Das letzte Saisontor zum Abschied

Auf besondere Weise hat sich Samuel Walser vom HC Davos verabschiedet: Der 25-jährige Center erzielte das letzte Saisontor für den Schweizer Rekordmeister. Nach fünf Jahren in Davos erhofft sich Walser durch seinen Transfer bei Fribourg-Gottéron neuen Schwung.

Es geschah am 22. März dieses Jahres, kurz nach 22 Uhr in der Vaillant Arena. Samuel Walser verkürzte im sechsten Playoff-Viertelfinalspiel gegen Biel nach 44:26 Spielminuten auf 2:4. Es war nicht nur der letzte Saisontreffer von Davos, sondern gleichzeitig auch das letzte Tor von Samuel Walser für den HCD. „Mir wäre es lieber gewesen, ich hätte diesen Treffer nicht erzielt und wir wären stattdessen in den Halbfinal gekommen“, sagt der 25-jährige Mittelstürmer. Persönlich sei es für in aber schon speziell, dass er Davos mit diesem Tor verlasse, ergänzt Walser und gesteht weiter: „Die ersten paar Tage nach dem Meisterschaftsende habe ich Mühe gehabt und mit mir gekämpft, dass nun Schluss mit meiner HCD-Zeit ist.“ Inzwischen habe sich das Ganze etwas gesetzt, und er gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge weg von Davos in Richtung Freiburg. Walser blickt „auf ingesamt gute fünf Jahre beim HCD“ zurück, freut sich jetzt aber gleichzeitig auf neue Herausforderungen bei Fribourg-Gottéron.

Eine Riesen-Ehre

Als 20-Jähriger hatte der talentierte Mittelstürmer 2013 von den Kloten Flyers nach Davos gewechselt. „Für mich war es eine Riesen-Ehre, die HCD-Farben zu tragen und zu vertreten. Denn Davos ist eine Riesen-Name in der ganzen Schweiz; das weiss jeder bald einmal, der Eishockey zu spielen lernt“, sagt Walser. Die beachtliche sportliche Bilanz seiner fünf HCD-Jahre beinhaltet einen Schweizer Meistertitel, drei weitere Male den Vorstoss in die Playoff-Halbfinals und nun zuletzt erstmals das Aus im Playoff-Viertelfinal. Dazu brachte es Walser mit Davos in der Saison 2015/16 in der Champions League bis in die Halbfinals. Und via HCD schaffte er die Selektion für die A-WM 2016 in Moskau.

Beim HCD habe er viel gelernt, bemerkt Walser. Er habe in allen Bereichen zugelegt. Speziell erwähnt der 1,90 Meter grosse und 95 Kilogramm schwere Center seine Fortschritte im Skatingbereich. „Kloten ist bekannt als läuferisch gute Mannschaft, auch jetzt noch. Aber der HCD hat noch etwas mehr Power.“ Weiter hebt er das Schusstraining mit Michel Riesen hervor. Das habe allen viel gebracht.

Der Karriere einen neuen Kick geben

Die fünf Jahre HCD bereue er „sicher nicht. Ich bin froh, damals diesen Entscheid getroffen zu haben“, sagt Walser. Zuletzt habe er aber gemerkt, „dass die Zeit für etwas Anderes gekommen ist. Ich bin am Stagnieren und möchte meiner Karriere mit einem Klubwechsel einen neuen Kick geben.“ Die neue Herausforderung nimmt der Stürmer beim HC Fribourg-Gottéron an. Fribourgs Sportchef Christian Dubé hatte sein Interesse bei Walser bereits vor zwei Jahren bekundet, als der Center seinen Vertrag dann nochmals beim HCD verlängerte. Jetzt folgt er Dubés Ruf nach Freiburg. Walser sagt, das Gesamtpaket beim künftigen Arbeitgeber habe ihn beeindruckt – der Stadionumbau, das meist volle Haus bei den Heimspielen und vor allem natürlich die sportlichen Perspektiven mit einem guten Team für die nächste Saison. Persönliches Steigerungspotenzial ortet der Stürmer, der im Juni 26-jährig wird, in verschiedenen Belangen. „Ich muss torgefährlicher und als Skorer konstanter werden, mehr kanadisch mit mehr direktem Zug aufs gegnerische Tor und eventuell auch etwas eigensinniger auftreten“, bemerkt Walser. „Aber auch im Defensivverhalten will ich mich verbessern. Ich möchte neue taktische Sachen lernen, fit sein und nochmals richtig angreifen.“

Stolz aufs Nati-Aufgebot

Die aktuelle Saison hat Walser übrigens noch nicht abgeschlossen. Diese Woche bestreitet er mit der Schweizer Nationalmannschaft zwei WM-Vorbereitungsspiele gegen Weissrussland in La Chaux-de-Fonds und Lausanne – genau so wie mit Joren van Pottelberghe, Gilles Senn, Claude-Curdin Paschoud, Enzo Corvi und Dario Simion noch fünf weitere HCD-Spieler. „Es ist immer schön, für die Nati anzutreten. Mich erfüllt es mit Stolz, für die Schweiz spielen zu dürfen“, sagt Walser. Der schönste Saisonabschluss wäre es für ihn natürlich, wenn er die Schweizer Farben auch im Mai an der A-WM in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen tragen dürfte.