Davoser Steigerungslauf nicht belohnt

So ärgerlich! 37 Sekunden vor Spielende verlor der HC Davos am Samstagabend das Heimspiel gegen die ZSC Lions mit 3:4. Nach einem schlechten Startdrittel hatten die Bündner zu einem grossen Steigerungslauf angesetzt. Im Schlussdrittel vergaben sie gleich mehrere Riesenchancen zum Sieg.

Nach dem ersten Drittel hatte noch nichts auf einen spannenden und intensiven Match hingewiesen. Während den ersten 20 Minuten diktierten die Zürcher das Tempo und das Spielgeschehen fast nach Belieben. ZSC-Goalie Niklas Schlegel musste erst nach fast zehn Minuten den ersten Davoser Schuss (von Félicien Du Bois) halten. Und die erste nennenswerte Davoser Torchance hatte Samuel Walser kurz vor der ersten Pause. Den Zürchern war ihr früher Führungstreffer von Topskorer Robert Nilsson nach nur 23 Sekunden zupass gekommen. Zudem waren die Gäste am Abend zuvor spielfrei, während die Davoser noch ihren intensiven Match in Lugano in den Knochen spürten.

Ab dem ersten Bully im Mittelabschnitt änderte sich die Spielkonstellation jedoch schlagartig. Nun waren die Davoser hellwach. Über totalen Kampf fanden sie ins Spiel. Jetzt drückten sie aufs Tempo, und mit ihrem energischen Forechecking störten sie die Lions früh in deren Spielaufbau. Du Bois nutzte gleich die erste ZSC-Strafe mit einem Weitschuss zum 1:1. Stark spielten aber auch die Gäste im Powerplay auf. Ronalds Kennins lenkte einen Weitschuss von Patrick Geering zur erneuten Führung ab. Und 34 Sekunden vor der zweiten Pause führte ein Ablenker von Fabrice Herzog, ebenfalls in Überzahl und erneut nach einem Schuss von Geering, zum 3:3. Zuvor hatten aber die Davoser Entschlossenheit und Effizienz demonstriert. Mauro Jörg nutzte einen Abpraller zum 2:2. Und Marc Wieser, der beste HCD-Torschütze, demonstrierte seine Treffsicherheit mit einem platzierten Weitschuss zum 3:2.

Im letzten Drittel entwickelte sich zur Freude der 6087 Zuschauer in der fast ausverkauften Vaillant Arena ein spektakulärer Schlagabtausch, in welchem beide Mannschaften die Entscheidung suchten. Die Davoser erspielten dabei ein deutliches Chancenplus. Aber selbst Routiniers wie Andres Ambühl oder Enzo Corvi brachten den Puck nicht am 22-jährigen Schlegel vorbei ins Zürcher Tor. Das sollte sich rächen. 37 Sekunden vor Spielende schoss Severin Blindenbacher die Gäste zum Sieg. Vorangegangen war ein unnötiger Puckverlust von Claude-Curdin Paschoud. Besonders bitter: Der 22-jährige HCD-Verteidiger hatte bis dahin eine ausgezeichnete Partie gezeigt. Nach wie vor um seine Form und Integration im Davoser Spiel mühte sich hingegen Ahren Spylo ab. Der Deutsch-Kanadier erhielt gegen die ZSC Lions den Vorzug gegenüber HCD-Topskorer Perttu Lindgren.

Telegramm: Davos – ZSC Lions 3:4 (0:1, 3:2, 0:1)

6087 Zuschauer. – SR Müller/Wiegand, Gnemmi/Progin.

Tore: 1. (0:23) Nilsson (Suter, Thoresen) 0:1. 23. Du Bois (Ambühl, Simion/Ausschluss Seger) 1:1. 28. Kenins (Geering, Suter/Ausschluss Forster) 1:2. 29. (28:10) Jörg (Simion, Corvi) 2:2. 32. Marc Wieser (Forster) 3:2. 40. Herzog (Geering, Rundblad/Ausschluss Schneeberger) 3:3. 60. (59:23) Blindenbacher (Wick, Kenins) 3:4.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Davos, 3mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions. -

Davos: Senn; Du Bois, Kindschi; Heldner, Forster; Schneeberger, Paschoud; Jung, Rahimi; Ambühl, Ruutu, Kessler; Marc Wieser, Kousal, Spylo; Simion, Corvi, Jörg; Portmann, Walser, Eggenberger.

ZSC Lions: Schlegel; Blindenbacher, Siegenthaler; Rundblad, Geering; Seger, Marti; Guerra; Phil Baltisberger; Nilsson, Suter, Thoresen; Pestoni, Shannon, Wick; Herzog, Schäppi, Kenins; Künzle, Trachsler, Hinterkircher.

Bemerkungen: Davos ohne Lindgren (überzähliger Ausländer), Sciaroni, Dino Wieser, Axelsson, Egli (alle verletzt), Aeschlimann, Forrer, Rampazzo (alle Partnerteam Thurgau). ZSC Lions ohne Sjögren (verletzt) und Chris Baltisberger (gesperrt). – Davos ab 59:54 ohne Goalie.

 

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