Die neue Herausforderung beim HCD

Wenn Brandon Buck nach seinen drei ersten Wochen in Davos und beim HCD nach seinen Eindrücken gefragt wird, gerät er ins Schwärmen. 

Vor drei Wochen verpflichtete der HCD den Kanadier Brandon Buck bis Ende Saison. Der 29-jährige Stürmer feierte einen Einstand nach Mass. Am Tag nach seiner Ankunft in Davos erzielte er gegen die SCL Tigers das einzige Tor der Partie. 24 Stunden später traf Buck auch beim 3:0-Erfolg in Ambri. Seine Goalgetterqualitäten demonstrierte er auch am letzten Sonntag. Da verwertete der Kanadier als einziger HCD-Spieler seinen Versuch im Penaltyschiessen.

Nicht von ungefähr spricht Buck nach seinen ersten drei Wochen in Davos von einer „grossartigen Zeit“. Er sei herzlich empfangen worden. Der Ort sei sehr schön. Seine kleinen Töchter sähen zum ersten Mal richtig viel Schnee; er bringe sie abends kaum ins Haus. Und da ist natürlich auch der HCD, wo sich der Stürmer wohl fühlt. „Es ist ein sehr junges Team. Alle sind sehr gute Schlittschuhläufer. Die Mannschaft spielt mit viel Tempo. Und wir haben zwei starke Torhüter. Die Mischung im Team ist gut und die ganze Mannschaft begeisterungsfähig. So macht es richtig Spass“, sagt Buck.

National League besser als DEL

Der Kanadier hatte sich in den letzten dreieinhalb Saisons beim ERC Ingolstadt in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) einen sehr guten Ruf als Goalgetter geschaffen. Gleichwohl strebte Buck eine Luftveränderung an. „Ich suchte eine neue Herausforderung, um meiner Karriere neuen Schwung zu verleihen“, sagt der Stürmer. HCD-Coach Arno Del Curto seinerseits schaute sich wegen der langen Verletztenliste nach einem zusätzlichen Ausländer um. Da Bucks Agent noch andere Spieler beim HCD vertritt, kam der Kontakt zustande und der Wechsel dem Spieler schliesslich gelegen, „denn ich stufe das Niveau in der Schweizer National League höher ein als jenes in der DEL.“

Ein spezieller Spengler Cup

Bei seinem neuen Arbeitgeber erhielt Buck keine Angewöhnungszeit. Unmittelbar nach der Ankunft erfolgte die erwähnte Doppelrunde, dann kamen in der Altjahreswoche vier Partien am Spengler Cup und in der ersten Januar-Woche vier weitere in Meisterschaft und Schweizer Cup dazu. Den Spengler Cup kannte Buck bereits aus früher Jugend. „Als Kind schaute ich zu Hause in Kanada Ende Jahr immer den Spengler Cup. Die Weihnachtszeit war lange gleichbedeutend mit dem Turnier und der HCD deshalb lange der einzige Klub, den ich in Europa kannte. Ich war als Kind ein richtiger Davos-Fan. Dass ich jetzt an diesem grossartigen Turnier selber für den HCD spiele durfte, war schon speziell“, so der Kanadier.

Speziell war auch das Mammutprogramm mit acht Partien innert zwölf Tagen seit dem 27. Dezember. Ein solches Pensum gebe es höchstens noch in der NHL, meint der Kanadier. Gegen die beiden trainingsfreien Tage zu Beginn dieser Woche hatte er nichts einzuwenden. Am Freitag nimmt Buck erstmals die längste Reise, die es in der National League überhaupt gibt, im HCD-Mannschaftscar von Davos nach Genf unter die Räder. 24 Stunden später steht dann bereits das Heimspiel in der Vaillant Arena gegen den EHC Kloten auf dem Menü- beziehungsweise Spielplan (Anpfiff am Samstag um 19.45 Uhr). Man braucht kein Prophet zu sein um zu behaupten, dass Buck seine Torgefährlichkeit auch in diesen beiden Partien unter Beweis stellen will.

Im Kreis der Olympiakandidaten

Nicht so direkt kann der Mittelstürmer die Olympiafrage mitbestimmen. Buck gehört zum Kandidatenkreis für Kanadas Olympiateam. Anfang August hatte er mit seiner Landesauswahl ein Turnier in Sotschi bestritten, an dem Russlands B-Nationalmannschaft und vier KHL-Teams teilnahmen. „Weil die NHL-Spieler in Pyeonchang nicht dabei sind, bekommen nun Spieler die Aufmerksamkeit, die vielleicht einfach nie die Gelegenheit erhielten, sich in der NHL zu beweisen, die aber ebenfalls extrem hart arbeiten und sich in Europa durchsetzen“, sagt Buck. „Die Konkurrenz aus der Schweiz, der AHL und der KHL ist dennoch riesig. Ich versuche einfach meinen Job in Davos zu machen. Wenn es mit dem Olympia-Aufgebot klappt, ist es super. Wenn nicht, ist es ein Ansporn, noch härter an mir zu arbeiten.“

Update 12.01.2017: Im ersten Olympia-Kader-Aufgebot für Südkorea von Hockey Canada wurde Brandon Buck nicht aufgeboten

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