Das perfekte Wochenende

Im Vergleich zum ausgezeichneten Match in Zug nahm HCD-Trainer Arno Del Curto in seiner Mannschaft eine Änderung vor. Er gewährte Robert Kousal eine Pause und setzte an Stelle des Tschechen erstmals Ahren Spylo ein.

Der kanadisch-deutsche Doppelbürger hatte vor zehn Jahren bereits einmal 17 Partien für Davos bestritten, damals noch unter dem Namen seiner Mutter und folglich als Ahren Nittel. In der Schweiz schaffte er sich später als Ahren Spylo (sein Vater heisst Andrew Spylo) beim EHC Biel einen Namen als Goalgetter. Der mittlerweile 33-Jährige stürmte von 2010 bis 2016 für die Seeländer.

In dieser Saison war Spylo vertragslos, ehe er sich vor gut zwei Wochen dem HCD anschloss. Ohne Spielpraxis seit Frühling des vergangenen Jahres verwunderte es nicht, dass der Stürmer am Sonntag bei seinem Debüt beziehungsweise Comeback beim HCD noch Mühe bekundete, sich im Davoser Spielsystem zurechtzufinden. Er offenbarte auch läuferische Defizite und zeigte wenig Interesse an harter, konsequenter Defensivarbeit. Dafür demonstrierte er seine bekannten stocktechnischen Qualitäten und seinen Torriecher. Extraklasse war sein Treffer zum 2:1. Da vernaschte er zuerst die beiden Ambri-Verteidiger Franco Collenberg und Michael Ngoy, worauf er auch noch Torhüter Sandro Zurkirchen aus spitzem Winkel brillant versetzte.

HCD-Coach Arno Del Curto nutzte den Match gegen Ambri, um Spylo neben verschiedenen Mitspielern und auch im Powerplay zu testen und zu beobachten. Die diversen Umstellungen während der Partie waren dem Spielfluss der Bündner generell nicht förderlich. Nach dem starken Auftritt am Samstagabend beim 5:3-Sieg in Zug waren die Davoser aber auch wieder zu verspielt und zu wenig zielstrebig. Aufgrund der Torchancen hätten sie die Begegnung gegen Ambri früh für sich entscheiden können. Stattdessen mussten sie bis zur Schlusssirene um die drei Punkte bangen. Kurz vor Spielende verhinderte HCD-Goalie Gilles Senn den Ausgleich mit einer Glanzparade gegen Lukas Lhotak.

Claude-Curdin Paschoud hatte die Davoser mit seinem ersten Saisontreffer, einem platzierten Weitschuss, in Führung gebracht (11.), Spylo danach den Vorsprung erhöht (26.). Noch in der gleichen Spielminute verkürzte Adrian Lauper den Rückstand. Und Sven Jung lenkte kurz fünf Minuten später den Puck unglücklich zum Ausgleich ins eigene Tor ab. Für die Entscheidung sorgte Marc Wieser mit seinem 20. Saisontor. Nach einem genialen Steilpass von Beat Forster trickste er Zurkirchen überragend aus.

Telegramm: Davos – Ambri-Piotta 3:2 (1:0, 2:2, 0:0)

5694 Zuschauer. – SR Staudenmann/Stricker, Abegglen/Progin.

Tore: 11. Paschoud (Corvi, Schneeberger) 1:0. 26. (25:10) Spylo (Dino Wieser, Schneeberger) 2:0. 26. (25:52) Lauper (Hall) 2:1. 32. D’Agostini (Kamber, Zgraggen) 2:2. 40. (39:31) Marc Wieser (Forster, Heldner) 3:2.

Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Davos, 2mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta.

Davos: Senn; Du Bois, Kindschi; Heldner, Forster; Schneeberger, Paschoud; Jung, Rahimi; Ambühl, Ruutu, Kessler; Marc Wieser, Lindgren, Eggenberger; Spylo, Corvi, Dino Wieser; Simion, Walser, Jörg.

Ambri-Piotta: Zurkirchen; Zgraggen, Gautschi; Fora, Collenberg; Ngoy, Jelovac; D'Agostini, Emmerton, Pesonen; Guggisberg, Hall, Lauper; Duca, Fuchs, Monnet; Kostner, Kamber, Lhotak; Bianchi, Berthon.

Bemerkungen: Davos ohne Aeschlimann, Axelsson, Egli, Sciaroni (alle verletzt), Kousal (überzählig), Forrer, Portmann und Rampazzo (beim Partnerteam Thurgau). Ambri-Piotta ohne Mäenpää, Berger, Trunz (alle verletzt), Bastl (überzählig). 57. Timeout Ambri-Piotta. Ambri-Piotta ab 58:43 bis 59:54 ohne Goalie.

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