Davos mit Befreiungsschlag

Nach hartem Kampf und einem 0:2-Rückstand bis zur 36. Minute hat der HC Davos gegen Lugano doch noch gewonnen. Den entscheidenden Treffer für die Bündner erzielte Enzo Corvi im Penaltyschiessen. Zuvor hatten Gregory Sciaroni, Marc Wieser und Robert Kousal für die Bündner getroffen.

Erstmals in dieser Saison standen Del Curto mit Ausnahme von Perttu Lindgren, der nur die ersten fünf Meisterschaftsspiele bestritt, sämtliche Spieler zur Verfügung. Mit Anton Rödin, Enzo Corvi und Broc Little bildete der HCD-Trainer einen Paradesturm, der in dieser Formation zuvor noch nie gespielt hatte. Dieses Trio sorgte im Startdrittel denn auch für die gefährlichsten Situationen vor dem Lugano-Tor. Im ersten Powerplay verpasste Little den Führungstreffer (6.), in der 17. Minute Corvi den Ausgleich. Den einzigen Treffer im Startdrittel hatte Gregory Hofmann für die Gäste erzielt (9.). Die Davoser verzeichneten zwar deutlich mehr Schüsse (12:6), kamen gegen die gut postierte Defensive der Tessiner aber nur selten in wirklich gute Abschlusspositionen. Zudem überzeugte Lugano-Goalie Elvis Merzlikins mit einem guten Stellungsspiel und sicheren Paraden. Ganz heiss wurde es für die Platzherren in der Schlussphase des Startdrittels. 113 Sekunden vor der ersten Pause kassierte Dino Wieser zwei Strafminuten wegen Behinderung und der HCD gleichzeitig noch eine kleine Bankstrafe wegen angeblichen Reklamierens. Mit aufopferndem Kampf hielten sich die Bündner aber schadlos.

Davos war auch um Mittelabschnitt mehr im Scheibenbesitz als die Tessiner. Gleichwohl erhöhte Lugano auf einfache Art seinen Vorsprung: Nach einem Rückpass von Jani Lajunen bezwang der völlig freisehende Hofmann HCD-Goalie Gilles Senn zum zweiten Mal (29.). Auf der Gegenseite schoss Rödin bei einem Solovorstoss knapp am Gästetor vorbei (31.). In der 36. Minute beendete Gregory Sciaroni dann endlich die Davoser Treffermisere. Dank energischem Nachsetzen spedierte er den Puck in Merzlikins Tormaschen. 108 Spielminuten und weitere 19 Sekunden hatten die Bündner auf diesen Treffer warten müssen. Letztmals hatte Marc Wieser am 2. Februar in der Meisterschaft im Schlussdrittel gegen Ambri für den HCD getroffen. Die Davoser verloren jenen Match aber noch 2:3. Marc Wieser war es auch, der nun gegen Lugano nur 73 Sekunden nach Sciaronis Anschlusstor zum 2:2 ausglich.

Die beiden lange ersehnten Tore taten den Platzherren offensichtlich gut. Im dritten Drittel zeigte Robert Kousal jene Entschlossenheit, die man von ihnen zuvor vermisst hatte. Der HCD-Tscheche hämmerte den Puck ohne zu Zögern im Powerplay entschlossen zum 3:2 ins Tor. Pech hatten die Davoser in der 51. Minute: Nach langer Video-Konsultation anerkannten die Refs einen Treffer von Marc Wieser nicht, weil der Puck die rote Torlinie nicht in vollem Umfang überquert hatte. Das rächte sich: Maxim Lapierre nutzte die dritte Davoser Strafe im dritten Spielabschnitt zum 3:3. In der Verlängerung hämmerte Magnus Nygren den Puck an den Pfosten. Und Andres Ambühl scheiterte solo an Merzlikins. Im Penaltyschiessen traf dann nur Enzo Corvi. Senn wehrte vier Lugano-Penaltys souverän ab, und Lajunen schoss den Puck am Davoser Tor vorbei.

Vor der letzten Qualifikationsrunde schob sich der HCD mit den beiden Punkten aus dem Lugano-Match in der Tabelle auf Platz 5 vor. Als Gegner im Playoff-Viertelfinal kommen noch Zug, Biel oder Lugano in Frage. Lugano musste den gestrigen Match nicht nur wegen der Niederlage teuer bezahlen. Alessandro Chiesa fiel mit einem Achillessehnenriss aus, Damien Brunner mit einem Beinbruch und Bürgler mit einem Muskelfaserriss. Beim HCD schied Tino Kesser mit einer Knieverletzung vorzeitig aus.

Telegramm: Davos – Lugano 4:3 (0:1, 2:1, 1:1, 0:0) n.P.

Vaillant Arena, Davos. – 5773 Zuschauer. - SR Tscherrig/Wiegand, Gnemmi/Obwegeser.

Tore: 9. Hofmann (Ronchetti) 0:1. 29. Hofmann (Lajunen) 0:2. 36. Sciaroni (Walser, Dino Wieser) 1:2. 37. Marc Wieser (Ambühl) 2:2. 43. Kousal (Ausschluss Furrer) 3:2. 54. Lapierre (Bürgler, Cunti/Ausschluss Paschoud) 3:3.

Penaltyschiessen: Fazzini -, Rödin -; Klasen -, Paschoud -; Lajunen -, Corvi 1:0; Cunti -, Ambühl -, Hofmann -.

Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Davos, 5mal 2 Minuten gegen Lugano.

Davos: Senn; Nygren, Barandun; Du Bois, Kindschi; Schneeberger, Paschoud; Heldner, Jung; Rödin, Corvi, Little; Marc Wieser, Ambühl, Kousal; Simion, Egli, Kessler; Sciaroni, Walser, Dino Wieser.

Lugano: Merzlikins; Sanguinetti, Ronchetti; Chiesa, Ulmer; Wellinger, Furrer; Sartori; Brunner, Lajunen, Hofmann; Fazzini, Lapierre, Reuille; Bürgler, Cunti, Klasen; Walker, Morini, Reuille; Bertaggia.

Bemerkungen: Davos ohne Lindgren (verletzt), Jörg, Aeschlimann, Eggenberger und Forrer (alle überzählig), Lugano ohne Vauclair und Riva (beide verletzt), Etem (überzähliger Ausländer) sowie Johnston (noch ohne Spielberechtigung). – Verletzt ausgeschieden: 2. Chiesa (Achillessehnenriss), 18. Brunner (Beinbruch), 41. Kessler (Knieverletzung). 53. Du Bois (Prellung). 59. Bürgler (Muskelfaserriss). – 31. Timeout Davos. – 61. Pfostenschuss Nygren.

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