Bruchlandung gegen den Leader

Nach elf Siegen aus den vorangegangenen zwölf Meisterschaftspartien haben die ZSC Lions die Davoser Erfolgserie auf überzeugende Weise gestoppt. Mit einem kompakten Auftritt und einem hartnäckigen Forechecking besiegten die Zürcher den HCD am Samstagabend mit 5:0.

Die ersten 19 Meisterschaftsspiele hatte der HCD mit den gleichen sechs Schweizer Verteidigern bestritten. Weil Lukas Stoop am Freitagabend beim 4:3-Sieg nach Penaltyschiessen in Bern eine Oberschenkelverletzung („Tomate“) erlitt, kamen bei Davos mit Magnus Nygren und Otso Rantakari erstmals gleichzeitig zwei ausländische Abwehrspieler zum Einsatz. Als überzähliger „Söldner“ musste dafür gegen die Lions Stürmer Aaron Palushaj pausieren. Im HCD-Tor ersetzte aufgrund des Rotationsprinzips Joren van Pottelberghe den in Bern hervorragenden Sandro Aeschlimann. Einen Goaliewechsel gab es im Vergleich zum Abend zuvor auch bei den ZSC Lions, die gegen Servette mit 1:2 verloren hatten. Für den verletzten schwedischen Stürmer Marcus Krüger kam der finnische Torhüter Joni Ortio zum Zug.

Die beiden Keeper rückten sofort in den Mittelpunkt, weil beide Mannschaften von Beginn an zielstrebig nach vorne spielten. Nach fünf Minuten lautete das Schussverhältnis bereits 6:7, bis zur ersten Pause wuchs es auf 13:13 an. Keine Abwehrchance hatte van Pottelberghe beim Zürcher Führungstreffer, als Chris Baltisberger einen Schuss von Reto Schäppi unhaltbar ablenkte (8.). Bei Davos beklagte Enzo Corvi hingegen im ersten Powerplay bei einem Pfostenschuss Pech (15.).

Im Mittelabschnitt übernahmen die ZSC Lions resolut das Spieldiktat (17:9 Schüsse), und sie münzten ihre Überlegenheit nach Davoser Fehlern auch in Tore um. Den zweiten Zürcher Treffer sah Marc Wieser nach einem Foul in der Offensivzone von der Strafbank aus. Bei einem Konter verpasste zunächst Yannick Frehner in Unterzahl den Ausgleich. Stattdessen traf Simon Bodenmann im direkten Gegenzug (27.). Es war im 20. Meisterschaftsspiel bereits das 22. Gegentor, das der HCD in Unterzahl kassierte. Die Davoser taten sich mit der energischen frühen Störarbeit der Gäste und deren kompaktem Spiel schwer. Bezeichnend dafür war das 0:3. Roman Wick grub den Puck an der rechten Spielfeldecke im Duell mit Félicien Du Bois aus, worauf ZSC-Topskorer Garrett Roe präzis einschoss.

Im dritten Drittel knickte Fredrik Pettersson mit dem 4:0 bereits nach 130 Sekunden die letzten Hoffnungen der Davoser. Vorangegangen war dem Treffer ein Puckverlust von Dino Wieser. Emotionen offenbarte HCD-Coach Christian Wohlwend. Er reklamierte bei den Refs so heftig, dass er sich eine Zweiminutenstrafe einhandelte. Die Unterzahl überstanden die Platzherren schadlos. Kurz danach erhöhte jedoch Pius Suter den Vorsprung  – nach einem erfolgreichen Konter gegen einen HCD, bei dem die Spieldisziplin verloren gegangen war. Die Davoser erzielten erstmals in dieser Saison kein Tor, obwohl sie nicht weniger als 27 Mal auf Ortios Tor schossen. Nur das einzige Boxduell gewann HCD-Stürmer Frehner gegen Dario Truttmann; es trug den beiden Kampfhähnen je eine Fünfminutenstrafe ein.

Gelegenheit, auf die Siegesstrasse zurückzukehren, erhalten die Bündner bald. Bereits am Dienstagabend empfangen sie um 19.45 Uhr in der Davoser Eissporthalle die SCL Tigers.

Telegramm: Davos – ZSC Lions 0:5 (0:1, 0:2, 0:2)

Eisstadion Davos. – 5698 Zuschauer (Ausverkauft). – SR Tscherrig/Lemelin, Fuchs/Steenstra.

Tore: 8. Chris Baltisberger (Schäppi, Noreau) 0:1. 27. Bodenmann (Hollenstein/Ausschluss Marc Wieser) 0:2. 36. Roe (Wick) 0:3. 43. Pettersson (Brüschweiler) 0:4. 46. Suter (Noreau, Roe) 0:5.

Strafen: 3mal 2 Minuten plus 5 Minuten (Frehner) gegen Davos, 3mal 2 Minuten plus 5 Minuten (Truttmann) gegen ZSC Lions.

Davos: Van Pottelberghe (ab 45:37 Sandro Aeschlimann); Du Bois, Jung; Nygren, Paschoud; Rantakari, Guerra; Kienzle; Ambühl, Bader, Herzog; Hischier, Corvi, Tedenby; Marc Wieser, Lindgren, Baumgartner; Frehner, Marc Aeschlimann, Dino Wieser; Eggenberger.

ZSC Lions: Ortio; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Blindenbacher; Suter, Roe, Wick; Hollenstein, Diem, Bodenmann; Pettersson, Prassl, Brüschweiler; Chris Baltisberger, Schäppi, Pedretti.

Bemerkungen: Davos ohne Stoop, Buchli, Glarner (alle verletzt), Palushaj, Barandun (beide überzählig) Heinen und Portmann (im Partnerteam Ticino Rockets). ZSC Lions ohne Krüger (verletzt), Sutter und Flüeler (beide überzählig). – Pfostenschuss Corvi (15.).

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