Der HCD von (Schnell-)Zug überfahren

Nach 14 Sekunden ging der HC Davos am Freitagabend gegen den EV Zug zwar in Führung, doch dann setzte es mit dem 1:8 die deutlichste Niederlage in dieser Saison für die Bündner ab. Innert knapp 15 Minuten zogen die Gäste bis zur Spielmitte vom 1:1 zum 6:1 davon. 

Besser hätte die Partie für den HCD nicht beginnen können: Bereits nach 14 Sekunden bugsierte Dino Wieser den Puck mit dem Knie zum Führungstreffer über die Torlinie. Es war der erste Saisontreffer des Davoser Flügelstürmers. In der Entstehung des Tors war ein Fehler von Zugs Keeper Sandro Aeschlimann vorausgegangen. Seinen vermeintlichen Befreiungsschlag von hinter dem Tor hatte Marc Wieser abgefangen und dann den Puck sofort zu seinem Bruder gepasst.

Allein die Freude der Platzherren dauerte nicht lange. Eineinhalb Minuten später liess HCD-Goalie Anders Lindbäck einen harmlosen Weitschuss von Pontus Widerström unter den Beinschonern passieren, worauf Fabian Schnyder den Puck über die Torlinie stocherte. Der offene Schlagabtausch hielt an. Nach einem Fehler von Claude Paschoud in der Vorwärtsbewegung konterten die Zuger eiskalt. Der Ex-Davoser Dario Simon brauchte den Puck nach einem genauen Querpass von Yannick-Lennart Albrecht nur noch zum 1:2 einzuschieben (17.) Nur 81 Sekunden bekundete Sven Senteler im Slot völlig freistehend keine Mühe, den Vorsprung zu erhöhen. Kein HCD-Spieler hatte sich um den Torschützen gekümmert.

Mit dem 1:3 zur ersten Pause war das Selbstvertrauen der Davoser schon früh im Keller. Zu Beginn des zweiten Drittels verpasste Thierry Bader bei einem Pfostenschuss den Anschlusstreffer. Danach wurde der HCD einmal mehr in dieser Saison zur Schiessbude der Liga. Senteler traf aus unmöglich spitzem Winkel zum 4:1 für die Gäste (25.). Lino Martschini lenkte einen Weitschuss von Reto Suri unhaltbar ab (28.). Und Raphael Diaz markierte im ersten Zuger Powerplay nach nicht einmal ganz 31 Spielminuten das 6:1. Der Zuger Effizienz im Abschluss hatten die Davoser nur bezüglich Abschlussversuchen etwas entgegenzusetzen. 9:9 lautete das Schussverhältnis im Startdrittel, 12:13 im zweiten.

Höhepunkt im Schlussdrittel war ein HCD-Stürmer Shane Prince deutlich gewonnener Faustkampf gegen Zugs Verteidiger Dominik Schlumpf. Die Tore schossen hingegen weiterhin die Gäste. Reto Suri und Santeri Alatalo sorgten für den Schlussstand.

Zum Wunden lecken bleibt dem HCD keine Zeit. Am Samstagabend gastiert er in Langnau bei den zweitplatzierten SCL Tigers, die am Freitagabend in Ambri einen 1:2-Rückstand im Schlussdrittel noch in einen 4:2-Sieg verwandelten.

Telegramm: Davos – Zug 1:8 (1:3, 0:3, 0:2)

Vaillant Arena – 3847 Zuschauer. – SR Lemelin/Schukies, Duarte/Fuchs.

Tore: 1. (0:16) Dino Wieser (Marc Wieser) 1:0. 2. (1:53) Schnyder (Widerström, Stadler) 1:1. 17. Simion (Albrecht, Alatalo) 1:2. 18. Senteler (Klingberg, Stalberg) 1:3. 25. Senteler (Stalberg, Klingberg) 1:4. 28. Martschini (Suri) 1:5. 31. Diaz (Martschini, Stalberg/Ausschluss Dino Wieser) 1:6. 51. (50:11) Suri 1:7. 52. (51:05) Alatalo (Schnyder, Haberstich) 1:8.

Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Davos, 4mal 2 plus 10 Minuten (Thiry) gegen Zug.

Davos: Lindbäck; Nygren, Du Bois; Paschoud, Stoop; Heldner, Jung; Barandun; Marc Wieser, Ambühl, Dino Wieser; Rödin, Corvi, Hischier; Pestoni, Bader, Prince; Kessler, Marc Aeschlimann, Meyer; Egli.

Zug: Sandro Aeschlimann; Schlumpf, Zgraggen; Diaz, Stadler; Thiry, Alatalo; Lammer, Albrecht, Simion; Klingberg, Senteler, Stalberg; Martschini, Zehnder, Suri; Schnyder, Leuenberger, Widerström; Haberstich.

Bemerkungen: Davos ohne Lindgren, van Pottelberghe (beide überzählig), Sandell (verletzt), Buchli, Frehner, Portmann (alle Partnerteam Ticino Rockets).  Zug ohne McIntyre, Roe, Zryd und Morant (alle verletzt). … Pfostenschüsse: 2. Zgraggen, 23. Bader, 58. Martschini. – Stoop (14.), Widerström im zweiten und Third im letzten Drittel verletzt ausgeschieden. – Timeouts: Zug (24.); Davos (28.).

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