Blick auf den World Cup gerichtet

NHL-Stürmer Nino Niederreiter ist im Sommer regelmässiger Gast im Eistraining des HC Davos. In diesem Jahr peilt der Flügelstürmer jedoch eine spezielle Frühform an. Der 23-Jährige wird im September als einer von vier Schweizern im Team Europa den World Cup bestreiten.

Zwischen 2006 und 2009 hat der Churer Nino Niederreiter die Farben des HC Davos getragen. Seither spielt er in Nordamerika, wo er inzwischen in der National Hockey League (NHL), der besten Eishockeyliga der Welt, als erster Schweizer Stürmer den Durchbruch geschafft hat. Er erinnere sich gerne an seine Jugendzeit beim HCD, sagt Nino Niederreiter und zählt Eckpunkte auf: „Mit den Novizen Elite wurde ich Schweizer Meister, und mit den Elite-A-Junioren erreichte ich den Final im Kampf um den nationalen Titel.“ Ein Meilenstein in seiner Karriere bildeten auch die drei einzigen Partien, welche er im Frühjahr 2009 als erst 16-Jähriger mit dem Fanionteam des HCD im Playoff-Viertelfinal gegen Lugano bestritt.

Vom HCD nach Nordamerika

Für den talentierten Niederreiter stellte sich nach jener Saison die Frage, ob er weiter beim HCD spielen oder in eine Juniorenliga nach Nordamerika wechseln solle. Der junge Bündner entschied sich für den Sprung nach Übersee. „Es war ein harter Entscheid“, sagt er rückblickend. Der Wechsel erwies sich in seiner Karriereplanung als richtig. 2010 wurde Niederreiter im NHL-Draft in der ersten Runde als Nummer 5 von den New York Islanders gezogen. Mittlerweile hat er in der NHL bereits 336 Spiele für die Islanders und Minnesota bestritten.

Den Sommer verbringt Niederreiter jeweils gerne bei seiner Familie in Chur. Und regelmässig nutzt er die Möglichkeit auch, die ersten Eistrainings mit Blick auf die nächste Saison mit dem HCD zu absolvieren. In diesem Jahr stehen diese Eiskontakte unter speziellen Vorzeichen. Vom 17. September bis 1. Oktober findet in Toronto der World Cup statt. Niederreiter wurde fürs Team Europa nominiert. Dieses besteht aus lauter aktuellen europäischen NHL-Spielern, die nicht aus Russland, Tschechien, Schweden oder Finnland kommen. Mit Roman Josi, Mark Streit und Luca Sbisa erhielten noch drei weitere Schweizer ein Aufgebot.

Im Schaufenster World Cup

Wegen des World Cups gehe er in seiner Sommer-Saisonvorbereitung diesem etwas früher und etwas häufiger aus Eis, bemerkt Niederreiter. Da komme ihm die Möglichkeit, mit dem HCD zu trainieren, besonders gelegen. Der World Cup bedeute ihm „recht viel. Er ist eine grosse Plattform, wo man sich zeigen kann. Fürs Team Europa spielen zu dürfen, ist speziell. Ich denke, dass es dieses Turnier so rasch nicht mehr geben wird. Dort dabei zu sein ist etwas Cooles“, so Niederreiter. Das bunt zusammengewürfelte Team Europa wird nur zehn Trainingstage Zeit haben, um sich zu einer Einheit zu finden. „Ich habe noch keine Ahnung, mit wem ich in einer Linie stürme und ob ich im Powerplay oder im Boxplay spielen werde“, sagt der Bündner. Das Team Europa wird die Gruppenspiele gegen die USA, Tschechien und Kanada bestreiten. Die beiden Gruppenersten qualifizieren sich für die Halbfinals.

Die 50-Skorerpunkte-Marke knacken

Für die NHL setzt sich Niederreiter das Ziel, „besser zu sein als letzte Saison.“ Bezüglich Skorerwerten steigerte er sich in den drei letzten Jahren kontinuierlich von 36 über 37 auf 43 Punkte in der Regular Season. Jetzt möchte er die 50er-Marke knacken. Niederreiter wird bei Minnesota mit Bruce Boudreau einen neuen Headcoach und generell einen weitgehend neuen Staff antreffen. „Da wird sicher ein neues Kapitel geöffnet. Ich bin gespannt, wie es herauskommt“, meint der Stürmer.

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