Chris Egli als Zuschauer zwischen den Fronten

Der HC Davos hat seine erste Doppelrunde in der laufenden Meisterschaft mit zwei Siegen zuhause gegen Fribourg-Gottéron (3:1) und im Tessin gegen Ambri (3:2) erfolgreich gestaltet. Der Davoser Stürmer Chris Egli musste (oder durfte) am Samstagabend als Ambri-Leihgabe zuschauen.

Es ist nicht einfach, wenn zwei Herzen in der gleichen Brust schlagen. Das musste am Samstagabend Chris Egli in der zwar veralteten, aber dank der begeisterten Fans höchst stimmungsvollen Valascia-Eishalle erfahren. Seit dem 3. Oktober ist der HCD-Stürmer bis Ende Jahr an den HC Ambri-Piotta ausgeliehen. Gemäss Abmachung darf er allerdings für die Tessiner gegen seinen Stammklub nicht antreten. So stand er denn in der Partie zwischen dem HCAP und dem HCD wohl an Ambris Bande, allerdings nicht in Eishockeymontur, sondern in eine warme Jacke eingehüllt. Egli ist zwar Eishockeyprofi und Vollblut-Hockeyaner. Dass er aber in besagter Partie zum Zuschauen verurteilt war, stimmte ihn nicht besonders sauer. Denn erstmals in seinem Leben gegen seine Davoser Freunde antreten zu müssen, wäre für den 24-Jährigen nicht einfach gewesen.

Nach Beendigung der Partie sprach Egli von einem „hart umkämpften, ausgeglichenen Match, in welchem der HCD nicht seine beste Leistung zeigte und eigentlich auch Ambri wenigstens einen Punkt verdient hätte.“ Die Zahlen bestätigen Eglis Analyse. Ambri wies bezüglich offizieller Schussstatistik mit 43:24 deutliche Vorteile auf. Den Tessinern gelang es zwar, die HCD-Angriffsmaschinerie weitgehend zu neutralisieren. Der Davoser Goalie Sandro Aeschlimann vereitelte mit 41 erfolgreichen Paraden jedoch zahlreiche hochkarätige Ambri-Torchancen. Während der letzten knapp zwei Spielminuten peilten die Tessiner den Ausgleich nach einer Strafe gegen Davos-Stürmer Fabrice Herzog mit einem sechsten Feldspieler an Stelle des Torhüters vergeblich an. Auf HCD-Seite demonstrierten die Ausländer hingegen ihren Torriecher. Mattias Tedenby traf beim 1:0 nach 222 Sekunden im elften Meisterschaftsspiel bereits zum neuntem Mal. Für Verteidiger Otso Rantakari wars beim 2:1 in der 37. Minute das sechstre Tor in den Davoser Farben. Und HCD-Topskorer Perttu Lindgren unterstrich 92 Sekunden später seine Goalgetterqualitäten mit dem dritten HCD-Treffer. Der Finne ist bereits bei 15 Skorerpunkten angelangt.

Egli wurde vom breiten HCD-Kader für drei Monate an Ambri ausgeliehen, damit er mehr Spielpraxis erhält. Bei den Tessinern hat der HCD-Stürmer in der Tat eine bedeutende Rolle und viel Eiszeit erhalten. Er stürmt in der Regeln an der Seite des US-Amerikaners Brian Flynn (282 NHL-Spiele) und kommt auch in Unterzahlphasen regelmässig zum Einsatz. Beim 4:3-Sieg nach Penaltyschiessen gegen die SCL Tigers erzielte der Davoser am vorletzten Freitag seinen ersten, höchst sehenswerten Treffer zur 2:1-Führung in den Ambri-Farben. Zurzeit logiert Egli in Rodi-Fiesso noch in einem Hotel. Ambri sucht für ihn eine Wohnung. Ab Anfang 2020 wird er ohnehin wieder für Davos stürmen, wenn der HCD innert 59 Tagen 21 Meisterschaftsspiele bestreiten muss. In möglichst guter Verfassung möchte Egli dann seinen Teil dazu beitragen, dass die Bündner die Playoffs erreichen.

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