Das Stadionprojekt kommt in die heisse Phase

Ab kommendem Jahr soll das markante Eisstadion umfassend saniert sowie den neuesten Normen und Anforderungen
angepasst werden. Das Projekt, von dem der Ligaerhalt des HCD und die Zukunft des Spengler Cup abhängt, wäre 2020 abgeschlossen. Das geplante Investitionsvolumen beträgt über 25 Millionen Franken.

«Kann die Gemeinde Davos das überhaupt finanzieren? Diese Frage ist berechtigt – ganz besonders, wenn man sich vor Augen hält, woher wir kommen. Denn noch vor vier Jahren waren wir in keiner glücklichen Situation», meinte Tarzisius Caviezel, Landammann von Davos, am Donnerstagvormittag bei der Präsentation des Sanierungsprojektes für das Davoser Eisstadion. Heute stehe die Gemeinde in finanzieller Hinsicht sehr gut da. «Dank dieser Tatsache können wir grosse anstehende Investitionen – dazu zählt nicht nur das Eisstadion – finanzieren, ohne dass ein Schuldenanstieg befürchtet werden muss. Und das ist entscheidend», so Caviezel.

Gemeinde kann es sich leisten

Tatsächlich ist das nun vorgestellte Sanierungsprojekt mit einem Volumen von 25,55 Mio. Franken ein grosser Brocken, der vom zuständigen Landrat Simi Valär bei der Präsentation in eine Reihe mit grossen Würfen wie dem Spital oder der Kongresshauserweiterung gestellt wurde.

Wie der Landammann ausführte, sei die Ausgabe trotz ihrer Grösse durchaus zu stemmen. Immerhin seien in den Jahren 2014 bis 2016 bereits Vorfinanzierungen von 2 Mio. Franken jährlich getätigt worden und auch 2017 seien nochmals 2 Mio. dafür vorgesehen. Dieses Geld liege als liquide Mittel vor. Weiter sei beim Kanton ein Antrag für einen Beitrag von 5 Mio. Franken an systemrelevante Anlagen gestellt worden. Dieser sei zwar noch nicht bewilligt, es sehe aber sehr vielversprechend aus. Zusätzlich beabsichtige man, dem Anlagefonds über die nächsten zehn Jahre insgesamt 4 Mio. Franken zu entnehmen. Der verbleibende Rest der nötigen Investitionen will der Kleine Landrat laut Antrag ans Parlament aus den laufenden Erträgen und Cashflows der Jahre 2018 bis 2021 finanzieren. «Zur Not werden die in den Jahren ab 2013 aufgebauten flüssigen Mittel und Guthaben herangezogen», schreibt die Exekutive in der Weisung an den Grossen Landrat.

Dass im Bereich des Davoser Eisstadions etwas passieren muss, daran liessen die Zuständigen von Gemeinde, HCD und Spengler Cup am Donnerstagvormittag keinen Zweifel. Einerseits, so der Landammann, müsse man in den nächsten Jahren ohnehin in den Bau investieren. Andrerseits stehe bei einer Reduktion der Investitionen auf ein Minimum einfach zu viel auf dem Spiel. Aufgrund neuer Brandschutzvorschriften würden dann rund 2500 Sitzplätze – also rund ein Drittel – wegfallen. Dadurch falle die Zahl unter die von der Liga geforderte Platzzahl von mindestens 5000. Das bedeute, dass der HCD nicht in der Nationalliga A verbleiben könnte. Ausserdem würde die Sitzplatzreduktion einen gravierenden Einnahmeverlust besonders während des Spengler Cup bedeuten, sodass dieser Anlass aus finanziellen Gründen wohl nicht mehr stattfinden könnte.

Entscheidend für NLA und Spengler Cup

Vor diesen beiden Folgen warnte nicht nur der Landammann, sondern auch HCD-Präsident Gaudenz F. Domenig und Marc Gianola, OK-Präsident des Spengler Cup. «Der HCD ist heute ein KMU, das eine hohe Wertschöpfung generiert und darum für die Wirtschaft in Davos sehr wichtig ist» betonte Domenig. Das würde sich bei einem Abstieg aus der Nationalliga A indes sehr schnell ändern, meinte er. Dazu stehe auch die Stellung des HCD im Bereich der Nachwuchsförderung auf dem Spiel. Und Gianola gab zu bedenken, dass nur ein attraktiver Spengler Cup die bisherigen Zahlen sicherstellen könne. Die heutigen Verhältnisse, in denen Trainer beispielsweise in Baucontainern untergebracht werden müssten, sei kaum geeignet, internationale Topteams auch in Zukunft nach Davos zu locken. Dabei seien es just solche Teams, welche die Attraktivität ausmachten.

Das vom Architekten Daniele Marques aus Luzern vorgestellte Projekt sieht eine Verschiebung der Platzzahl hin zu mehr Sitzplätzen vor. Im Meisterschaftsbetrieb würde die Zahl der Stehplätze dadurch von knapp 3400 auf 2300 sinken. Wie Domenig ausführte, bedeute dies aber keineswegs einen Nachteil. Heute seien Sitzplätze gefragt, ausserdem sei der Stehplatzbereich im Meisterschaftsbetrieb in den letzten Jahren eigentlich nie ausverkauft gewesen. Insgesamt sinkt die Platzzahl in der sanierten Halle vor allem aus Gründen der Brandsicherheit von 6800 auf 6577 im Meisterschaftsbetrieb und von 6300 auf 6297 während des Spengler Cup. Dafür soll es einen zentralen Eingang im Norden (sowie einen für Gäste im Süden), eine Verbindung der vier Bereiche Nord, Ost, Süd und West, eine moderne Infrastruktur, mehr Catering-Stationen und ein zusätzliches Restaurant geben. Ausserdem ist eine enge Anbindung der vom HCD geplanten Trainingshalle im Bereich des heutigen Ausseneisfeldes geplant.

Der Zeitplan sieht vor, dass nach einer Annahme des Projekts 2018 mit den Arbeiten begonnen würde. Sie wären auf den Beginn der Saison 2020/21 abgeschlossen und würden nur jeweils im Sommer und Herbst laufen, den Spielbetrieb also kaum tangieren.

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