Der HCD trotz Penalty-Niederlage grün!

Der HC Davos hat am Dienstagabend zu Hause gegen Kloten mit 3:4 nach Penaltyschiessen verloren. Gleichwohl steht die Playoff-Teilnahme der Bündner fest, weil die SCL Tigers in Freiburg leer ausgingen.

Es dauerte bis zur 45. Minute, ehe endlich richtig Fahrt in die Partie kam. Da erzielte HCD-Topskorer Perttu Lindgren in doppelter Überzahl auf 1:2. Ab diesem Moment witterten die Platzherren ihre Chance. Zuvor hatten sie wie der Gegner zwar mit hohem Tempo gefallen, doch es fehlten die Entschlossenheit in den Zweikämpfen und auch die Zielstrebigkeit im Abschluss. Als dann Dario Simion nach einem genialen Steilpass von Daniel Rahimi seinen Sololauf souverän mit dem Ausgleich krönte (51.), wurde die Davoser Schlussoffensive definitiv lanciert. Zwar gingen die Gäste nach einem umstrittenen Treffer von Bobby Sanguinetti erneut in Führung, als bei Davos gleichzeitig Fabian Heldner und Dino Wieser die Strafbank drückten. Doch Robert Kousal erzielte im Powerplay nach einem genauen Pass von Enzo Corvi wieder den Ausgleich. Endlich funktionierte das Davoser Überzahlspiel. Während der ersten vier Klotener Strafen hatte in den beiden ersten Spieldritteln im Davoser Powerplay kaum etwas zusammengepasst. Die Zürcher überzeugten zwar mit einem guten Positionsspiel in ihrer Defensive, doch bei den Platzherren fehlten im Kombinationsspiel das Überraschungsmoment und auch das Tempo.

Die Klotener waren im Startdrittel mit 2:0 in Führung gegangen. Bei beiden Treffern lenkte Daniele Grassi den Puck nach Weitschüssen für HCD-Goalie Gilles Senn unhaltbar ab. Man sah es den Gästen an, dass sie praktisch um die ihre letzte Chance kämpften, sich doch noch für die Playoffs zu qualifizieren. Am Ende der ausgeglichenen Partie sicherten sie sich im Penaltyschiessen wenigstens noch einen zweiten Punkt. Robin Leone und Drew Shore bezwangen Senn souverän. Die Davoser Tino Kessler und Ahren Spylo scheiterten hingegen an Klotens Torhüter Luca Boltshauer, Félicien Du Bois schoss den Puck am Tor vorbei, und Dario Simion traf nur den Pfosten. Trotz der Niederlage leuchtet der Name Davos nun grün im Teletext auf, was bedeutet, dass die Playoff-Teilnahme der Bündner definitiv feststeht.

HCD-Coach Arno Del Curto nutzte die Partie, um Ahren Spylo weiter zu sichten. Der Deutsch-Kanadier war von Davos erst kürzlich als zusätzlicher Ausländer mit Blick auf die Playoffs verpflichtet worden. Gegen Kloten spielte er anstelle des überzähligen Tuomo Ruuttu. Spylo ist beim HCD noch nicht richtig angekommen. Ihm fehlen sowohl die Spielpraxis als auch die Integration ins Davoser Spielsystem. Seinen Ruf als Goalgetter konnte er gegen Kloten noch nicht beweisen. Er brachte sich nie in eine gute Abschlussposition.

Telegramm: Davos - Kloten 3:4 (0:2, 0:0, 3:1, 0:0) n.P.

5329 Zuschauer. – SR Eichmann/Hebeisen, Bürgi/Kovacs.

Tore: 3. Grassi (Sanguinetti, Shore/Ausschluss Eggenberger) 0:1. 19. Grassi (Von Gunten, Shore) 0:2. 45. Lindgren (Marc Wieser, Du Bois/Ausschlüsse Sanguinetti, Sheppard) 1:2. 51. Simion (Rahimi, Walser) 2:2. 54. Praplan, Cunti, von Gunten (Ausschlüsse Heldner, Dino Wieser) 2:3. 55. Kousal (Corvi, Lindgren/Ausschluss Praplan) 3:3. – Penaltyschiessen: Kessler -, Leone 0:1; Du Bois -, Shore 0:2; Spylo -, Praplan -; Simion -.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Davos, 10mal 2 plus 10 Minuten (Von Gunten) gegen Kloten. 

Davos: Senn; Kindschi, Du Bois; Heldner, Forster; Schneeberger, Paschoud; Jung, Rahimi; Spylo, Ambühl, Kessler; Marc Wieser, Lindgren, Kousal; Eggenberger, Corvi, Dino Wieser; Simion, Walser, Jörg.

Kloten: Boltshauser; Sanguinetti, Ramholt; Von Gunten, Frick; Back, Harlacher; Gähler; Grassi, Shore, Sheppard; Praplan, Cunti, Hollenstein; Genoway, Schlagenhauf, Bieber; Leone, Obrist, Kellenberger; Lemm.

Bemerkungen: Davos ohne Axelsson, Egli, Sciaroni (alle verletzt), Aeschlimann, Forrer, Portmann, Rampazzo (alle Partnerteam Thurgau) sowie Ruutu (überzähliger Ausländer), Kloten ohne Stoop und Weber (beide verletzt). - Pfostenschuss Schlagenhauf (43.). Timeout Davos (53.).

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