Der Torschütze vom Dienst

Aaron Palushaj hat in den letzten vier Partien sechs Tore für den HC Davos erzielt. Am Freitagabend stellte er mit seinen beiden Treffern in Zug den 5:4-Erfolg sicher. Gegen Genf-Servette reichte sein später Anschlusstreffer beim 2:3 gegen Genf-Servette hingegen nicht mehr zu einem Punktgewinn.

Mit dem Ruf eines gefürchteten Goalgetters in den beiden letzten Saisons bei Brynäs und Örebro in Schweden kam Aaron Palushaj im Sommer nach Davos. Eine Ellbogenverletzung zwang dann aber den 30-jährigen US-Amerikaner mit albanischen Wurzeln in der Saisonvorbereitung phasenweise zum Pausieren und nach dem Meisterschaftsdebüt beim Auftakt gegen die ZSC Lions zum Verzicht auf die nächsten drei Partien. Inzwischen bestätigt Palushaj seine Vorschusslorbeeren aber auch beim HCD. Sechs Volltreffer in den letzten vier Partien zeugen von seinen Abschlussqualitäten. Der Flügelstürmer veredelt das Davoser Powerplay. Auf der linken Seite pflegt er nach Querpässen schnörkellos mit präzisen Direktabnahmen abzuschliessen. „Wenn ich eine Möglichkeit zum Schiessen sehe, nutze ich sie möglichst rasch. Manchmal fliegt der Puck ins Tor, manchmal aber eben auch nicht“, meint der Goalgetter. Seine Treffer haben sein Selbstvertrauen jedoch offensichtlich gestärkt.

Sechs Treffer in den letzten vier Spielen

Seine Qualitäten demonstrierte Palushaj am 2. November beim 4:3-Heimsieg gegen Lausanne gleich zwei Mal. Drei Tage später traf er auch in Lausanne. Anschliessend nutzte er die Nati-Pause zu einer Blitzvisite in die USA, wo seine Gattin als Ärztin arbeitet. Nach der Rückkehr markierte Palushaj am vergangenen Freitag den Game Winner beim 5:4-Sieg in Zug – natürlich im Powerplay aus halblinker Position und mittels Direktabnahme. Zuvor hatte er beim vierten Davoser Treffer bei einem Solovorstoss EVZ-Torhüter Leonardo Genoni keine Abwehrchance gelassen. Weniger Glück hatte Palushaj am Samstagabend im Heimspiel gegen Genf-Servette. In der fünften Minute knallte er den Puck an den Pfosten. Und beim zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand schoss er in der 53. Minute im Powerplay haarscharf am Servette-Gehäuse vorbei. Palushaj traf zwar doch. Aber sein Anschlusstreffer zum 2:3 elf Sekunden vor Spielende kam zu spät während der Davoser Aufholjagd.

„Gegen Lugano wieder besser machen“

„Servette war im Gegensatz zu uns ab dem ersten Bully hellwach und dominierte die beiden ersten Drittel. Wir hingegen kamen erst im Schlussabschnitt auf; das war leider zu spät“, analysierte Palushaj die erste Niederlage des HCD nach sieben Meisterschaftssiegen in Folge und der ersten überhaupt in dieser Saison im Davoser Eisstadion. Ein Drama wollte der Amerikaner nach dem Match deswegen nicht machen. Anstelle des gewohnten Grinsens stand der Frohnatur allerdings die Enttäuschung für einmal ins Gesicht geschrieben. „Am Montag trainierten wir wieder, und dann konzentrieren wir uns aufs Heimspiel vom Dienstagabend gegen Lugano. Da wollen wir es wieder besser machen“, sagte Palushaj sofort eine Reaktion an. Gegen Lugano siegte der HCD in dieser Saison bereits zwei Mal – mit 3:2 in der zweiten Meisterschaftsrunde im Tessin und 2:1 nach Penaltyschiessen zuhause im Achtelfinal des Schweizer Cups. Die Luganesi verloren ihre letzten fünf Meisterschaftspartien allesamt. „Das macht es für uns aber nicht einfacher, sondern schwieriger. Lugano wird alles daran setzen, um gegen uns die Negativserie zu beenden“, warnt Palushaj.