Davos gewinnt trotz Forsters Jubiläumstor

Arno Del Curto, dem in Biel drei der vier Stamm-Center fehlten, war gezwungen eine komplett neue Linienzusammenstellung vorzunehmen. So setzte er Verteidiger Noah Schneeberger, der nach überstandener Knieverletzung sein Comeback gab, als Mittelstürmer ein. Gleichwohl gelang dem HCD nach einem mässigen ersten Drittel ein Steigerungslauf der 3 Punkte einbrachte.

Ein Spieler stand an diesem Abend besonders im Rampenlicht. Beat Forster, der im Sommer nach neun Saisons von Davos nach Biel gewechselt hatte, traf mit seinem neuen Verein erstmals auf seine Ex-Kollegen. Und Forster sollte tatsächlich eine Hauptrolle in diesem Spiel einnehmen.

Davos startete gut in diese Partie. Von einer Unsicherheit nach dem Aus in der Champions League war zu Beginn der Partie nichts zu spüren. In der 3. Minute hätte der HCD sogar in Führung gehen können. Dino Wieser hatte mustergültig Sciaroni bedient, der allerdings nur den Pfosten traf. Danach bekam Davos die erste Strafe aufgebrummt, es sollte nicht die Letzte sein. Trotz gutem Boxplay der Bündner und einem sicheren Joren van Pottelberghe im Kasten änderte das Spiel nun sein Gesicht. Biel drängte die Davoser jetzt öfters in die Defensive, van Pottelberghe war deutlich mehr beschäftigt als sein Gegenüber Hiller. Richtig zwingende Torchancen konnte sich das Heimteam aber nicht erspielen. Kurz vor der ersten Sirene war es dann wieder der HCD, der durch Little beinah entgegen dem Spielverlauf in Führung gehen konnte. Biels Goalie Jonas Hiller verhinderte dies aber mit einem Wahnsinnsreflex.

Deutliche Steigerung ab dem 2. Drittel

Ab Beginn des zweiten Abschnitts kehrten aber die Verhältnisse auf dem Eis erneut. Davos kam immer besser in Fahrt. Nun waren es die Bieler, die mehrheitlich mit Defensivaufgaben beschäftigt waren. Es war wohl eine Laune der Hockeygötter, dass beim Davoser Führungstreffer in der 26. Minute durch Andres Ambühl ausgerechnet Beat Forster auf der Strafbank sass. Forster hatte 40 Sekunden zuvor den schnellen Ambühl nur noch mit illegalen Mitten bremsen können und der HCD nutzte dieses Überzahlspiel. Umstritten war dann der zweite Treffer der Davoser in der 33. Minute. Schneeberger hatte mit einem Traumpass Broc Little steil angepielt und dieser liess Hiller im 1 gegen 1 keine Abwehrchance. Biel Trainer McNamara wollte aber ein Offside gesehen haben und nahm eine Coach's Challenge. Nach längerem Videostudium entschieden die Linesman aber auf Tor und der HCD lag nach 40 Minuten mit 2:0 vorne.

Forster mit seinem 100. NL-Treffer, der zu spät kam

Im letzten Abschnitt verstärkte Biel seine Angriffsbemühungen und konnte in der 48. Minute durch Kreis im Powerplay verkürzen. Als aber Marc Wieser nur 150 Sekunden später die Zweitoreführung wieder herstellte, war die Partie gelaufen. Biel kam zwar noch zum Anschlusstreffervo durch Beat Forster, der 45 Sekunden vor Spielende sein 100. Tor in der höchsten Spielklasse realisierte. Zu mehr reichte es dem Heimteam aber nicht mehr. Ein ab dem zweiten Drittel tonangebender HC Davos kam zu einem wichtigen und verdienten 3:2-Sieg.

Telegramm: Biel - Davos 2:3 (0:0, 0:2, 2:1)

Tissot-Arena, 5375 Zuschauer. - SR Koch/Wehrli, Abegglen/Altmann.

Tore: 27. Ambühl (Egli, Du Bois/Ausschluss Forster) 0:1. 34. Little 0:2. 49. Kreis (Schmutz/Ausschluss Du Bois) 1:2. 51. Marc Wieser (Jörg) 1:3. 60. (59:15) Forster (Fey, Earl) 2:3. - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Biel, 8mal 2 Minuten gegen Davos. 

Biel: Hiller; Fey, Forster; Dufner, Kreis; Steiner, Jecker; Hächler; Schmutz, Fuchs, Pedretti; Nussbaumer, Earl, Rajala; Micflikier, Diem, Pouliot; Fabian Lüthi, Joggi, Wetzel; Sutter.

Davos: Van Pottelberghe; Du Bois, Barandun; Nygren, Aeschlimann; Kindschi, Grossniklaus; Forrer, Paschoud; Simion, Egli, Little; Marc Wieser, Ambühl, Jörg; Kessler, Schneeberger, Eggenberger; Sciaroni, Walser, Dino Wieser.

Bemerkungen: Biel ohne Lofquist (überzähliger Ausländer), Neuenschwander, Maurer, Valentin Lüthi (alle verletzt) und Tschantré (geschont), Davos ohne Kousal (krank), Lindgren, Heldner, Corvi und Jung (alle verletzt). - 49. Timeout Davos, von 58:45 bis 59:15 und ab 59:23 ohne Torhüter.

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