Davos Hockey Summit statt Champions League Final

Haarschaf hat der HC Ocelari Trinec in der Champions League den Finaleinzug wegen einer Niederlage im Penaltyschiessen verpasst. Umso motivierter kommt der tschechische Spitzenklub Mitte Februar ans internationale Eishockeyturnier Hockey Summit nach Davos – und mit einem ehemaligen HCD-Stürmer an der Bande.

Ocelari Trinec gehört nicht zu den Schwergewichtigen im tschechischen Eishockey. Den bislang einzigen Meistertitel sicherte sich der Klub, der ganz im Osten des Landes im Dreiländereck zu Polen und der Slowakei beheimatet ist, im Jahr 2011. 2015 scheiterte Trinec im Playoff-Final an Litvinov. Danach kam es zwei Mal nicht über den Playoff-Viertelfinal hinaus, vor einem Jahr als Zweiter nach der Qualifikation. In der laufenden Landesmeisterschaft figuriert Trinec erneut unter den ersten Verfolgern von Spitzenreiter Pilsen.

Trinecs Trainer im Davoser Meisterteam

Trainer von Trinec ist ein in Davos alter Bekannter: Vaclav Varada. Der Stürmer spielte in der Meistersaison 2006/07 für den HCD und gewann mit den Bündnern den Spengler Cup. In den Jahren 2000 und 2005 war er mit Tschechien Weltmeister geworden. Vor seinem Engagement in Davos hatte Varada 580 Partien in der National Hockey League für die Buffalo Sabres und die Ottawa Senators bestritten und 1999 mit Buffalo den Stanley-Cup-Final erreicht. Bei Trinec ist er seit 2010 tätig. Gleich in seiner ersten Saison gewann er als Spieler die Landesmeisterschaft. Nach der Aktivkarriere wechselte Varada 2014 bei Trinec in den Staff. Seit letzten Sommer ist er als Headcoach des Fanionteams tätig.

Für Schlagzeilen sorgten Varada und seine Mannschaft in der laufenden Saison auf internationaler Ebene. Die Mannschaft stiess in der Champions League bis in die Halbfinals vor. Den Einzug ins Endspiel verpasste sie hauchdünn, weil sie nach je einer 2:4-Auswärtsniederlage und einem 4:2-Heimsieg gegen die Finnen aus Jyväskylä das Penaltyschiessen verlor.

Torhüter Hrubec mit imposanten Zahlen

Besonders bitter war das Scheitern in letzten Moment für Trinecs Torhüter Simon Hrubec. Der 26-Jährige zeigte in der Champions League derart beeindruckende Leistungen, dass er es in diesem europäischen Wettbewerb unter die drei Kandidaten für den MVP-Titel (wertvollster Spieler) schaffte. Hrubec bestritt für Trinec zehn der elf Champions-League-Partien und verlor eine einzige. In den zehn Spielen liess er nur elf Gegentreffer zu. Hrubec parierte insgesamt 267 gegnerische Schüsse, was ihm die imposante Savety-Quote von 96,19 Prozent eintrug. Er absolviert zurzeit seine fünfte Saison für Trinec, davon seine vierte als Nummer-1-Torhüter. Für Aufsehen hatte Hrubec bereits in der Saison 2014/15 gesorgt. Damals realisierte er in der Champions League im Gruppenspiel gegen Bern beim 7:0-Kantersieg von Trinec seinen ersten Shutout. Letzte Saison erreichte Hrubec in der tschechischen Extraliga in 41 Qualifikationspartien einen Gegentreffer-Durchschnitt von nur 1,97 Toren pro Spiel. Sieben Begegnungen beendete er mit einem Shutout.

Lukas Krajicek und Martin Ruzicka

Bekannteste Feldspieler bei Trinec sind Lukas Krajicek und Martin Ruzicka. Captain Krajicek bestritt als Verteidiger 362 NHL-Partien für die Florida Panthers, die Vancouver Canucks, Tampa Bay Lightning und die Philadelphia Flyers, ehe er 2010 zu Trinec wechselte und auf Anhieb Meister wurde. Anschliessend spielte er fünfeinhalb Jahre für Dinamo Minsk in der KHL, ehe er Mitte der letzten Saison zu Trinec zurückkehrte.

Ruzicka trägt abgesehen von zwei Abstechern in die KHL seit 2009 die Farben von Trinec. Als das Team 2011 tschechischer Meister wurde, war der Flügelstürmer mit 17 Treffern in 18 Playoff-Partien die überragende „Tormaschine“ Zwei Jahre später sorgte er mit mit 40 Toren und insgesamt 83 Skorerpunkten in 52 Qualifikationsspielen für einen weiteren Eintrag in die Rekordbücher. Ruzicka gewann 2010 mit Tschechien auch WM-Gold.

Kommentare