Das allzu frühe Saisonende

Um 22.24 Uhr ist am Donnerstagabend die Saison für den HC Davos zu Ende gegangen. Die Bündner verloren das sechste Playoff-Viertelfinalspiel gegen Biel mit 2:5 und die Serie mit 2:4. Die Entscheidung fiel im Mitteldrittel, als die Bieler vom 1:1 auf 4:1 davonzogen.

„Was zaubert Arno Del Curto wohl noch aus dem Hut?“ So lautete vor dem sechsten Playoff-Viertelfinalspiel mit dem 2:3-Rückstand des HCD in der Serie die Kardinalsfrage. Der Davoser Coach blieb in der Tat nicht untätig. Er ersetzte seinen Quali-Topskorer Broc Little durch Jaedon Descheneau. Der 23-jährige Kanadier war in dieser Saison beim HC Thurgau in der zweitobersten Schweizer Spielklasse mit 18 Toren und 32 Assists in der Qualifikation und vier Treffern sowie fünf Zuspielen in sechs Playoff-Partien der beste Skorer. Wie Descheneau kam auch der 21-jährige Jerome Portmann zu seiner Playoff-Premiere beim HCD. Und Marc Aeschlimann kehrte an Stelle von Mauro Jörg ins Davoser Team zurück.

Seine auffallendste Aktion hatte Descheneau, als er für ein unglückliches Beinstellen zwei Strafminuten kassierte. In diesem ersten Bieler Powerplay verhinderte Gilles Senn das 0:1 mit einer Glanzparade nach einem Schuss von Marc-Antoine Pouliot (7.) Knapp fünf Minuten später musste sich der HCD-Goalie dann aber nach einem Schuss von Robbie Earl doch erstmals geschlagen geben. Die Davoser bekundeten grosse Mühe, ins Spiel zu finden. Bis zur 19. Spielminute lautete das Schussverhältnis 4:11. Erst in der Schlussphase des Startdrittels gelang den Platzherren die erste Druckphase. Die beste Chance zum Ausgleich verpasste dabei Samuel Walser.

Die Davoser nahmen den Schwung ins Mitteldrittel mit. Dino Wieser reagierte auf einen Abpraller nach einem Schuss von Claude-Curdin Paschoud entschlossen; der angeschlagene Flügelstürmer, der im letzten Match gefehlt hatte, glich zum 1:1 aus (23.). Die Hoffnungen der Davoser dauerten aber nur 140 Sekunden. Dann schlug HCD-Schreck Toni Rajala nach einem idealen Steilpass von Kevin Fey zu. Es war bereits der sechste Treffer des Bieler Goalgetters in der laufenden Playoff-Serie. Die mit viel Selbstvertrauen abgeklärt agierenden Gäste spulten ihr Programm in der Folge souverän ab. Sie kontrollierten das Spielgeschehen und gewannen auch den Grossteil der Zweikämpfe. So setzten sie sich vor dem dritten Treffer so lange in der Davoser Abwehrzone fest, bis Mauro Dufner freistehend einschiessen konnte (36.). Als Earls mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend und gleichzeitig seinem zweiten überhaupt in dieser Serie den Vorsprung 144 Sekunden später auf 4:1 erhöhte, war der Match bereits vor der zweiten Pause entschieden. Samuel Walser sorgte mit dem 4:2 (45.) zwar noch für ein akkustisch stimmungsvolles Schlussdrittel, mehr Zählbares brachten die Bündner aber nicht mehr zustande.

Das Playoff-Aus bereits im Viertelfinal kam für Davos nicht Überraschend. Bereits in der durchzogenen Qualifikation hatten die Bündner 14 Punkte weniger geholt als Biel und schon in der Regular Season immer wieder grosse Lücken im Defensivspiel offenbart. Diese Abwehrschwächen setzten sich fort. Gegen die stilsicheren Bieler überraschte der HCD zwar mit einem 5:2-Auswärtserfolg nach einem 0:2-Rückstand beim Playoff-Auftakt. Doch dann verpasste es das Team von Arno Del Curto, im ersten Heimspiel nachzudoppeln, was zumindest auf psychologischer Ebene wohl einiges hätte bewirken können.

Telegramm: Davos ­ Biel 2:5 (0:1, 1:3, 1:1)

Vaillant Arena, Davos. – 4512 Zuschauer. – SR Stricker/Urban, Obwegeser/Kovacs.

Tore: 12. Earl (Fuchs, Fey) 0:1. 23. Dino Wieser (Weder, Paschoud) 1:1. 25. Rajala (Fey, Wetzel) 1:2. 36. Dufner (Tschantré, Earl) 1:3. 39. Earl (Fuchs) 1:4. 45. Walser (Rödin) 2:4. 59. Fuchs (Diem, Jecker/Ausschluss Corvi) 2:5.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Davos, 2mal 2 Minuten gegen Biel.

Davos: Senn; Nygren, Barandun; Du Bois, Paschoud; Heldner, Jung; Buchli; Rödin, Corvi, Descheneau; Marc Wieser, Walser, Kousal; Simion, Egli, Dino Wieser; Aeschlimann, Weder, Portmann; Eggenberger.

Biel: Hiller; Jecker, Forster; Kreis, Fey; Lofquist, Steiner; Dufner; Pouliot, Pouliot, Pedretti; Tschantré, Fuchs, Earl; Neuenschwander, Diem, Fabian Lüthi; Schmutz, Sutter, Wetzel; Joggi.

Bemerkungen: Davos ohne Little, Kindschi, Jörg, Forrer, Jäger (alle überzählig), Ambühl, Kessler, Lindgren, Schneeberger und Frehner (alle verletzt), Biel ohne Maurer (gesperrt) und Micflikier (überzähliger Ausländer). Timeout Biel (46.).

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