Der HCD mit drei Gesichtern

Der HC Davos hat am Wochenende verschiedene Gesichter gezeigt. Am Freitagabend siegte er dank einer kampfbetonten, soliden Leistung in Lausanne mit 5:1. 24 Stunden später kassierte er zuhause gegen Leader Biel eine 3:7-Schlappe. Mit Stürmer Anton Rödin soll nun ein (fast) neues Gesicht dem HCD zu mehr Toren und Punkten verhelfen.

Der HCD hat auf die Verletzungssorgen bei seinen Ausländern und die mangelnde Torproduktion in der Meisterschaft reagiert. Am Sonntag ist Anton Rödin in Davos eingetroffen. Der 27-jährige Schwede spielte bereits letzte Saison ab Ende November für den HCD. Damals brach sich der 1,82 Meter grosse und 84 Kilogramm schwere Flügelstürmer jedoch schon in seinem fünften Spiel für die Bündner am 11. Dezember bei einem Zweikampf mit Biels Benoit Jecker das linke Wadenbein, worauf er bis Ende Februar 2018 ausfiel. Insgesamt bestritt Rödin letzte Saison für den HCD wegen seiner Verletzung inklusive sechs Playoff-Spielen nur 14 Partien. Gleichwohl stellte er in diesen Begegnungen mit insgesamt 13 Skorerpunkten (4 Tore/9 Assists), also fast einem Punkt pro Match, seine Torgefährlichkeit unter Beweis. Im letzten Frühling machte Rödin beim HCD von einer Ausstiegsklausel für die National Hockey League (NHL) Gebrauch. Der Schwede orientierte die HCD-Klubführung früh über seine Absicht und unterschrieb bei den Anaheim Ducks einen Ein-Weg-Vertrag. Dieser wurde aber kurz vor dem Start zur NHL-Saison aufgelöst.

Rödin an Stelle der Finnen

Der HCD nutzte die Gelegenheit und verpflichtete nun am Samstag Rödin bis Ende Saison. Rödins Rückkehr macht es möglich, dass Perttu Lindgren in den nächsten Wochen ein gezieltes Aufbautraining bestreiten kann. Der Finne hatte letzte Saison für Davos wegen akuten Hüftproblemen nur die ersten fünf Meisterschaftspartien im September bestritten und sich nachher operieren und einer langen Regeneration unterziehen müssen. Rechtzeitig zum Meisterschaftsstart meldete sich Lindgren zwar zurück, doch es wurde bald offensichtlich, dass ihm die Basis für harte Ernstkämpfe nach der langen Verletzungspause noch fehlt. Gar nicht einsatzfähig ist der im Sommer verpflichtete finnische Stürmer Sami Sandell. Er muss sich einer Knieoperation unterziehen und fällt monatelang aus. Rödin traf am Sonntag in Davos ein. Er wird sein HCD-Comeback in der Doppelrunde vom kommenden Wochenende mit der Partie in Ambri am Freitagabend sowie dem Heimspiel am Samstagabend in der Vaillant Arena gegen den Schweizer Meister ZSC Lions geben.

Achtungserfolg in Lausanne

Am vergangenen Wochenende trat der HCD in beiden Partien nur mit drei Ausländern an (Anders Lindbäck, Magnus Nygren, Shane Prince). Am Freitagabend feierte er in Lausanne einen klaren 5:1-Sieg. In dieser Partie überzeugten die Davoser mit viel Kampfgeist. Verschiedentlich warfen sich Spieler in Schüsse. In der Defensive stimmte die Spieldisziplin weitgehend. Und in der Offensive demonstrierten die Bündner Entschlossenheit. Typisch dafür war Andres Ambühls Direktabnahme zum 1:0 nach knapp zehn Spielminuten. Es war der erste von drei Davoser Powerplay-Treffern an diesem Abend.

Der solide Auftritt in Lausanne entpuppte sich 24 Stunden jedoch nur als Strohfeuer. Denn beim 3:7 gegen Biel verfielen die Davoser in bekannte schlechte Verhaltens- und Fehlermuster. Sie leisteten sich wieder viele individuelle Fehler, die vom selbstsicher auftretenden Tabellenführer gnadenlos ausgenutzt wurden. Die Vorentscheidung fiel bereits in der 16. Minute, als die Bieler mit einem Doppelschlag innert 39 Sekunden auf 3:1 davonzogen. Nach einem torlosen Mitteldrittel fielen die Tore im Schlussabschnitt wie reife Früchte. Der HCD erlitt im fünften Meisterschafts-Heimspiel bereits die vierte Pleite.