Die eindrückliche Antwort des HCD auf das Freitagsspiel

Führungswechsel, Fehler, Emotionen, Schläge, Checks - Playoff-Gefühle im November im ausverkauften Zuger Stadion. Die 7200 Zuschauer bekamen viel geboten, und sie sahen einen HCD, dem zweimal ein Vorsprung entglitt, ehe er den EVZ-Keeper Tobias Stephan im Schlussdrittel dank Dario Simion ein weiteres Mal überraschte.

Zu Beginn des Spiels tasteten sich beiden Mannschaften gegenseitig ab. Die Davoser erarbeiten sich aber trotzdem einige Vorteile. Entgegen dem Spielverlauf gelang jedoch den Gastgebern der erste Treffer, notabene mit dem ersten Schuss auf das Tor von Gilles Senn. Die Reaktion des HCD folgte aber postwendend. Es war Mauro Jörg, welcher einen schnellen Gegenstoss mit einem satten Slapshot von der blauen Linie erfolgreich via Pfosten abschloss (9. Minute) . In der 13. Minute nützte Ambühl ein Powerplay zur erstmaligen HCD-Führung, welche jedoch nicht bis zum Ende des Drittels Bestand hielt. Zug traf noch vor der ersten Sirene zum Ausgleich, so dass die beiden Mannschaften mit einem gerechten 2:2 in die erste Pause gingen. 

Im Mitteldrittel war von Abtasten dann keine Spur mehr zu sehen. Beide Mannschaften spielten nach vorne und es gab auf beiden Seiten zahlreiche Chancen. Es war dann Broc Little, welcher den zweiten Powerplaytreffer der Davoser erzielte und somit den HCD wieder in Führung brachte. Danach wurde das Spiel intensiver und hektischer. Zeitweise ging beim HCD wie schon gestern die defensive Disziplin verloren, was den Zugern mehrmals die Chance bot, alleine auf Senn loszuziehen. Der Versuch von Martschini 33 Sekunden vor der zweiten Sirene bei je vier Feldpielern auf dem Eis war dann erfolgreich und somit stand das Resultat auch nach 40 Minuten unentschieden. 

Zug hatte die Chancen, Davos war effizient

Auch im letzten Drittel wurden den Zuschauern ab der ersten Sekunde von beiden Mannschaften intensives und schnelles Eishockey geboten. Die Räume wurden beideitig eng gemacht, trotzdem hatten die Zuger nun die besseren Chancen, scheiterten aber immer wieder am hervorragenden Davoser Torhüter Gilles Senn. Davos zeigte sich indessen überaus effizient. Dario Simion verwertete eine der wenigen HCD-Chancen in der 44 Minute nach einen Abpraller bei Tobias Stephan zum 3:4-Siegestreffer.

Denn dieses Mal gelang dem EVZ keine Reaktion mehr. Der peinlichen Blossstellung vom Freitag gegen Ambri-Piotta folgte eine starke Reaktion. Arno Del Curto trieb seine Equipe zu einer Performance, die in der Qualifikation nicht jeden dritten Tag zu sehen ist: pure Leidenschaft, Zweikämpfe ohne die geringste Zurückhaltung. Sven Jung beispielsweise war einer von vielen fokussierten HCD-Vertretern, die in jedem Moment Kampfkraft vorlebten. Kurz vor dem Ende des zweiten Drittels bearbeitete der 22-Jährige den Zuger US-Topskorer Garrett Roe mit den Fäusten und setzte einen weiteren Akzent (siehe auch Highlight-Video).

Telegramm: Zug - Davos 3:4 (2:2, 1:1, 0:1)

7200 Zuschauer (ausverkauft). - SR Oggier/Stricker, Borga/Bürgi. - Tore: 5. Suri (McIntyre) 1:0. 9. Jörg (Kindschi, Simion) 1:1. 13. Ambühl (Ausschluss Haberstich) 1:2. 16. McIntyre (Stalberg, Roe/Strafe angezeigt gegen HCD) 2:2. 25. Little (Kousal/Ausschluss Martschini) 2:3. 40. (39:27) Martschini 3:3. 44. Simion (Jörg, Walser) 3:4. - Strafen: 5mal 2 plus 10 Minuten (Roe) gegen Zug, 3mal 2 Minuten gegen Davos. - PostFinance-Topskorer: Roe; Marc Wieser.

Zug: Stephan; Thiry, Alatalo; Diaz, Geisser; Fohrler, Leeger; Oejdemark; Martschini, Roe, Stalberg; Klingberg, McIntyre, Suri; Schnyder, Diem, Lammer; Haberstich, Zehnder, Forrer; Kast.

Davos: Senn; Du Bois, Paschoud; Nygren, Jung; Schneeberger, Aeschlimann; Heldner, Kindschi; Marc Wieser, Corvi, Ambühl; Eggenberger, Kousal, Little; Portmann, Egli, Dino Wieser; Simion, Walser, Jörg.

Bemerkungen: Zug ohne Senteler, Morant, Schlumpf, Helbling, Grossmann (alle verletzt), Davos ohne Kessler, Lindgren, Sciaroni (alle verletzt), Rödin (noch nicht spielberechtigt), Grossniklaus (überzählig). Geisser im 1. Drittel verletzt ausgeschieden. 39. Lattenschuss von Martschini. 54. Lattenschuss von Suri. 60. (59:03) Timeout von Zug, ab 58:36 ohne Goalie.

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