Der HCD lebt noch

Am Samstagmorgen waren die Sorgenfalten beim HCD noch grösser als am Freitagabend. Denn nach der Kanterniederlage gegen Zug mussten drei Spieler verletzungsbedingt Forfait geben. Magnus Nygren (Rippenprellung), Shane Prince mit Problemen an der Hand und Lukas Stoop (Hirnerschütterung) zwangen Arno Del Curto, das Team komplett umzustellen. Er tat dies mit Erfolg.

Mit Benjam Baumgartner, dem 18-jährigen Junior, sowie dem gleichaltrigen Julian Payr und dem auch erst 20-jährigen Yannick Frehner ersetzten drei ganz Junge die verletzten Stammspieler. Dazu rückte Ambühl in die Verteidigung. Und im Tor stand für viele überraschend auch heute Anders Lindbäck. Der Schwede hatte gegen den EVZ nicht gerade seinen besten Tag eingezogen.

Die Tigers hingegen hatten sogar die Chance, erstmals seit 18 Jahren die Tabellenführung in der NLA übernehmen zu können. Das erste Spiel zwischen diesen beiden Klubs hatte Langnau Ende September auswärts mit 7:0 gewonnen. So traten die Davoser beim Tabellenzweiten als klarer Aussenseiter an. Doch dies war alles Theorie, in der Praxis auf dem Eis sah es anders aus.

Davos begann in Langnau von Anfang an erstaunlich selbstsicher. Die defensive Arbeit wurde mit viel Wille und enormen kämpferischen Einsatz angenommen. Nach vorne stimmte die Laufbereitschaft und dank einigen guten Kontern konnte der HCD auch selber immer wieder gefährliche Torchancen herausspielen. Eine solche schloss Luca Hischier, bei angezeigter Strafe gegen Langnau, bereits nach vier Minuten (1:0) erfolgreich ab, was dem Davoser Spiel natürlich entgegen kam. Doch vor allem ein Mann beim HCD schien gegenüber dem Vorabend komplett verwandelt. Am Freitag gegen Zug hatte Lindbäck acht Gegentreffer kassiert und dabei nicht immer glücklich ausgesehen. Dennoch erhielt er von Arno Del Curto erneut den Vorzug gegenüber Gilles Senn. Lindbäck dankte es dem Trainer mit der besten bisherigen Leistung in der Schweiz. Er parierte 46 Schüsse und kam auf eine Fangquote von 97.9%. Bei den Tigers liess Torhüter Damiano Ciaccio drei der ersten neun Schüsse auf sein Tor passieren.

Effektive Chancenverwertung

Auch im zweiten Drittel wurde der HCD oft in die Defensive gedrängt (6:17 Torschüsse), doch die Tore schossen die Bündner. Marc Wieser, mit seinem ersten Saisontreffer, und Inti Pestoni erhöhten innerhalb von 105 Sekunden das Skore auf 3:0. Im letzten Abschnitt (8:15 Torschüsse) gelang Anton Rödin mit einer schönen Einzelleistung der erste Davoser Saison-Shorthander zum 4:0, bevor den Tigers im selben Powerplay doch noch der Ehrentreffer gelang.

Situation weiter sehr ernst

Es ist falsch anzunehmen, dass Davos mit diesem einem Sieg aus der Krise finden wird. Der Erfolg im Emmental war sicher auch glückhaft zu Stande gekommen. Arno Del Curto gab nach dem Spiel unumwunden zu, dass der HCD spielerisch kein Highlight geboten hatte (Video auf der HCD-Twitter-Seite). Doch mit einer guten defensiven Arbeit, einer sehr guten Torhüterleistung und viel kämpferischen Einsatz gelang ein weiterer Auswärtssieg. Damit hat Davos in dieser Woche immerhin fünf Punkte gewonnen und die HCD-Spieler können vor der 10-tätigen Nationalmannschaftspause etwas durchatmen.

Telegramm: SCL Tigers - Davos 1:4 (0:1, 0:2, 1:1)

6000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Eichmann/Wiegand, Duarte/Schlegel. - Tore: 5. Hischier (Pestoni, Baumgartner/Strafe angezeigt) 0:1. 29. Marc Wieser (Kessler) 0:2. 31. Pestoni 0:3. 54. Rödin (Ausschluss Barandun!) 0:4. 54. Gustafsson (Erni/Ausschluss Barandun) 1:4. - Strafen: 1mal 2 Minuten gegen SCL Tigers, 3mal 2 plus 10 Minuten (Barandun) gegen Davos. - PostFinance-Topskorer: Pesonen; Pestoni.

SCL Tigers: Ciaccio; Glauser, Blaser; Erni, Lardi; Cadonau, Huguenin; Leeger; Elo, Diem, Neukom; Kuonen, Johansson, Pesonen; DiDomenico, Gustafsson, Pascal Berger; Rüegsegger, Randegger.

Davos: Lindbäck; Du Bois, Jung; Ambühl, Paschoud; Heldner, Barandun; Payr; Rödin, Corvi, Egli; Pestoni, Baumgartner, Hischier; Marc Wieser, Bader, Dino Wieser; Kessler, Aeschlimann, Meyer; Frehner.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Dostoinow, Nils Berger (beide verletzt) und Gagnon (überzähliger Ausländer), Davos ohne Prince, Nygren, Stoop, Sandell (alle verletzt) und Lindgren (rekonvaleszent). Dino Wieser im ersten Drittel verletzt ausgefallen. 

 

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