Der Pfosten, Goalie Aeschlimann und das Problem Chancenauswertung

Der EV Zug hat am Dienstagabend seinen Ruf als Meisterkandidat mit einem klaren 5:1-Sieg in Davos bestätigt. Die Bündner liessen einmal mehr bezüglich Chancenauswertung viele Wünsche offen. Als einziger Davoser traf Andres Ambühl zum 1:3.

Der EV Zug trat mit dem Selbstverständnis und der Selbstvertrauen eines Spitzenteams auf. Die Innerschweizer liessen den Puck sicher kombinieren, und sie waren mehrheitlich im Puckbesitz. Bezüglich guter Torchancen brauchten sich die Davoser dennoch nicht zu verstecken. Luca Hischier scheiterte aber in der 5. Minute am sicheren Zuger Torhüter Sandro Aeschlimann, der nächste Saison für den HCD spielen wird. Enzo Corvi versprang der Puck bei einem Solovorstoss nach einem Idealpass von Marc Wieser (7.). Und Andres Ambühl zielte übers Gästetor, nachdem er sich in eine ausgezeichnete Schussposition gebracht hatte 16.). Kaltblütiger agierten die Zuger. Nach einem Abpraller reagierte der freistehende Dennis Everberg am schnellsten; der Schwede schoss entschlossen ein (14.).

Auch im Mittelabschnitt bestätigte sich die Binsenwahrheit, dass jener die Tore hinten bekommt, der sie vorne nicht schiesst. Dario Meyer scheiterte solo vor Zugs Goalie Aeschlimann (25), und Tomas Kundratek traf nur den Pfosten (28.). Praktisch im Gegenzug erhöhte Sven Senteler den Vorsprung für die Gäste. Die Refs anerkannten den Treffer, weil nach Videokonsultation erkenntlich war, dass HCD-Goalie Gilles Senn den Puck erst hinter der Torlinie mit den Beinschonern abgefangen hatte. Für die Platzherren kam es noch schlechter. Während ihrer ersten Überzahlphase erzielte Dario Simion den dritten Zuger Treffer (38.). Kurz vor der zweiten Pause hatte Sandro Aeschlimann Glück, als er einen Weitschuss von Magnus Nygren noch an den Pfosten ablenken konnte.

In der 47. Minute klappte es beim HCD mit dem Toreschiessen dann doch noch. Ambühl luchste Santeri Alatalo den Puck ab, worauf er Aeschlimann mit einer Finte versetzte und sicher traf. Die Davoser kamen danach dem Anschlusstreffer mehrmals nahe. Nach einem unnötigen Puckverlust von Perttu Lindgren stellte Zugs Topskorer Lino Martschini aber den Drei-Tore-Vorsprung wieder her.

Davos – Zug 1:5 (0:1, 0:2, 1:2)

Vaillant Arena, Davos. – 4103 Zuschauer. – SR DiPietro/Stricker, Cattaneo/Progin.

Tore: 14. Everberg (Zgraggen, Roe) 0:1. 29. Senteler (Zehnder) 0:2. 37. Simion (Senteler, Zgraggen/Ausschluss McIntyre!) 0:3. 47. Ambühl 1:3. 51. Martschini 1:4. 60. (59:21) Suri 1:5.

Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Davos, 3mal 2 Minuten gegen Zug.

Davos: Senn; Du Bois, Kundratek; Nygren, Heinen; Heldner, Jung; Buchli, Barandun; Rödin, Lindgren, Ambühl; Marc Wieser, Corvi, Meyer; Hischier, Marc Aeschlimann, Pestoni; Frehner, Bader, Egli.

Zug: Sandro Aeschlimann; Stadler, Diaz; Thiry, Alatalo; Zgraggen, Schlumpf; Wüthrich; Everberg, Roe, Flynn; Martschini, McIntyre, Simion; Leuenberger, Albrecht, Suri; Schnyder, Senteler, Zehnder.

Bemerkungen: Davos ohne Paschoud, Sandell, Stoop, Dino Wieser (alle verletzt), Lindbäck (Kessler, Payr, Baumgartner (alle überzählig), Weder, Portmann (beide Partnerteam Ticino Rockets), van Pottelberghe (Kloten). Zug ohne Klingberg, Lammer, Morant, Stephan und Zryd (alle verletzt). – Pfostenschüsse: Kundratek (28.), Nygren (40.); Schlumpf (10.).

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