Der HCD gibt mir eine einmalige Chance

Nach zwei Saisons beim NLB-Ligisten SC Rapperswil-Jona Lakers klopft Tim Grossniklaus an der Türe zur Nationalliga A an. Der 22-jährige Verteidiger trainiert zurzeit mit einem bis Ende August befristeten Probevertrag beim HC Davos.

Als ein renommierter NHL-Scout im Frühling 2013 den Playoff-Final bei den Elite-Junioren zwischen den siegreichen GCK Lions und dem SC Bern verfolgte, attestierte er Tim Grossniklaus ein „interessantes Zweikampfverhalten“. Der grosse Wurf gelang dem Verteidiger bisher allerdings nicht. Grossniklaus erhielt ab der U16 zwar regelmässig Aufgebote in allen Altersstufen für die Schweizer Nachwuchsauswahlen. An einer Junioren-WM war er aber nie dabei. Beim SC Bern amtete er von 2013 bis 2015 als Captain der Elite-Junioren. Und 2014/15 bestritt Grossniklaus acht NLA-Partien für den SCB. Die Saison beendete er damals beim EHC Olten, ehe er an den oberen Zürichsee zu den Rapperswil-Jona Lakers wechselte.

Noch vor seinem ersten Match für die Lakers erlitt Grossniklaus einen Rückschlag. Bei einem Badeunfall in der Türkei zog er sich Mitte Juli 2015 Halswirbelverletzungen zu. Die SCRJ-Neuerwerbung verpasste fast die Hälfte de Qualifikationspensums. Erst am 14. November konnte er sein Meisterschaftsdebüt für seinen neuen Arbeitgeber im Heimspiel gegen Winterthur geben. In der abgelaufenen Saison zeigte Grossniklaus bei den SCRJ Lakers nach durchzogenen Leistungen in der Qualifikation starke Auftritte in den Playoffs. Im entscheidenden siebten Spiel um den NLB-Meistertitel unterlag er mit den Lakers am 4. April dem SC Langenthal mit 4:5, obwohl er sich unter die Torschützen eingetragen hatte.

Probevertrag bis Ende August

Falls es klappt, war das die letzte Partie des 1,84 Meter grossen und 92 Kilogramm schweren Verteidigers in der NLB. „Bei den SCRJ Lakers hatte ich zwei gute Jahre, in denen ich mich entwickeln konnte. Jetzt sehe ich aber den Moment für gekommen, um die Nationalliga A anzugreifen“, sagt Grossniklaus. Auf dem Weg in die oberste Schweizer Spielklasse erhielt er vom HC Davos einen vorläufig bis Ende August befristeten Probevertrag. „Der HCD gibt mir die einmalige Chance, das Sommertraining und die Freundschaftsspiele zu absolvieren“, erklärt Grossniklaus mit funkelnden Augen.

Genau 20 Tage nach seinem letzten Einsatz für die SCRJ Lakers nahm Grossniklaus am 24. April das Sommertraining beim HCD in Angriff. Nach sechs Wochen Erfahrung spricht er von „einem ganz anderen Leben als in Rapperswil oder Bern. Alles ist in Davos viel ruhiger. Die Natur ist sehr schön. Und von den Jungs beim HCD wurde ich super aufgenommen.“ Er fühle mich sehr wohl in Davos, betont Grossniklaus. „Das Sommertraining unter HCD-Konditionstrainer Renè Baur ist hart und gezielt. Aber die Truppe ist gut, und so macht es Spass, sich im Kraftraum zu plagen.“

Keine Alternative

Grossniklaus wird in der ersten Augusthälfte mit dem HCD ein internationales Turnier in der kasachischen Hauptstadt Astana bestreiten. Ob er auch für die Champions-League-Gruppenphase gemeldet wird, ist offen, da sein Probevertrag bis Ende August befristet ist. „Ich werde in Davos Tag für Tag und Spiel für Spiel nehmen und stets beim Bestmögliches geben“, umschreibt Grossniklaus im Bestrebungen um einem Saisonvertrag und ergänzt: „Ich bin mir bewusst, dass ich mit dem Tryout-Vertrag ein grösseres Risiko eingegangen bin. Aber ich bin überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war.“ Falls es nicht klappen sollte, hat Grossniklaus zurzeit keine Alternative bereit. Das passt zu seiner Entschlossenheit und auch zum Schild „No Excuse“, „Keine Entschuldigung“, das in der HCD-Kabine am Ausgang zum Spielfeld hängt.

 

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