Ambri im Geisterspiel zielstrebiger

Der HC Davos hat in seinem ersten Spiel ohne Zuschauer am Freitagabend in Ambri mit 0:3 verloren. Die Tessiner, die mit Blick auf die Platzierungsrunde jeden Punkt benötigen, wirkten zielstrebiger. HCD-Goalie Sandro Aeschlimann, bester Spieler bei den Bündnern, verhinderte mit zahlreichen Paraden eine höhere Niederlage.

Beim HCD gab im Ambri-Match Thierry Bader sein Comeback; er hatte vor zwei Monaten im ersten Spengler Cup-Spiel einen Handbruch erlitten. Zu Ende ist die Saison hingegen für Dario Meyer. Der Stürmer muss an der Schulter operiert werden, nachdem er am letzten Samstag in Biel ausgeschieden war. Magnus Nygren schaute in Ambri als überzähliger Ausländer zu. An seiner Stelle kam Otso Rantakari zum Einsatz. Oliver Heinen fehlte krankheitshalber. Seine Absenz hatte zur Folge, dass der HCD gegen Ambri nur mit sechs Verteidigern antrat, weil Félicien Du Bois und Claude Paschoud weiterhin verletzungsbedingt fehlen.

Wegen der amtlich verordneten Anweisung aufgrund des Coronavirus musste die Partie in der Valascia-Eishalle ohne Zuschauer gespielt werden. Die Davoser hatten als Vorsichtsmassnahme bereits auf einen Halt auf einem Raststätte verzichtet und die Verpflegung von zuhause mitgenommen. Zu Beginn der Partie ergriffen die Tessiner die Initiative. Bald bekamen die Gäste das Spiel jedoch in Griff. Andres Ambühl, Jesse Mankinen und Thierry Bader verpassten jedoch die besten Chancen zum Führungstreffer.

Praktisch mit dem ersten Angriff schoss Tomaso Goi die Platzherren nach 81 Sekunden im Mittelabschnitt nach einem Querpass von Noele Trisconi in Führung. Der Torschütze war von der Davoser Defensive vergessen worden. Dieser Treffer gab den initiativeren Tessinern sichtlich Auftrieb. Sie waren während des ganzen Mitteldrittels meist spielbestimmend. HCD-Goalie Sandro Aeschlimann bewahrte sein Team vor einem höheren Rückstand. Seine wichtigsten Paraden zeigte er gleich zwei Mal gegen Brian Flynn, einmal davon in Unterzahl. Die Davoser ihrerseits kreuzten nur mit Einzelaktionen von Mattias Tedenby, Ambühl und Hischier gefährlich vor Ambris Torhüter Benjamin Conz auf.

Zu Beginn des Schlussdrittels strebten die Bündner zielstrebiger den Ausgleich an. Fabrice Herzog (41.), Benjamin Baumgartner (43.) und Ambühl (48.) vergaben in der nun offenen Partie die besten Möglichkeiten. Besser machte es in der 51. Minute Fabio Hofer mit dem 2:0 gegen die etwas nachlässige HCD-Defensive. Matt D‘Agostinis Treffer ins leere Davoser Tor war in der Schlussminute nur noch Zugabe. Es war offensichtlich, dass die Platzherren härter um die drei Punkte kämpften (insgesamt 37:20 Schüsse), nehmen sie doch alle Punkte in die Platzierungsrunde mit. Der HCD hingegen ist bekanntlich bereits seit längerer Zeit für die Playoffs qualifiziert.

Die Davoser schliessen die Regular Season am Samstagabend mit dem Heimspiel gegen den SC Rapperswil-Jona Lakers ab. Auch diese Partie muss als Geisterspiel unter Ausschluss der Zuschauer ausgetragen werden.

Ambri-Piotta – Davos 3:0 (0:0, 1:0, 2:0)

Valascia. – 0 Zuschauer. – SR Lemelin/Hungerbühler, Obwegeser/Bürgi.

Tore: 22. Goi (Trisconi, Plastino) 1:0. 51. Hofer (Plastino) 2:0. 60. (59:32) D'Agostini 3:0 (ins leere Tor).

Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Davos, 3mal 2 Minuten gegen Ambri.

Ambri-Piotta: Conz; Plastino, Ngoy; Fora, Dotti; Fohrler, Fischer; Pezzullo; Trisconi, Goi, Bianchi; Hofer, Müller, Zwerger; D'Agostini, Flynn, Sabolic; Mazzolini, Dal Pian, Hinterkircher; Gaeta.

Davos: Sandro Aeschlimann; Stoop, Barandun; Kienzle, Guerra; Rantakari, Jung; Ambühl, Marc Aeschlimann, Hischier; Marc Wieser, Lindgren, Herzog; Mankinen, Baumgartner, Tedenby; Kessler, Egli, Frehner; Bader.

Bemerkungen: Ambri ohne Novotny (krank), Rohrbach, Kneubühler, Jelovac, Kostner, Pinana, Incir und Payr (alle verletzt), Davos ohne Dino Wieser, Du Bois, Corvi, Meyer, Paschoud (alle verletzt), Heinen (krank), Palushaj und Nygren (überzählige Ausländer). – Davos von 58:13 bis 59:32 ohne Torhüter.

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