3:3. .

Penaltyschiessen: Ambühl 0:1, Praplan 1:1; Palushaj 1:2, Untersander -; Corvi -, Arcobello 2:2; Baumgartner 2:3, Mursak -; Tedenby 2:4.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Bern, 6mal 2 Minuten gegen Davos

Bern: Karhunen; Andersson, Beat Gerber; Untersander, Henauer; Burren, Blum; Colin Gerber; Sciaroni, Heim, Scherwey; Praplan, Mursak, Ebbett; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Spiller, Berger, Kämpf; Jeremi Berger.
Davos: Aeschlimann; Du Bois, Jung; Nygren, Paschoud; Stoop, Guerra; Kienzle; Herzog, Bader, Ambühl; Hischier, Corvi, Tedenby; Palushaj, Lindgren, Baumgartner; Frehner, Aeschlimann, Dino Wieser.

Bemerkungen: Bern ohne Krueger, Grassi, Bieber und Pestoni (alle verletzt), McDonald (überzähliger Ausländer), Davos ohne Rantakari(überzähliger Ausländer), Glarner und Marc Wieser (verletzt), Portmann und Heinen (Rockets) und Barandun (U20).

Pfosten: 15. Blum. - Latte: 44. Nygren, 65. Baumgartner. - 53. Timeout Davos.

 

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Freitag, 29. November 2019 - 22:35