Der HCD steht unter Erfolgsdruck

In der kommenden Doppelrunde empfängt der HC Davos am Sonntagnachmittag um 15.45 Uhr die ZSC Lions in der Vaillant Arena. Am Abend zuvor gastiert er in Lausanne. Beide Partien sind mit Blick auf den Strichkampf und die Playoff-Ausgangslage wegweisend.

„Bevor ich mit meinen Teamkollegen Andres Ambühl und Enzo Corvi an die Olympischen Spiele reise, erwartet uns beim HCD noch ein hartes Stück Arbeit mit fünf Meisterschaftsspielen und dem Final im Schweizer Cup innert neun Tagen“, sagt Félicien Du Bois. „Unsere Situation in der Meisterschaft ist zurzeit nicht so angenehm. Der fünfte Tabellenrang ist zwar noch okay, aber jetzt brauchen wir Punkte.“ Von den letzten vier Meisterschaftsspielen gewann der HCD nur eines – vor einer Woche zu Hause mit 6:5 gegen Fribourg-Gottéron. Tags darauf setzte es eine 1:5-Klatsche in Biel ab. „Jetzt wird eine Reaktion erwartet. Wir wollen wieder besseres Eishockey spielen als zuletzt gezeigt“, so Du Bois. Der HCD hatte eine volle Woche Zeit, um Energie zu tanken und sich auf die kommende Doppelrunde vorzubereiten. Zu Wochenbeginn gestaltete HCD-Coach Arno Del Curto das Trainingsprogramm individuell. Die zuletzt stark belasteten Spieler hatten ein paar Tage frei.

Strichkampf in Lausanne

Mit Lausanne und den ZSC Lions treffen die Davoser auf zwei zurzeit hinter ihnen klassierte Mannschaften. Der Vorsprung auf Lausanne beträgt zwar noch zehn Punkte. Gleichwohl sagt Enzo Corvi klipp und klar: „Lausanne ist ein direkter Konkurrent im Strichkampf. Da müssen wir unbedingt gewinnen. Und noch besser wäre es, wenn wir tags darauf auch die ZSC Lions schlagen könnten.“ Im harten Kampf um einen Playoff-Platz haben die Lausanner am Dienstagabend mit ihrem 5:3-Heimsieg gegen Schweizer Meister und Tabellenführer Bern ein starkes Lebenszeichen gesetzt.

Kossmanns Ärger bei den Lions

Die ZSC Lions befinden sich in einer ähnlichen Lage wie der HCD. Sie kommen – selbst nach dem Trainerwechsel von Hans Wallson zu Hans Kossman – nicht auf Touren. Vor Saisonbeginn als meistgenannter Meisterschaftskandidat nach dem SC Bern gehandelt, sind die Löwen zurzeit nur Tabellensechster mit einem Punkt Rückstand auf Davos. Unter Kossmanns Leitung verloren die Zürcher seit Jahresbeginn fünf von acht Partien. Nach der 1:3-Niederlage am Dienstagabend in Zug platzte dem neuen ZSC-Coach der Kragen. Namentlich kritisierte er im „Blick“ Chris Baltisperger, Künzle, Ronald Kenins und Pius Suter. „Das sind sogenannte Top-Shots. Da kommt einfach nichts“, so Kossmann. Eine klare Reaktion vom ganzen Team und ganz besonders von den angeprangerten Spielern erwartet der Coach am Sonntagnachmittag in Davos.

Viel zu viele Gegentore

Beim HCD war zuletzt das Defensivverhalten alarmierend mit 21 Gegentoren in den letzten vier Partien. Du Bois ortet verschiedene Gründe. „Unser Boxplay war nicht gut genug. Wir kassierten in Biel und Genf je drei Treffer in Unterzahlphasen und liessen Tore zu einfach zu. Zum Teil vollzogen wir die Positionswechsel schlecht, oder wir standen nicht in der Schusslinie, auch wenn das vielleicht mal weh tut. Generell fehlte häufig die letzte Konsequenz, um die kleinen Dinge richtig umzusetzen“, so Du Bois Zu Recht weist er aber darauf hin, dass das Defensivspiel schon vorne beginnt, bei den Stürmern mit dem Forechecken. Zuletzt konnten die Gegner ihre Angriffe zu einfach auslösen. Als Folge kamen sie mit viel Tempo ins Davoser Verteidigungsdrittel. Du Bois meint zusammenfassend: „Wir müssen als Einheit unser Defensivspiel wieder besser machen, vorne intensiver stören und hinten konsequenter arbeiten, zudem etwas mehr Opferbereitschaft zeigen.“ Er wisse, dass das jetzt Worte seien. Aber diese gelte Es nun auf dem Eis umzusetzen. Corvi stellt weiter fest, dass der HCD zu viele Strafen kassiere, was zu unnötigen Unterzahlsituationen führe. „Allgemein müssen wir unseren jungen Torhütern die Last von den Schultern nehmen, indem wir mehr Schüsse abblocken und ihnen helfen“, betont der Mittelstürmer.

Kommentare