Davos trotzt Zug einen Punkt ab

Mit einer grossartigen kämpferischen Leistung, viel Spieldisziplin und einem überragenden Joren van Pottelberghe im Tor hat der HCD am Dienstagabend Leader Zug einen Punkt abgeluchst. Das entscheidende Tor für die Gäste zum 2:1 erzielte Sven Leuenberger nach 13 Sekunden in der Verlängerung. Für Davos hatte Dario Meyer getroffen.

Zu den bekannten sechs verletzten Spielern gesellte sich für den Zug-Match neu Andres Ambühl. Der HCD-Captain hatte sich am letzten Samstag gegen „Rappi“ einen Fuss verdreht. Möglicherweise fehlt er auch noch in den beiden Partien vom kommenden Wochenende. Der Ausfall eines weiteren Stürmers hatte zur Folge, dass Verteidiger Lorenz Kienzle auf der Flügelposition zum Einsatz kam. An Stelle von Goalgetter Aaron Palushai, der geschont wurde, gab Jesse Mankinen sein Debüt beim HCD. Der 28-jährgie Finne, der zuletzt in seiner Heimat für die Lahti Pelicans gespielt hatte, war am Sonntagabend in Davos eingetroffen. Am Montagvormittag trainierte Mankinen erstmals mit seinen neuen Teamgefährten. Gegen Zug bildete der 1,77 Meter grosse und 82 Kilogramm schwere Flügelstürmer gemeinsam mit Dario Meyer und Mattias Tedenby eine Linie.

Trotz der vielen Absenzen und mit drei jungen, noch unerfahrenen Verteidigern beschränkte sich der HCD nicht darauf, das Spiel der homogenen Zuger zu zerstören. Die Davoser spielten selber mutig und mit viel Engagement nach vorne. Daraus ergaben sich im Startdrittel nicht nur Vorteile bezüglich Schüssen (12:7), die Platzherren kamen auch zu einem deutlichen Chancenplus. Tedenby, Meyer, zweimal Luca Hischier und Fabrice Herzog scheiterten jedoch aus guten Abschlusspositionen am sicheren Zug-Goalie Leonardo Genoni. Und Tino Kessler schoss knapp am gegnerischen Gehäuse vorbei.

Im Mittelabschnitt steigerten die Zuger den Druck in der Offensive mit ihrem präzisen und schnellen Kombinationsspiel. Joren van Pottelberghe rückte immer mehr in den Mittelpunkt. Allein im zweiten Drittel wurde der HCD-Goalie von den Gästen mit 20 Schüssen eingedeckt. Die Davoser Defensive verfiel gleichwohl nie in Panik. Und die Platzherren nahmen jede Möglichkeit zu einem Gegenangriff war. Bezeichnend für den Kampfgeist der ganzen Mannschaft war Dario Meyers Führungstreffer. Der HCD-Center eroberte den Puck in der Mittelzone zurück, worauf er sich zielstrebig durchtankte und Genoni im zweiten Anlauf bezwang (35.). 90 Sekunden später fiel in der nun tempostarken Partie aber bereits der Ausgleich. Eric Thorell lenkte einen Querpass von Tobias Geisser unhaltbar ab.

Zu Beginn des dritten Drittels schienen die Zuger die Platzherren während einiger Minuten mit ihrer Angriffswucht beinahe zu erdrücken. Dann setzten aber auch die unerschrockenen Davoser wieder Nadelstiche. Marc Aeschlimann (49.) und Lorenz Kienzle (50.) verpassten den erneuten Führungstreffer äusserst knapp. Zur grossen Begeisterung der 5229 Zuschauer lancierten die beiden Mannschaften ein äusserst spektakuläres Finale, das in der Verlängerung seine Fortsetzung fand und so jeder Mannschaft einen Punkt einbrachte. Den zweiten sicherte dann Sven Leuenberger den Zugern. Nach nur 13 Sekunden in der Overtime bezwang er van Pottelberghe im zweiten Anlauf. Zu Recht wurde der HCD-Torhüter danach dennoch als bester Spieler seines Teams ausgezeichnet.

Davos - Zug 1:2 (0:0, 1:1, 0:0, 0:1) n.V.

Eisstadion Davos – 5229 Zuschauer. – SR DiPietro/Mollard, Fuchs/Obwegeser.

Tore: 35. Meyer 1:0. 36. Thorell (Lindberg, Geisser) 1:1. 61. (60:13) Leuenberger (Lindberg) 1:2.

Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Davos, 4mal 2 Minuten gegen Zug.

Davos: van Pottelberghe; Stoop, Jung; Nygren, Barandun; Heinen, Guerra; Buchli; Mankinen, Meyer, Tedenby; Marc Wieser, Lindgren, Hischier; Kessler, Marc Aeschlimann, Herzog; Kienzle, Egli, Frehner; Lutz.

Zug: Genoni; Schlumpf, Geisser; Thiry, Alatalo; Morant, Diaz; Zgraggen, Stadler; Klingberg, Kovar, Hofmann; Martschini, Lindberg, Thorell; Leuenberger, Senteler, Bachofner; Langenegger, Albrecht, Zehnder.

Bemerkungen: Davos ohne Ambühl, Bader, Baumgartner, Corvi, Du Bois, Paschoud, Dino Wieser (alle verletzt), Palushaj (überzählig) und Rantakari (nach dem Rücktransfer zum HCD für ein Spiel gesperrt). Zug ohne Martinsen (überzählig), Schnyder (verletzt) und Simion (krank). – Pfostenschüsse Leuenberger (19.) und Thorell (51.)

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