Der Spiessrutenlauf nach Rapperswil

Alle schreiben, dass der HCD am Sonntagnachmittag auswärts gegen die Rapperswil-Jona Lakers als Favorit in den Final des Schweizer Cups steigt. Doch die Davoser kriechen zur Zeit auf dem Zahnfleisch. Ganz im Gegensatz zu "Rappi". Die Lakers sind nicht nur souveräner und hochüberlegener Leader in der Swiss League, sie haben auf dem Weg ins Endspiel unter anderem auch Lugano und Zug ausgebootet. 

Eigentlich verrückt: Mit 31 Titeln ist der HC Davos überlegener Rekordmeister im Schweizer Eishockey. Den Schweizer Cup haben die Davoser hingegen noch nie gewonnen. Der Cupwettbewerb hat allerdings nicht die selbe Tradition und auch nicht den gleichen Stellenwert. Er existierte nur in den Jahren 1957 bis 1966 und wurde erst auf die Saison 2014/15 wieder eingeführt. Nun winkt dem HCD bei seiner ersten Finalteilnahme die Chance, mit dem Pokalgewinn eine Lücke in seinem grossartigen und reichhaltigen Palmarès zu schliessen. Félicien Du Bois bringt es auf den Punkt: „Vom Schweizer Cup kann man halten, was man will. Jetzt stehen wir im Final, und nun wollen wir die Trophäe auch nach Davos holen“, sagt der 34-jährige HCD-Verteidiger klipp und klar.

Die Riesentöter „Rappi“ und Nyffeler

Im Final trifft Davos am Sonntag um 13.30 Uhr auswärts in der mit 6100 Zuschauern bereits ausverkauften St. Galler Kantonalbank Arena auf die SC Rapperswil-Jona Lakers. Auf dem Papier scheint die Ausgangslage klar. Die SCRJ Lakers spielen im Gegensatz zum HCD nur in der Swiss League, der zweitobersten Schweizer Eishockey-Spielklasse. Dort führen sie die Tabelle allerdings souverän an, und sich machen aus ihrem Saisonziel Aufstieg keine Geheimnisse. Im laufenden Schweizer Cup erwiesen sich die Lakers zudem als Riesentöter. Sie schalteten auf dem Weg in den Final der Reihe nach Winterthur (Swiss League, 2:0), Lugano (National League, 3:0), Zug (National League, 5:1) und Ajoie (Swiss League, 4:0) aus. Besonders bemerkenswert ist neben den klaren Siegen gegen Lugano zu Zug, dass Lakers-Torhüter Melvin Nyffeler in den vier Cuppartien erst einen einzigen Gegentreffer zuliess. Nur Zugs Viktor Stalberg gelang es, Nyffeler zu bezwingen, als die Lakers bereits 4:0 führten.

Jörgs Rückkehr nach Rapperswil-Jona

Der HCD begann den Cupwettbewerb mit einem 10:2-Sieg auswärts gegen Dübendorf (dritthöchste Liga), anschliessend siegte er in Visp (Swiss League) 4:2, und zuletzt ebnete er sich den Weg ins Endspiel gegen zwei National-League-Konkurrenten mit einem 4:1-Heimsieg gegen Servette und einem 4:2-Erfolg in Biel. Für alle Davoser bildet der Final – wie auch alle Lakers-Spielers – eine Premiere. Besonders speziell wird das Endspiel für die HCD-Stürmer Mauro Jörg und Mikael Johansson. Beide trugen einst die „Rappi“-Farben, Jörg von 2012 bis 2014 und Johansson in der Abstiegssaison 2014/15. Jörg sagt, aus jener Zeit seien bei den Lakers nur noch ganz wenige Spieler dabei. Häufigen Kontakt pflegt er nach wie vor mit seinem Churer Freund Leandro Profico, der während der Saison 2013/14 an den oberen Zürichsee wechselte.

Er freue sich, wieder einmal im Eisstadion am oberen Zürichsee antreten zu können, sagt Jörg. Obwohl die Lakers „nur“ der zweitobersten Schweizer Spielklasse angehören, warnt der Davoser Flügelstürmer energisch, den Finalgegner zu unterschätzen. „Dazu haben wir überhaupt keinen Grund. „Wer mit Lugano und Zug zwei der besten National-League-Teams aus dem Cup wirft, ist stark und spielt solid. Die Lakers treten in der Defensive sehr kompakt auf. Und generell pflegen sie unter Trainer Jeff Tomlinson ein gutes Spielsystem.“

Das Schweizer Fernsehen überträgt den Cupfinal am Sonntag ab 13.20 Uhr live auf SRF2 und SRFinfo. Ebenso wird das Spiel auf Teleclub übertragen. 

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