Cup-Aus in der Verlängerung

Der HCD hat auch sein erstes Heimspiel nach der Ära Del Curto verloren. Die Bündner unterlagen im Viertelfinal des Schweizer Cups mit dem interimistischen Trainerduo Remo Gross/Sandro Rizzi an der Bande Titelverteidiger Rapperswil-Jona Lakers mit 3:4. Den entscheidenden Treffer erzielte Andri Spiller nach 84 Sekunden in der Verlängerung.

Elf Stunden nach dem Rücktritt der langjährigen Trainerlegende Arno Del Curto coachten am Dienstagabend seine beiden bisherigen Assistenten Remo Gross und Sandro Rizzi im Cup den HCD. Die Davoser spielten mit Perttu Lindgren als einzigem Ausländer. Im Tor erhielt Gilles Senn wieder einmal Spielpraxis, weshalb Anders Lindbäck als Türchenöffner an der Bande amtierte. Und Magnus Nygren sowie Anton Rödin sind weiterhin verletzt. Personalsorgen plagten das neue interimistische Trainerduo auch in der Verteidigung; neben Nygren fehlten Claude Paschoud und Lukas Stoop. Die HCD-Abwehr bestand deshalb nur aus sechs Feldspielern.

Trotz der namhaften Absenzen übernahmen die Platzherren in der Anfangsphase der Partie die Initiative. Die Gäste setzten in der 5. Minute mit einem Pfostenschuss von Sven Lindemann ein erstes Ausrufezeichen. Einen Doppelausschluss beim HCD nutzten sie dann aber durch Casey Wellman zum Führungstreffer. Und Fabian Heldner musste noch immer von der Strafbank aus zusehen, wie Cédric Hüsler den Vorsprung erhöhte. Der Anschlusstreffer gelang den Bündnern ebenfalls im Powerplay durch Dario Meyer. Noch vor der ersten Pause erzielte Marc Wieser – nun bei je fünf Feldspielern – das verdiente 2:2.

Im zweiten Drittel nutzte Daniel Kristo bereits nach 102 Sekunden eine Unachtsamkeit in der Davoser Defensive zur erneuten Führung für die Gäste. Ganz nach dem Motto „Spielen und spielen lassen“ gewährten sich die beiden Mannschaften in der Folge grosszügig Spielraum, den vor allem die Platzherren zu gefälligen Angriffen nutzten. Im Abschluss beklagten sie jedoch Pech. Denn sowohl Yannick Frehner (25.) als auch Dino Wieser (35.) trafen nur den Pfosten.

Zu Beginn des dritten Drittels verhinderte Senn mit mehreren guten Paraden den vierten Gegentreffer. Dann waren es allerdings die Davoser, die diesem Spielabschnitt mehrheitlich den Stempel aufdrückten. Lindgren scheiterte noch an Nyffeler (49.), doch eine Minute später hämmerte Julian Payr den Puck mittels Direktabnahme auf Pass von Inti Pestoni zum verdienten 3:3 unter die Latte. Es war der erste Treffer des 18-jährigen Verteidigers für den HCD überhaupt. Die Zuschauer danken den Ausgleich der Davoser mit einer Standing Ovation. Marc Wieser (55.) und Pestoni (58.) vergaben in der Schlussphase die besten Chancen für den Siegtreffer. Besser machte es in der Verlängerung auf der Gegenseit Andri Spiller. Er bezwang völlig freistehend HCD-Goalie Senn, weil sich alle drei Davoser Feldspieler um Passgeber Leandro Profico hinter dem eigenen Tor gekümmert hatten.

Telegramm: Davos – Rapperswil-Jona Lakers 3:4 n.V. (2:2, 0:1, 1:0, 0:1)

Vaillant Arena Davos. – 2689 Zuschauer. – SR Wiegand/Urban, Fuchs/Castelli.

Tore: 10. Wellman (Kristo, Gilroy, Ausschlüsse Frehner, Heldner) 0:1, 11. Hüsler (Schmuckli, Igesias, Ausschluss Heldner) 0:2, 15. Meyer (Aeschlimann, Ambühl Ausschluss Berger), 1:2, 19. M. Wieser (Lindgren) 2:2, 22. Kristo (Schlagenhauf) 2:3, 50. Payr (Pestoni) 3:3, 62. (61:24) Spiller (Profico) 3:4.

Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Davos, 5-mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona.

Davos: Senn; Du Bois, Jung; Barandun, Heldner; Buchli, Payr; Marc Wieser, , Lindgren, Ambühl; Pestoni, Bader, Hischier; Frehner, Egli, Dino Wieser; Kessler, Aeschlimann, Meyer.

Rapperswil-Jona: Nyffeler; Gilroy, Berger; Gähler, Profico; Iglesias, Schmuckli; Hächler, Maier; Kristo, Schlagenhauf, Wellman; Spiller, Knelsen, Casutt; Mosimann, Mason, Hüsler; Primeau, Ness, Lindemann.

Bemerkungen: Davos ohne Nygren, Paschoud, Stoop, Corvi und Rödin (alle verletzt), Rapperswi-Jona ohne Helbling, Schweri (beide verletzt), Aulin, Rizzello und Brem (alle überzählig). – Pfostenschüsse: 5. Lindemann, 25. Frehner, 35. Dino Wieser.

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