Aussetzer im Mitteldrittel

Ein Doppelschlag zu Beginn des Mitteldrittels war der Ausgangspunkt für die 1:4-Niederlage des HC Davos in Bern. Schade, denn im ersten und im drittel Drittel waren die von Interimstrainer gecoachten Bündner dem SCB ebenbürtig

In der 23. Meisterschaftsrunde trafen der SC Bern und der HCD erstmals in dieser Saison aufeinander. Bei den Bündnern gab der 19-jährige Verteidiger Lucas Bachofner sein Debüt in der National League. Der US-schweizerische Doppelbürger ersetzte den erkrankten Fabian Heldner. Vor seinem ersten Auswärtsspiel gab HCD-Interimstrainer Michel Riesen die Devise heraus, hinten solid zu spielen, Berner Schüsse zu verhindern und vorne Druck auf den Gegner auszuüben. Dieses Motto ging allerdings nur im Startdrittel auf. Weil beide Mannschaften kompakt standen, blieben die ganz grossen Torchancen in den ersten 20 Minuten Mangelware. Die beste Gelegenheit verpasste Magnus Nygren kur vor der ersten Pause bei einem Lattenschuss.

Im Mittelabschnitt wurden die Bündner dann jedoch jäh aus ihrem Konzept gerissen. Einen Schuss von Marc Arcobello lenkte Julian Payr unglücklich ins eigene Tor ab (24.). Nur 15 Sekunden später erhöhte Simon Moser den Vorsprung nach einem klassischen Konter, weil die Gäste zu ungestüm nach vorne gerannt waren. Zu beiden Treffern hatte Zach Boychuck die Vorarbeit geleistet. Der Kanadier hatte letzte Saison mit dem Team Canada den Spengler Cup gewonnen und erst am 19. November von Sewerstal Tscherepowez aus der KHL zum SCB gewechselt. Seinen starken Auftritt krönte Boychuck mit dem Treffer zum 3:0 nach einem Fehler von Nygren. Unterstützt durch ein Timeout von Riesen liessen sich die Davoser durch den klaren Rückstand nicht demoralisieren. Sie kämpften mit grossem Einsatz weiter und wurden belohnt. Anton Rödin bezwang Berns Goalie Leonardo Genoni im Nachschuss (36.)

Und es hätte für die Davoser noch besser kommen können. Aber der Ex-Berner Dario Meyer brachte zu Beginn des Schlussabschnitt bei seinem Solovorstoss den Puck nicht an Genoni vorbei. Als der HCD in der Schlussphase Torhüter Anders Lindbäck durch einen sechsten Feldspieler ersetzte, hatte Chris Egli bei der Schlussoffensive mit einem Pfostenschuss Pech. Praktisch im Gegenzug traf Arcobello zum Schlussresultat ins leere Davoser Tor. So blieb das Fazit, dass die Davosern im ersten und dritten Drittel solid auftraten, aber wegen Aussetzern im Mittelabschnitt dafür nicht belohnt wurden.

Telegramm: Bern – Davos 4:1 (0:0, 3:1, 1:0)

Postfinance Arena, Bern. – 16‘985 Zuschauer. – SR Oggier/Fonselius, Kovacs/Wüst.

Tore: 24. (23:55) Arcobello (Boychuck, Moser) 1:0, 25. (24.10) Moser (Boychuck, Arcobello) 2:0, 31. Boychuck 3:0, 36. Rödin 3:1, 60. (59:08) Arcobello (Moser, ins leere Tor) 4:1.

Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Bern, 2-mal 2 Minuten gegen Davos.

Bern: Genoni; Burren, Almquist; Krueger, Blum; Andersson, Gerber, Kamerzin; Boychuck, Arcobello, Moser; Ruefenacht, Ebbett, Kämpf; Sicaroni, Haas, Bieber; Berger, Heim, Grassi.

Davos: Lindbäck; Nygren, Barandun; Du Bois, Payr; Kparghai, Bachofner; Buchli, Jung;  Marc Wieser, Lindgren, Meyer; Pestoni, Ambühl, Rödin; Frehner, Egli, Wieser; Kessler, Aeschlimann, Bader.

Bemerkungen: Bern ohne Untersander, Mursak, Scherwey (alle verletzt), Davos ohne Corvi, Stoop, Sandell (alle verletzt), Heldner, Hischier, Paschoud (alle krank), Portmann und Weder (beide Partnerteam Ticino Rockets). – Lattenschuss Nygren (19.), Pfostenschuss Egli (59.). – 31. Timeout Davos. – Davos von 58:20 bis 59:08 ohne Torhüter.

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