Der „Youngster“ und der Dauerbrenner

Der Davoser Torhüter Gilles Senn ist am Freitag am Gala-Abend des Schweizer Eishockeys als „Youngster oft the Year“ geehrt worden. Bereits zum vierten Mal in Folge erhielt Andres Ambühl auf der Bühne des Berner Kursaals die Auszeichnung als populärster Spieler (MPP) auf Schweizer Eis.

Schweizer Meister SC Bern stellte an den Swiss Ice Hockey Awards mit Mark Arcobello den wertvollsten Spieler (MVP) der Regular Season, mit Thomas Rüfenacht den MVP der Playoffs und mit dem langjährigen früheren HCD-Goalie Leonardo Genoni den Torhüter des Jahres. Ihren Niederschlag fand bei den Wahlen aber auch die bemerkenswerte Saison des HC Davos.

Im Dreier-Ticket bei der Wahl des „Youngster of the Year“ standen mit Gilles Senn und Tino Kessler gleich zwei Davoser Spieler, was für die ausgezeichnete Nachwuchsarbeit beim HCD spricht, dazu noch Klotens Verteidiger Serge Weber. Nicht von ungefähr entschied sich die Jury, bestehend aus Vertretern der Medien sowie des Verbandes und der Klubs für Senn. Der Davoser Torhüter empfahl sich für die Ehrung mit seinem auffallenden Steigerungslauf. Zu Saisonbeginn als Nachfolger von Genoni von vielen als grosser Risikofaktor bezeichnet, trug Senn seinen redlichen Teil dazu bei, dass der HCD im Playoff bis in die Halbfinals vorstiess. Im Februar kam der HCD-Goalie aufgrund seiner guten Leistungen zu seinem Einstand im Nationalteam. Und im Juni wurde der im NHL-Draft von den New Jersey Devils gezogen.

Gilles Senns Blick voraus

„Das ist der endgültige, schöne Abschluss der letzten Saison“, meinte Senn am Galaabend. „Diese Auszeichnung freut mich. Sie unterstreicht, dass ich eine gute erste Saison in der Nationalliga A spielte. Für meine Zukunft bringt sie mir aber nichts, wenn es dabei bleibt. Jetzt zählt nur noch die neue Saison. Und da will und muss ich besser werden.“ Das neue Hockeyjahr begann für Senn aufregend. Während einer Woche weilte er im Juli bei den Devils in einem Camp in Amerika, eine weitere verbrachte er im ersten Prospect Camp des Schweizer Nationalteams. „Aus beiden Trainingslagern konnte ich viel mitnehmen, Neues lernen und sehen, was es noch alles braucht, um eine bessere Saison zu zeigen“, sagt Senn. Jetzt freue er sich aber, wieder ausschliesslich beim HCD trainieren zu können.

2008, nach seiner ersten Saison beim HCD, war Genoni als „Youngster oft the Year“, ausgezeichnet worden. Er freute sich am Freitagabend für seinen Torhüterkumpanen: Diese Auszeichnung habe sich Senn verdient, meinte Genoni, worauf er hinzufügte: „Jetzt muss Gilles aber den nächsten Schritt tun.“ Senn und Genoni pflegen auch nach dessen Wechsel zu Bern weiterhin regen Kontakt.

Andres Ambühls Leidenschaft

Im Gegensatz zu Senn hat sich Ambühl auf der Eishockeybühne längst etabliert und weit über die HCD-Grenzen hinaus in die Herzen der Fans gespielt. Zum vierten Mal in Folge wurde der HCD-Captain zum populärsten Spieler (MPP) auf Schweizer Eis erkoren. An der Online-Wahl der Gratiszeitung „20 Minuten“ beteiligten sich knapp 70'000 Leser. Treffend wurde Ambühl bei der Ehrung charakterisiert: „Der unbestrittene Leitwolf des HC Davos ist einsatzfreudig und torgefährlich wie eh und je. Mit seiner Leidenschaft reisst er Team und Fans mit – sowohl in der Liga wie auch in der Nationalmannschaft.“ Ambühl setzte sich bei der Publikumswahl in der Schlussrunde gegen Thomas Rüfenacht und Raphael Diaz (EV Zug) durch. „Diese Auszeichnung freut mich natürlich. Aber langsam wird es mir schon fast etwas unangenehm, dass die Eishockeyfans schon wieder mich gewählt haben“, meinte der HCD-Captain in seiner für ihn typischen bescheidenen Art, um dann fortzufahren. „Klar ist das cool und speziell. Offensichtlich habe ich ein paar Sachen richtig gemacht.“

Bereits am Samstag früh flogen Ambühl und Senn dem HCD-Team nach Kasachstan an ein internationales Turnier nach. Kessler hingegen kehrte nach Davos zurück, wo er sich nach einer Operation auf die Meisterschaft fit trimmt. „Galaabende seien eigentlich nicht sein Ding“, meinte Kessler in Bern. Gleichwohl genoss er den Feiertag im Schweizer Eishockey. Und natürlich freute er sich über die Aufnahme bei der Wahl des „Youngster-Trios“.