Davos hat mich stark geprägt

Fabian Heldner ist erst 22, hat aber schon fünf Jahre in der ersten Mannschaft des HCD gespielt. Jetzt wechselt der bodenständige, stämmige Verteidiger nach Lausanne, wo er hofft, nach seiner „guten Zeit in Davos“ sportlich den nächsten Schritt machen zu können.

„Ganz klar. Ich bereue nichts und würde den gleichen Weg nochmals einschlagen“, sagt Fabian Heldner. Nach fünf Jahren beim HCD wechselt der 1,93 Meter grosse und 95 Kilogramm schwere Verteidiger zu Lausanne. In Davos bleibt der Walliser als kampfstarker, solider, ehrlicher Defensivspieler in Erinnerung, der sich wohl so oft in gegnerische Schüsse geworfen und den Puck geblockt hat wie kein anderer HCD-Spieler im selben Zeitraum.

Helder wechselte nach diversen Telefonanrufen des damaligen HCD-Talentspähers Bruno Aegerter im Januar 2014 als 17-Jähriger vom EHC Visp nach Davos. „Ich absolvierte ein Probetraining. Arno Del Curto sagte darauf, ich könne kommen, und dann ging es recht schnell“, erinnert sich der Verteidiger. Sein Einstieg im Davoser Fanionteam verlief steil. In der Saison 2014/15 absolvierte Heldner gegen Ende der Regular Season seine ersten neun Partien in der obersten Spielklasse, anschliessend jedoch gleich zwölf Playoff-Partien auf dem Weg zum Meistertitel. „Alles ging extrem schnell. Plötzlich war ich Schweizer Meister; ich konnte es gar nicht richtig verarbeiten, das war unglaublich“, meint er rückblickend.

Forster als Lehrmeister

Heldner bildete seit seinem Debüt beim HCD gemeinsam mit Beat Forster ein Verteidigerpaar, bis dieser im Frühling 2017 zu Biel wechselte. „‘Fösche‘ war für mich eine riesige Unterstützung. Von ihm lernte ich sehr viel“, bemerkt Heldner. „Für mich als junger Spieler war Forster genial. Er machte es sich zur Aufgabe, mich wie ein zweites Bein neben dem Trainer auszubilden. Er half mir extrem, ins Nationalliga-Spiel zu finden. Seine ruhige Art kam mir entgegen. Wir redeten viel; er gab mir unzählige wertvolle Tipps“, so Heldner.

Eine Riesenentwicklung

Rückblickend spricht der Walliser von einer „guten Zeit in Davos. Während der fünf Jahre vollzog ich eine Riesenentwicklung. Davos hat mich geprägt, sowohl menschlich wie auch als Eishockeyspieler. Es geschah das, was ich anstrebte, als ich als 17-Jähriger das Elternhaus in Eyholz, einem Ortsteil der Gemeinde Visp, verliess.“ Als sportliche Höhepunkte nennt der stämmige Verteidiger natürlich den Meistertitel, aber auch den Weg bis in den Halbfinal der Champions League in der folgenden Saison. „Das waren coole Erfahrungen“, so Heldner.

Als „rechts schwierig“ bezeichnet er die beiden letzten Spielzeiten mit dem HCD ein. Die Saison 2017/18 war für ihn wegen eines Überbeins im Knie aufgrund einer Wachstumsstörung im wahrsten Sinn des Wortes sehr schmerzhaft. Wegen einer Operation verpasste er mehr als einen Drittel der Qualifikation. Und die abgelaufene Saison war für ihn wie für die ganze HCD-Mannschaft „ nicht einfach, ja hart, eine grosse Enttäuschung.“ Sein einziger Trost: „Seit langem konnte ich wenigstens wieder ohne Schmerzen spielen.“

Zwei Jahre bei Lausanne unterschrieben

Es war denn auch nicht die sportliche Enttäuschung, sondern das Bauchgefühl, das Heldner bewegte, den HCD zu verlassen. „Ich brauche etwas Anderes, ein neues Umfeld, eine Luftveränderung, frischen Wind und eine neue Herausforderung für den nächsten Schritt“, sagt er. Beim HCD brachte es der Verteidiger zu seinen ersten elf Länderspielen und so zumindest ins Vorzimmer der Nationalmannschaft. Nach Gesprächen mit verschiedenen Klubs unterschrieb Heldner für zwei Jahre bei Lausanne. „Ich bin vom Lausanne Trainerstaff überzeugt und habe gehört, wie sie dort arbeiten“, bemerkt Helder. Und dann ist der bodenständige Bergler erst noch wieder näher bei seinem ursprünglichen Zuhause im Oberwallis.

Kommentare