Die Cupfinal-Hauptprobe ist gründlich missglückt

Zwei Tage vor dem Cupfinal hat der HCD aufgrund einer völlig harm- und kraftlosen Vorstellung am Freitagabend gegen Ambri zuhause mit 2:3 verloren. Das einzig Positive: Davos ist trotz der Niederlage definitiv für die Playoffs qualifiziert.

Im letzten Spiel vor der Olympiapause und gleichzeitig zwei Tage vor dem Cupfinal hinterliess der HCD einen höchst zwiespältigen Eindruck. 11:11 lautete nach dem Startdrittel das Schussverhältnis, was eigentlich auf einen animierten Spielverlauf hätten schliessen können. Doch dem war bei weitem nicht so. Die Davoser legten in ihren Angriffsbemühungen eine erschreckende Harmlosigkeit an den Tag. Die einzige nennenswerte Torchance vergab Tino Kessler in der Startphase. Wenigstens verhielten sich die Platzherren in der Defensive ohne den überzähligen Magnus Nygren und den erkrankten Noah Schneeberger einigermassen stabil. Nur einmal ging ein Ambri-Spieler vor dem HCD-Tor vergessen. Von Dominik Kubalik – er wird für Tschechien die Olympischen Spiele bestreiten – glänzend angespielt, hatte der freistehende Lukas Lhotak keine Mühe, Ambri in Frühung zu bringen (12.).

HCD-Coach Arno Del Curto reagierte auf die höchst zahmen ersten 20 Spielminuten seines Teams in der ersten Pause, indem er sämtliche Sturmlinie umstellte und Verteidiger Marc Aeschlimann in den Angriff beorderte. Prompt erspielten sich die Davoser mehr und bessere Torchancen. Im Abschluss fehlte jedoch die nötige Entschlossenheit. Marco Forrer hatte bei einem Schuss an den Aussenpfosten Pech (26.). Auf der Gegenseite traf aber auch Eliot Berthon nur die Torumrandung (30.). Tino Kessler gelang es dann endlich, Ambris Goalie Benjamin Conz zu bezwingen (34.). 24,5 Sekunden vor der zweiten Pause verpasste Marc Wieser die Davoser Führung, als er bei einem Penalty den Puck an die Beinschoner von Conz schoss.

Das anständige Mitteldrittel erwies sich aus Davoser Sicht jedoch nur als Strohfeuer. Marc Wieser erzielte zwar doch noch das 2:1 (47.), aber das genügte nicht. Ambri war im Schlussabschnitt weitgehend spielbestimmend. Und bei einer Strafe gegen Samuel Walser benötigten die Gäste nur sechs Sekunden, ehe Kubalik den Puck zum 2:2 ins Davoser Tor hämmerte. Die Platzherren schienen nun stehend k.o. Das nutzte Ambris Topskorer Dominic Zwerger 124 Sekunden vor Spielende zum Siegtreffer.

Da die ZSC Lions gleichzeitig gegen Lausanne einen 8:4-Kantersieg landeten, rutschte der HCD in der Tabelle auf den sechsten Platz ab. Weil am Freitagabend aber die SCL Tigers in Zug mit 2:3 verloren und Genf-Servette in Kloten beim 4:3-Sieg nach Penaltyschiessen nur zwei Punkte holte, qualifizierte sich Davos trotz der Niederlage gegen Ambri für die Playoffs. Denn die SCL Tigers und Servette treffen in der nächsten Runde noch direkt aufeinander.

Telegramm: Davos – Ambri-Piotta 2:3 (0:1, 1:0, 1:2)

Vaillant Arena, Davos. – 4918 Zuschauer. – SR Prugger/Wiegand, Bürgi/Stuber.

Tore: 12. Lhotak (Kubalik, Müller) 0:1. 34. Kessler (Kindschi, Eggenberger) 1:1. 47. Marc Wieser (Ambühl, Du Bois) 2:1. 53. Kubalik (Fora, Müller/Ausschluss Walser) 2:2. 58. Zwerger (D‘Agostini, Emmerton) 2:3.

Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Davos, 2mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta.

Davos: Senn; Du Bois. Jung; Heldner, Aeschlimann; Forrer, Paschoud; Kindschi; Simion, Corvi, Little; Marc Wieser, Johansson, Kousal; Kessler, Ambühl, Eggenberger; Sciaroni, Buck, Jörg; Walser.

Ambri-Piotta: Conz; Plastino, Zgraggen; Fora, Pinana; Ngoy, Jelovac; Collenberg; Trisconi, Kostner, Bianchi; D'Agostini, Emmerton, Zwerger; Lhotak, Müller, Kubalik; Incir, Berthon, Lauper; Goi.

Bemerkungen: Davos ohne Lindgren, Dino Wieser, Rödin und Egli (alle verletzt), Schneeberger (krank) und Nygren (überzähliger Ausländer), Ambri ohne Monnet, Karhunen, Stucki, Guggisberg und Taffe (alle verletzt) sowie Gautschi (krank). – Pfosten: 26. Forrer. – Latte: 30. Berthon. – 40. (39:36) Conz hält Penalty von Marc Wieser. – Davos ab 59:13 ohne Torhüter.

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