Comeback nach Mass für Magnus Nygren

Der HC Davos steht im Halbfinal des Schweizer Cups. Die Bündner besiegten am Dienstagabend im Viertelfinal den SC Bern mit 4:3 nach Verlängerung. Den Siegtreffer erzielte in der Overtime ausgerechnet Magnus Nygren bei seinem Comeback nach dreimonatiger Verletzungspause.

Magnus Nygren hatte sich am 23. Juli an einem Vorbereitungsturnier in Nürnberg ohne gegnerisches Verschulden das Knie verdreht. Als überzähliger Ausländer schaute sich Nygrens Ersatz Otso Rantakari das Cupspiel gegen Bern von der Tribüne aus an. Weiter fehlten bei Davos Marc Aeschlimann wegen einer Grippe und Marc Wieser. Er hatte am letzten Samstag in Rapperswil-Jona eine Kieferverletzung erlitten und muss ein bis zwei Wochen pausieren. Félicien Du Bois wurde geschont. An seiner Stelle kam Davyd Barandun zum Einsatz. Und im Davoser Angriff gab der 18-jährige Jannik Canova als 13. Stürmer sein Debüt.

In der Startphase der Partie offenbarte sich die unterschiedliche aktuelle Verfassung beider Mannschaften: Einerseits spielte der HC Davos nach zehn Siegen aus den letzten elf Meisterschaftspartien mit viel Selbstvertrauen auf, anderseits konnten die Berner ihre Verunsicherung nach sechs Niederlagen in ihren letzten sieben Spielen nicht kaschieren. Allein Aufwand und Ertrag stimmten bei den Platzherren nicht überein. Ihren flüssigen Kombinationen fehlte der krönende Abschluss wegen mangelnder Präzision und dem letzten Tick Entschlossenheit. Nach einigen Minuten begannen auch die Berner, mutiger nach vorne zu spielen. So entwickelte sich eine gefällige Partie – allerdings im Stil eines Freundschaftsspiel ohne harten Körpereinsatz. Unterbrochen wurde der Spielfluss durch ein Loch im Eis, so dass die Spieler bereits nach 16:57 Minuten ihre Kabinen für die erste Pause aufsuchten.

30 Sekunden nach dem regulären Seitenwechsel brachte Luca Hischier die Davoser in der 21. Minute nach Vorarbeit von Mattias Tedenby in Führung. Doch dann offenbarten die Bündner erneut ihre grosse Schwäche in dieser Saison. Die erste Strafe in dieser Partie gegen Tedenby nutzte Marc Arcobello zum Ausgleich (28.). Der wie bereits gegen Ambri starke HCD-Torhüter Sandro Aeschlimann stoppte den solo vorprellenden Jan Mursak (34.). Kurz vor der zweiten Pause schien das Davoser 2:1 perfekt. Für den bereits geschlagenen Bern-Goalie Pascal Caminada wehrte aber Andri Spiller Perttu Lindgrens Schuss noch ab. Und im direkten Gegenzug liess Berns Goalgetter Arcobello bei seinem Solovorstoss Aeschlimann keine Abwehrchance.

Das Cupspiel wurde auch in der Folge nicht zum Abend des HCD-Meisterschaftstopskorers Lindgren. Gleich zwei Mal verpasste der Finne in aussichtsreicher Position den Ausgleich. Dazwischen scheitere Gregory Sciaroni am Davoser Torpfosten. Wenigstens passte bei den Bündnern das Powerplay. Benjamin Baumgartner schoss nach einem idealen Zuspiel von Andres Ambühl gekonnt zum 2:2 ein (47.). Und für die Platzherren kam es noch besser. Erneut nach Vorarbeit von Ambühl erzielte Samuel Guerra das 3:2 (55.). Die Entscheidung wars aber noch nicht – auch weil Baumgartner an der Latte scheiterte (57.). 124 Sekunden vor dem Ende des dritten Drittels stocherte Thomas Ruefenacht den Puck aus Aeschlimann Fanghandschuh, und Arcobello stocherte ihn ins Davoser Tor. Nach Videokonsultation anerkannten die Refs den Treffer. In der Verlängerung war es dann ausgerechnet Nygren, der bei seinem Comeback die Bündner doch noch zum Sieg schoss. Im Halbfinal trifft der HCD am 15. Dezember in Rapperswil auf die Lakers.

Bereits am Freitagabend stehen sich der HCD und der SCB erneut gegenüber. Dann kommt es in der Berner Postfinance-Arena zur Cup-Revanche in der Meisterschaft.

Telegramm: Davos – Bern 4:3 (0:0, 1:2, 2:1, 1:0) n.V.

Eisstadion Davos. – 2416 Zuschauer. - SR Salonen/Wiegand, Cattaneo/Kovacs.

Tore: 21. (20:30) Hischier (Tedenby) 1:0. 28. Arcobello (Ebbett, Untersander/Ausschluss Tedenby) 1:1. 39. Arcobello (Untersander, Spiller) 1:2. 47. Baumgartner (Hischier/Ausschluss Arcobello) 2:2. 55. Guerra (Ambühl, Herzog) 3:2. 58. Arcobello (Ruefenacht, Moser) 3:3. 63. (62:49) Nygren (Baumgartner, Herzog) 4:3.

Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Davos, 2mal 2 Minuten gegen Bern.

Davos: Sandro Aeschlimann; Kienzle, Jung; Nygren, Paschoud; Stoop, Guerra; Barandun; Baumgartner, Lindgren, Palushaj; Hischier, Corvi, Tedenby; Dino Wieser, Ambühl, Herzog; Frehner, Bader, Eggenberger; Canova.

Bern: Caminada; Andersson, MacDonald; Burren, Blum; Untersander, Colin Gerber; Henauer; Ruefenacht, Arcobello, Moser; Praplan, Mursak, Ebbett; Sciaroni, Heim, Scherwey; Spiller, Berger, Kämpf; Jeremi Gerber.

Bemerkungen: Davos ohne Buchli, Marc Wieser, Glarner (alle verletzt), Marc Aeschlimann (krank), Du Bois (geschont) und Rantakari (überzählig), Bern ohne Bieber, Beat Gerber, Grassi, Krueger und Pestoni (alle verletzt). – Vorzeitige erste Drittelspause nach 16:57 Minuten wegen Loch im Eis. – Timeout Davos (59:17). – Pfostenschuss Sciaroni (43.), Lattenschuss Baumgartner (57.).
 

 

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