Da war sie, die Reaktion des HCD

Wenn man die letzten zwei Heimspiele nicht gesehen und die heftige Medienschelte der letzten Tage nicht gelesen hätte, dann würde man einfach schreiben, dass der HCD mit guten Special Teams, einer soliden defensiven Leistung und einem Klasse-Goalie verdient in Lausanne gewonnen hat. Doch in diesen Tagen ist alles ein wenig anders.

Es war ab dem ersten Bully ersichtlich, die HCD-Spieler wussten genau, was heute auf dem Spiel stand. Die Laufbereitschaft, die Körpersprache, die gewonnen Bullys, das konsequente Defensivspiel und auch das direkte Offensivspiel - das alles war heute da. Es war die erhoffte starke Reaktion auf die letzten zwei Heimspiele. Der HC Davos zeigte, dass er Hockey spielen kann und dies auch erfolgreich. Klar kamen den Davosern und ihrem Spiel die beiden Tore in der 10. und 13. Minute entgegen (das erste übrigens im Powerplay), doch wie die HCD-Spieler über fast 60 Minuten konsequent zurückliefen, sich in die Schüsse warfen und bei jeder Möglichkeit mit Direktpässen nach vorne stürmten, war schlichtweg gutes Hockey. Sie spielten einfach, kämpften um jede Scheibe und gingen auf die Rebounds, wie zum Beispiel beim 2:0 durch Shane Prince. Zuvor hatte Ambühl nach einem überzeugenden Powerplay zum 1:0 getroffen. Im 2. Drittel kam dann bereits der nächste Überzahltreffer. Lukas Stoop drückte gezielt aus dem Hinterhalt im Stile eines Nygren oder Du Bois ab und traf zu seinem ersten HCD-Goal der Neuzeit.

Del Curtos Reaktion nach dem ersten Gegengoal 

Erst in der 54. Minute kam Lausanne zu seinem ersten Treffer (die Fangquote von Lindbäck lag bei 96.8% in diesem Spiel) . Arno del Curto reagierte sofort und nahm sein Timeout, um den Spielern ein paar Sekunden Luft zu geben. Danach verteidigten die Bündner den Zweitorevorspung relativ sicher und als Lausanne bereits drei Minuten vor Schluss ihren Goalie durch einen sechsten Feldspieler ersetzten, traf Pestoni zur endgültigen Entscheidung ins leere Gehäuse. Eglis Powerplaytreffer (der dritte in diesem Spiel) zum 5:1 in der letzten Minute war noch das Sahnehäubchen auf dem HCD-Sieg.

Arno Del Curto wollte verständlicherweise nicht jubeln nach diesem Sieg, er schaute bereits auf das morgige Heimspiel gegen Biel. Er verlange vom Team auch morgen ein gutes Spiel, dass sich jeder, so wie heute, ins taktische Gefüge einbinde und der HCD nun auch zu Hause das Publikum zufrieden stellen kann. Denn, und das muss man auch vermerken, perfekt war das Davoser Spiel verständlicherweise noch nicht. Und morgen kommt der Leader (Anpfiff in der Vaillant Arena ist um 19.45h).

Telegramm: Lausanne - Davos 1:5 (0:2, 0:0, 1:3)

6116 Zuschauer. - SR Hebeisen/Tscherrig, Wüst/Rebetez. - Tore: 10. Ambühl (Pestoni, Du Bois/Ausschluss Nodari) 0:1. 13. Prince 0:2. 49. Stoop (Ambühl, Nygren/Ausschluss Vermin) 0:3. 54. Froidevaux (Junland, Grossmann/Strafe angezeigt) 1:3. 58. Pestoni 1:4 (ins leere Tor). 60. Egli (Dino Wieser/Ausschluss Kenins) 1:5. - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Lausanne, 3mal 2 Minuten gegen Davos. - PostFinance-Topskorer: Herren; Pestoni.

Lausanne: Zurkirchen; Junland, Grossmann; Genazzi, Lindbohm; Nodari, Frick; Borlat; Kenins, Mitchell, Herren; Zangger, Vermin, Bertschy; Simic, Froidevaux, Leone; Traber, Antonietti, Schelling; Roberts.

Davos: Lindbäck; Du Bois, Paschoud; Nygren, Jung; Heldner, Payr; Stoop; Pestoni, Corvi, Dino Wieser; Marc Wieser, Prince, Ambühl; Kessler, Egli, Hischier; Meyer, Aeschlimann, Bader.

Bemerkungen: Lausanne ohne Jeffrey und In-Albon. Davos ohne Sandell, Barandun, Portmann (alle verletzt) und Lindgren (Aufbautraining). - 32. Lattenschuss Prince. - Timeout Davos (54.). - Lausanne von 57:00 bis 57:13 ohne Goalie.

 

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