Davyd Baranduns U-20 WM-Abenteuer

Anstelle des Spengler Cup hat Davyd Barandun als einziger HCD-Spieler in der Altjahreswoche und zu Beginn des neuen Jahres mit der Schweiz die U20-WM in Vancouver bestritten. Der 19-jährige Verteidiger schwärmt von „einer grossen Sache“. Von der Verpflichtung Harry Witolinschs als HCD-Trainer erfuhr er aus dem Internet.

Davyd Barandun ist begeistert aus Kanada nach Davos zurückgekehrt. Er spricht von der U20-WM als „grosser Sache in der coolen Eishockeystadt Vancouver. In jedem Spiel sorgten sehr viele Fans für eine super Stimmung.“ Auch die Resultate stimmten aus Schweizer Sicht (fast immer). Mit einem 2:0-Sieg gegen Schweden sorgte das Team von Christian Wohlwend im Viertelfinal für eine grosse Überraschung. In den Medaillenspielen zerschlugen sich die Hoffnungen auf Edelmetall jedoch beim 1:6 gegen den späteren Weltmeister Finnland im Halbfinal und beim 2:5 gegen Russland im Spiel um Platz 3.

Läuferisch gehören wir zu den weltbesten Teams

Barandun spielte schon vor einem Jahr an der U20-WM (und damals in der selben Saison auch noch an der U18-WM). Bei den U20-ern war die Schweiz vor zwölf Monaten im Viertelfinal mit 2:8 an Kanada gescheitert. Die Kanadier bleiben dem Verteidiger aber auch aus Vancouver in Erinnerung. Der Davoser schied gegen die Überseer mit einer Muskelquetschung („Tomate“, Zitat Barandun) aus. Er kam deshalb im Viertelfinal gegen Schweden nicht zum Einsatz. Zu den Schweizer Auftritten an der jüngsten WM meint er: „Bei uns stimmte viel mehr als vor einem Jahr. Wir spielten unser Spiel – schnell und einfach. Läuferisch gehören wir ohnehin zu den weltbesten Teams. Diesen Trumpf nutzten wir in Vancouver.“ Chancenlos waren die Schweizer jedoch im Halbfinal gegen Finnland. „Da verpassten wir den Start total. Nach acht Minuten lagen wir schon 0:4 zurück“, bemerkt Barandun. „Auch gegen Russland gerieten wir im Startdrittel mit 0:2 in Rückstand. Ab dem Mittelabschnitt hatten wir mehr Schüsse und auch die besseren Torchancen, doch wir verwerteten diese nicht.“

Und was nahm der junge HCD-Verteidiger mit aus Vancouver? „Viele Erfahrungen fürs ganze Leben. Es war cool und speziell. In Vancouver sind alle eishockeybegeistert. Die Stadt hat ein schönes Zentrum, und auch der Hafen beeindruckt.“ Vor WM-Beginn sah das Schweizer Team die NHL-Partie zwischen den Vancouver Canucks und den Winnipeg Jets im Stadion. „Es war lässig, so was mal live zu beobachten“, so der 19-Jährige.

Keine Zeit zur Erholung

Barandun befand sich mit dem U20-Team bereits zur WM-Vorbereitung in Kanada, als der HCD nach dem Rücktritt Arno Del Curtos einen neuen Trainer suchte. Er habe das Geschehen via Medien im Internet verfolgt und so auch von der Verpflichtung von Harijs Witolinsch erfahren. Er habe vom neuen Trainer nur Gutes gehört, und das könne er jetzt auch bestätigen, nachdem er den Letten persönlich kennenlernte, meint Barandun. Viel Zeit hatte er allerdings noch nicht. Erst am Montag kehrte er in die Schweiz zurück. Am Dienstag stand vor der Abreise des HCD zum Meisterschaftsspiel nach Lausanne nur ein Warm-up auf dem Programm. Erst am Mittwochnachmittag erlebte Barandun sein erstes richtiges Training unter Witolinsch.

Sehr junges Abwehrduo

Die Partie in Lausanne verlor der stark ersatzgeschwächte HCD in Lausanne mit 3:5. 40 Minuten lang vermochten die Davoser das Geschehen offen zu halten, bis sie doch noch in die Niederlage schlitterten. Weil beim HCD mit Magnus Nygren, Claude-Curdin Paschoud und Lukas Stoop gleich drei erfahrene Verteidiger fehlten, bildete der 19-jährige Barandun zusammen mit dem nur ein Jahr älteren Dominic Buchli ein Abwehrpaar. „Fürs erste Spiel ging das recht gut. Für uns beide war es eine besondere Situation, weil wir früher schon bei den Elite-Junioren zusammen spielten. Etwas gewöhnungsbedürftig war für mich die Rückkehr aufs grössere Eisfeld im Vergleich zur Junioren-WM in Nordamerika“, bemerkt Barandun. Aufgrund der langen Verletztenliste beim HCD ist es durchaus möglich, dass Barandun und Buchli auch in den beiden Klassikern vom Wochenende – am Freitagabend um 19.45 Uhr zuhause gegen den SC Bern und am Sonntag in Zürich gegen die ZSC Lions – ein Abwehrduo bilden werden.

Tanz auf zwei Hochzeiten

Barandun, wurde in der Ukraine geboren. Als Vierjähriger kam er in die Schweiz nach La Punt. Beim EHC St. Moritz lerne er das Eishockey-ABC, ehe er mit 14 nach Davos zum HCD und ins Sportgymnasium wechselte. Das sei die perfekte Lösung für die parallele Ausbildung in Eishockey und Schule, sagt er. Zurzeit tanzt er auf zwei Hochzeiten. Mit dem HCD will er den Abstiegskampf erfolgreich führen und im Juni das Gymnasium mit der Matura erfolgreich abschliessen.