Den Sieg im Powerplay vergeben

Der HCD ist mit einer unnötigen Niederlage in die Meisterschaft gestartet. Zwei Mal machten die Bündner durch Andres Ambühl und Broc Little zwar einen Rückstand wett. Im Penaltyschiessen traf dann aber nur Zugs Neuzuzug Timothy Kast. Beide Gegentore verursachten die Davoser mit krassen Fehlpässen. Und im Schlussdrittel verpassten sie die Entscheidung im Powerplay.

4195 Zuschauer sahen in der Vaillant Arena eine für den Meisterschaftsstart recht intensive, schnelle und spannende Partie. Noch funktionierten die Automatismen nicht immer, was sich in Missverständnissen und Fehlpässen offenbarte. Fehler, welche vor allem der HCD teuer bezahlen musste.

Der erste Torjubel gehörte zwar Broc Little. Bereits nach 64 Sekunden traf der Amerikaner ins Zuger Netz. Aber er jubelte zu früh. Nach Videokonsultation aberkannten die Headschiedsrichter den Treffer, weil Marc Wieser Zugs Goalie Tobias Stephan behindert hatte. Little erwies sich auch im weiteren Verlauf des Spiels als steter Gefahrenherd. Und in der 34. Minute jubelte er zu Recht. Nach glänzender Vorarbeit des wieder genesenen Perttu Lindgren, der nach seiner Hüftoperation kein einziges Vorbereitungsspiel bestritten hatte, und von Marc Wieser traf der neue HCD-Amerikaner zum 2:2 (34.).

Die Davoser betrieben während der ganzen Partie ein bissiges Forechecking. Sie arbeiteten hart – und mussten noch härter arbeiten, um nach individuellen Fehlern zwei Mal einen Rückstand wettzumachen. Das 0:1 leitete Dino Wieser mit einem Fehlpass ein. Die neuen Zug-Ausländer Garrett Roe als Vorbereiter und Viktor Stalberg als Torschütze reagierten blitzschnell und erfolgreich (14.). In der 22. Minute krönte Andres Ambühl die intensiven Ausgleichsbemühungen verdientermassen mit dem Ausgleichstreffer. Unmittelbar nach dem Bully unterlief aber ausgerechnet dem HCD-Captain ein kapitaler Fehler. Wieder Stalberg bedankte sich nur 19 Sekunden nach dem 1:1 mit seinem zweiten Treffer.

Senn rettet einen Punkt - in Überzahl

Im dritten Drittel hätten es die Davoser auf ihren Stöcken gehabt, den Match zu ihren Gunsten zu entscheiden. Ab der 53. Minute konnten sie fast sechs Minuten lang in Überzahl spielen, mehr als zwei Minuten davon gar mit zwei Feldspielern mehr auf dem Eis. Doch da fehlten im Powerplay der Bündner sowohl der Druck als auch die zündenden Ideen. Ja, die Platzherren mussten gar froh sein, dass ihr starker Torhüter Gilles Senn bei Sologegenstössen zunächst Davod McIntyre und kurz danach auch Stalberg stoppte. Immerhin klappte beim Meisterschaftsauftakt beim HCD das Boxplay, was in den vorangegangenen Champions-League-Begegnungen noch gar nicht der Fall war. 

Bereits am Samstagabend folgt die zweite Meiserschaftsrunde. Der HCD gastiert in Ambri, das beim Auftakt überraschend in Lugano mit 4:3 gewann.

Telegramm: Davos – Zug 2:3 (0:1, 2:1, 0:0) n.P.

Vaillant Arena. – 4195 Zuschauer. – SR Hebeisen/Koch, Castelli/Obwegeser.

Tore: 16. Stalberg (Roe) 0:1, 23. (22:50) Ambühl, Jörg, Du Bois) 1:1, 24. (23:09) Stalberg (Roe) 1:2, 34. Little (M. Wieser, Lindgren) 2:2. – Penaltyschiessen: Little gehalten. Martschini gehalten. Corvi gehalten. Roe gehalten. Simion gehalten. Stalberg verschossen. Ambühl gehalten. Kast trifft. Lindgren gehalten.

Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Davos, 10-mal 2 Minuten gegen Zug.

Davos: Senn; Du Bois, Kindschi; Heldner, Nygren; Schneeberger, Paschoud; Jung, Grossniklaus; Ambühl, Corvi, Kousal; Marc Wieser, Lindgren, Little; Sciaroni, Walser, Dino Wieser; Simion, Egli, Jörg.

Zug: Stephan; Helbling, Grossmann; Diaz, Geisser; Schlumpf, Stadler; Fohrler, Morant; Lammer, Roe, Stalberg; Martschini, McIntyre, Schnyder; Klingberg, Kast, Senteler; Arnold, Kläy, Forrer.

Bemerkungen: Davos ohne Kessler (verletzt), Aeschlimann, Forrer, Eggenberger, Portmann (alle überzählig), Zug ohne Alatalo, Suri, Holden, Diem (alle verletzt). – 2. Treffer von Little wegen Torhüterbehinderung von M. Wieser annulliert. – 27. Schneeberger verletzt ausgeschieden.

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