Der Knackpunkt war unser Penaltysieg in Lausanne

Claude-Curdin Paschoud erhält beim HC Davos immer mehr Verantwortung. Der 22-jährige Verteidiger spricht im Interview über die zu Ende gegangene Playoff-Viertelfinalserie gegen Lausanne, die zehntägige Pause vor dem Halbfinalauftakt und über seine neue Rolle im Powerplay.

Claude-Curdin Paschoud, wir erlebten Sie am Samstag das letzte Playoff-Viertelfinalspiel gegen Lausanne, das der HCD mit 6:3 gewann?

Wir stiegen in die Partie mit der Absicht, dem Gegner gar nicht erst Hoffnung und Luft zu gewähren. Mit drei Treffern bereits in den ersten gut zehn Spielminuten ging diese Rechnung optimal auf. Das war auch gut so. Denn man sah später, als wir den Lausannern ein, zwei unnötige Treffern schenkten, dass sie sofort wieder Hoffnung schöpften. Wir konnten aber jeweils sofort mit einem weiteren Tor im richtigen Moment wieder reagieren.

Der HCD erzielte in diesem vierten Playoff-Viertelfinalspiel zwei Powerplay-Treffer. Er liess aber auch zwei Shorthander zu, übrigens die ersten in der ganzen Saison überhaupt.

Es war natürlich gut, dass wir im Powerplay wieder trafen, nachdem wir in den beiden vorangegangenen Partien in Überzahl nichts Zählbares zustande gebracht hatten. Die beiden Shorthander waren geschenkte Tore, die hätten nicht sein müssen. Aber aus diesen Fehlern können wir für den weiteren Verlauf der Playoffs unsere Lehren ziehen.

Man sagt generell, der vierte Sieg sei in einer Playoff-Serie am schwierigsten zu realisieren. War dem tatsächlich so?

Meiner Meinung nach traf diese Aussage auf unsere Serie nicht zu. Der Knackpunkt war unser Sieg im Penaltyschiessen am letzten Donnerstag in Lausanne. Nach jenem Match spürten wir, dass der Gegner etwas gebrochen war. Da wussten wir, dass die Hoffnungen der Lausanner immer kleiner würden, wenn wir im vierten Spiel vom ersten Bully an Vollgas geben würden.

Wie lautet Ihre Bilanz über die ganze Viertelfinalserie betrachtet?

Sehr wichtig war das erste Spiel. Da hatten wir im Startdrittel Mühe, als wir mit 0:3 unter die Räder gerieten. Dank eines enormen Efforts gewannen wird jene Partie doch noch mit 5:3. Mit der erfolgreichen Aufholjagd bewiesen wir unsere grosse Moral. Im ersten Heimspiel traten wir danach souveräner auf, als es im 2:1-Resultat zum Ausdruck kam. Entscheidend war sicher das dritte Spiel, das wir nach einem harten Abnützungskampf auswärts im Penaltyschiessen für uns entscheiden konnten. Am Samstag stellten wir, wie schon erwähnt, die Weichen früh auf Sieg.

Dank des „Sweeps“, den 4:0 Siegen gegen Lausanne, erhält der HCD jetzt zehn Tage Pause bis zum Start in die Halbfinalserie. Begrüssen Sie diese recht langen Unterbruch?

Wir sind froh, dass wir schnellstmöglich durch die Viertelfinalserie marschierten. Jetzt gilt es natürlich, die Pause so gut wie möglich zu nutzen, dass heisst gut regenerieren, gut trainieren und uns so gut wie möglich auf unseren nächsten Gegner vorbereiten.

Dieser Halbfinalgegner dürfte voraussichtlich Bern oder Zug heissen. Wen würden Sie bevorzugen?

Das mit dem Wünschen ist so eine Sache. Ich bin jetzt einfach einmal froh, dass wir uns bereits für den Halbfinal qualifiziert haben. Wir können und wollen gar nicht wählen; das ist mehr ein Medienspektakel. Wir nehmen jeden Gegner ernst.

Im Gegensatz zu den Playoff-Spielen in früheren Jahren und selbst zu einem Grossteil der Qualifikation in der laufenden Saison werden Sie von Trainer Arno Del Curto jetzt auch in den Special Teams, also im Boxplay und sogar im Powerplay, eingesetzt.

Es ist natürlich schön, dass ich so viel Eiszeit erhalte. Als Eishockeyaner will man so viel wie möglich spielen. Bei jedem Einsatz versuche ich das Beste zu machen. Die Möglichkeit, Powerplay zu spielen, ist für mich speziell. Jetzt muss ich diese Chance aber auch nutzen, indem ich gute Aktionen kreiere.

Sie sind Verteidiger, erhalten im Powerplay aber eine Stürmerrolle…

Das ist sicher speziell. Ich muss mich mit dieser Situation noch etwas anfreunden. Es macht mir aber sehr viel Spass. In dieser Rolle kann ich vor dem gegnerischen Tor für viel Unruhe sorgen. Ich mache eigentlich das Gegenteil von meiner gewohnten Aufgabe als Verteidiger. Jetzt bin ich es, der vor dem anderen Tor stört. Ich muss nicht wie sonst die gegnerischen Stürmer wegchecken. Ich hoffe, dass uns noch ein paar Treffer gelingen, wenn ich vor dem gegnerischen Tor für Unruhe sorge und dem Goalie die Sicht verdecke.