Davoser Einbruch im Mitteldrittel

Nach einem packenden Startdrittel und einer 1:0-Führung kassierte der HC Davos am Donnerstagabend im Kampf um den Gruppensieg gegen das Team Canada in einem schwachen Mittelabschnitt gleich drei Gegentore, die entscheidend für die 1:4-Niederlage waren. Nun kann es im Halbfinal zur Partie zwischen der Schweiz und dem HCD kommen.

Die Begegnungen der beiden Spengler-Cup-Erzrivalen Davos und Team Canada seien in der Regel „geile Spiele“, sagte Arno Del Curto vor dem 41. Aufeinandertreffen im Rahmen des Traditionsturniers. Der HCD-Coach versprach nicht zu viel. Beide Mannschaften forcierten vom ersten Bully an die Offensive und feuerwerkten in hohem Tempo und grosser Intensität, was das Zeug hielt. Nach dem ersten Drittel lautete die Schussstatistik bereits 19:18 zugunsten der Überseer. Kanadas Torhüter Kevin Poulin und sein Gegenüber im Davoser Tor Gilles Senn standen unter Dauerbeschuss. Doch nur Poulin musste einmal hinter sich greifen und den Puck aus dem Tor fischen. Gegen Sam Lofquists „Hammer“ war er chancenlos. Der Amerikaner schloss im Powerplay keine Kombination von Tomi Sallinen über Magnus Nygren erfolgreich ab (13.). Pech hatte Lofquist fünf Minuten später, als er den Puck an den Pfosten knallte.

Im Gegensatz zum Team Canada schaffte es der HCD im Mitteldrittel nicht mehr, die Partie im selben Tempo und mit der gleichen Intensität fortzusetzen wie in den ersten 20 Spielminuten. Die Kanadier übernahmen resolut das Spieldiktat. Der Ausgleich durch einen platzierten Weitschuss von Andrew Ebbett war die Folge (29.). Knapp zwei Minuten später  brachte der Bern-Kanadier im Powerplay sein Team in Führung. Del Curto reagierte postwendend mit einem Timeout. An der Spielkonstellation änderte sich jedoch wenig. Die Davoser bekundeten bereits bei der Angriffsauslösung Mühe, während die Gäste weiter powerten. Kurz vor der zweiten Pause erhöhte Zach Boychuk den Vorsprung auf 3:1, indem er im Powerplay den Puck nach einem Weitschuss von Maxim Noreau ins Davoser Tor ablenkte. Bei den Platzherren rächte es sich nun, dass sie im Startdrittel von vier Powerplay-Möglichkeiten nur eine genutzt hatten. Gnadenlos kam die drückende Überlegenheit der Kanadier im Mittelabschnitt im Schussverhältnis von 16:4 zum Ausdruck.

Im Schlussdrittel bäumten sich die Davoser nochmals auf (15:8 Schüsse). Sie versiebten aber gleich mehrere ausgezeichnete Möglichkeiten zum Anschlusstreffer, der nochmals Spannung in die Partie gebracht hätte. Selbst während 55 Sekunden in doppelter Überzahl brachten sie nichts Zählbares zustande. Mehr Kaltblütigkeit offenbarte Pierre-André Parenteau beim vierten Treffer der Kanadier.

Wegen der Niederlage trifft der HCD am Freitagabend im Viertelfinal auf Hämeenliina. Sollten die Bündner diese Partie gewinnen, kommt es am Samstagabend im Halbfinal zur ganz speziellen Begegnung zwischen dem Schweizer Nationalteam und dem HC Davos.

Team Canada – Davos 4:1 (0:1, 3:0, 1:0)

Vaillant Arena, Davos. – 6300 Zuschauer (ausverkauft). – SR Lemelin/Salonen (USA/Fi), Fluri/Kaderli (Sz).

Tore: 14. Lofquist (Nygren, Sallinen/Ausschluss Kelly) 0:1. 29. Ebbett (Sikura, Hickey) 1:1. 31. Ebbett (Boychuk, Thomas/Ausschluss Schneeberger) 2:1. 39. Boychuk (Noreau, D'Agostini/Ausschluss Dino Wieser) 3:1. 56. Parenteau (McIntyre) 4:1.

Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Team Canada, 3mal 2 Minuten gegen Davos.

Team Canada: Poulin; Noreau, Bartley; Hickey, Goloubef; Schultz, Davies; Petschenig; Raymond, Kelly, Thomas; Boychuk, Ebbett, Sikura; McIntyre, Parenteau, Lapierre; Hamilton, McClement, Evans, D‘Agostini.

Davos: Senn; Schneeberger, Paschoud; Lofquist, Nygren; Aeschlimann, Du Bois; Heldner, Jung; Ambühl, Sciaroni, Corvi; Kousal, Morin, Sallinen; Little, Simion, Buck; Kessler, Dino Wieser, Johansson.

Bemerkungen: Davos ohne Lindberg, Rödin, Jörg, Walser (alle verletzt), van Pottelberghe (Ersatztorhüter), Grossniklaus, Kindschi, Marc Wieser, Egli (alle überzählig). – 18. Pfostenschuss Lofquist. – 31. Timeout Davos.

 

Kommentare