Der HCD ist für mich ein perfekter Ort | Hockey Club Davos

News - Der HCD ist für mich ein perfekter Ort

Mit Jörgen Jönsson hat der HC Davos einen höchst erfolgreichen ehemaligen Spieler als neuen Assistenzcoach verpflichtet. Der 48-jährige Schwede weilte am letzten Wochenende zu einer Stippvisite inklusive eines klubinternen Trainer-Workshops an seinem neuen Arbeitsort. Er weiss schon genau, was er will.
Je zwei Mal war Jörgen Jönsson Olympiasieger und Weltmeister mit Schweden. Insgesamt sammelte der Stürmer neun WM-Medaillen. Dazu gesellen sich fünf Landesmeistertitel mit Färjestad als Spieler sowie je einer mit Färjestad und den Växjö Lakers als Assistenzcoach. In der NHL spielte Jönsson nur eine Saison; 1999/2000 bestritt er 79 Partien für die New York Islanders und Mighty Ducks of Anaheim. Danach kehrte er aus „sozialen, familiären Gründen“ zurück nach Schweden, obwohl er in der NHL einen Vertrag gehabt hätte. Rückblickend bereut der Skandinavier diesen Schritt nicht. „Meine Familie ist noch immer intakt, und ich hatte auch so eine spannende Spielerkarriere.“ Und wie! 2019 wurde Jönsson in die Hall of Fame des Internationalen Eishockeyverbandes IIHF aufgenommen. Nicht von ungefähr. Zu seiner Generation war er der vielleicht beste Spieler ausserhalb der NHL. Während meiner ganzen Karriere dachte ich nie an diese Auszeichnung“, versichert Jönsson glaubhaft. „Ich wollte nicht berühmt werden und Rekorde brechen. Ich spielte Eishockey, um Spass zu haben, Spiele zu gewinnen und stets meine bestmögliche Leistung abzurufen. Aber klar, die Aufnahme in die IIHF Hall of Fame macht mich stolz; sie zeigt, dass ich eine grosse Karriere hatte.“

Schwedischer Rekord-Internationaler
Mit 285 Länderspielen ist Jönsson schwedischer Rekord-Internationaler. Zum Vergleich: Andres Ambühl ist mittlerweile bei 277 Partien im Nationaldress angelangt und landesweit die Nummer 2 hinter Mathias Seger (307). Die Wege von Ambühl und Jönsson kreuzten sich beim Weltmeisterschaften mehrmals, ehe Jönsson 2007 zurücktrat. Der Schwede äussert sich höchst lobend über den HCD-Captain: „Ambühl hat schon 16 WM-Teilnahmen auf dem Buckel; das ist unglaublich. Mich beeindruckt, mit welcher Leidenschaft und mit wie viel Energie er spielt. Man sieht, er ist noch immer sehr hungrig auf Eishockey. Er liebt das Spiel und hängt sich in jedem Match und in jedem Training voll rein. Ambühl ist ein wirklich guter Spieler und folgerichtig im Nationalteam und beim HCD ein wichtiger Bestandteil.“

Torschütze gegen den HCD
In Davos sei er früher schon mehrmals kurz gewesen, erzählt Jönsson. Letztmals wars am 26. August 2017 in der Gruppenphase der Champions League als Assistenzcoach mit dem Växjö Lakers, die nach einem starken Auftritt mit 3:0 siegten. Die Schweden unternahmen damals auch einen Ausflug aufs Weissfluhjoch. Die imposante Bergwelt ist Jönsson in nachhaltiger Erinnerung geblieben. Am Spengler Cup hatte der Schwede 1998 seine Spuren hinterlassen. Mit Färjestad gewann er gegen den HCD mit 5:4 nach Verlängerung. Jönsson steuerte zwei Tore zum Sieg bei. Mehr als dieses Detail blieben ihm „die Fans im Stadion sowie rund herum und überhaupt die grossartige Atmosphäre um das ganze Turnier“ in Erinnerung. „Und die Spiele machten grossen Spass. Am Spengler Cup genossen wir mehr Freiheiten als sonst im strukturierten, defensiv geprägten schwedischen Eishockey.“

Für seinen künftigen Job als Assistenztrainer wurde Jönsson vom HCD direkt kontaktiert. „Eigentlich suchte ich nicht aktiv nach einer neuen Aufgabe“, bemerkt der Schwede. „Aber ich war interessiert, einen neuen Klub und einen neuen Staff kennenzulernen und neue Erfahrungen machen zu können. Der HCD ist für mich ein perfekter Ort. Alle im Eishockey kennen diesen Klub. Er ist berühmt und hat eine grosse Geschichte.“ Vor seiner Vertragsunterzeichnung unterhielt sich Jönsson auch mit Magnus Nygren. „Magnus erzählte mir nur Gutes“, verrät Jönsson. Er versichert aber sogleich, dass er sich nicht wegen der schönen Bergwelt und dem bekannten Klub für Davos entschieden hat. „Ich mag Leistungsdruck und will Erfolg haben. Ich will meinen Teil dazu beitragen, dass das Team wächst, denn wir wollen Resultate liefern und uns nach vorne orientieren. Das ist perfekt für mich!“

Quelle: Hansruedi Camenisch / Davoser Zeitung

ein perfekter Ort

22.06.2021 11:00