Die Saison 18/19 hat begonnen

Während der HC Lugano und die ZSC Lions noch um den Schweizer Meistertitel kämpfen, hat beim HC Davos bereits die nächste Saison begonnen. Dreieinhalb Wochen nach dem Aus im sechsten Playoff-Viertelfinalspiel gegen den EHC Biel sind die HCD-Profis zurück in der Vaillant Arena.

Während auf der Nordseite des Stadion die Umbauarbeiten auf Hochtouren laufen und Bohrmaschinen dröhnen, geben im Kraftraum zwei neue Trainer den Ton an: Michi Bont, bekannt als Skitrainer und TV-Fachanalyst bei den Frauen-Skirennen, und Reto Raguth, ein ehemaliger Amateur-Boxer und ausgebildeter Boxtrainer. Den beiden Konditionstrainern steht noch nicht das ganze HCD-Kader zur Verfügung. Fünf Davoser bestreiten an diesem Wochenende mit der Schweizer Nationalmannschaft zwei Länderspiele gegen Norwegen. Davyd Barandun bereitet sich in Russland auf die U18-WM vor und Andres Ambühl sowie Tino Kessler befinden sich nach ihren in der abgelaufenen Saison erlittenen Verletzungen in der Aufbauphase. Von den Neuverpflichtungen ist Lukas Stoop zurzeit noch mit Kloten in den Ligaqualifikation beschäftigt, und Luca Hischier weilt nach dem Playoff-Aus mit dem SC Bern in den Ferien.

Bont und Raguth sind beim HCD keine absoluten Neulinge. Bont half schon in früheren Jahren im „Kondi“-Training mit. Und im Trainingsraum des Boxclubs Rätia in Chur waren die Eishockeycracks bereits verschiedentlich im Sommertraining bei Raguth zu Gast – letztmals vor sechs Jahren. Jetzt haben der HCD und Raguth den Spiess umgedreht. Raguth ist neu vollamtlicher Konditionstrainer des HCD. Sein Arbeits-Zuhause ist nicht mehr der Boxkeller, sondern der Kraftraum in der Vaillant Arena. Dieser wird in den nächsten Tagen mit Box-Utensilien wie Sandsäcken ergänzt.

Komplexes Ganz-Körper-Training

Ziel des 42-jährigen Raguth ist es allerdings nicht, seinen HCD-Schützlingen im wahrsten Sinn des Wortes mehr Durchschlagskraft mit dem Fäusten einzutrichtern. "Meine Motivation ist es, die Davoser Spieler für die nächste Saison fit zu machen und während der Meisterschaft den konditionellen Grundaufbau zu erhalten", sagt Raguth. Boxen reduziere sich nicht auf die Fäuste, sondern beanspruche alle Muskelgruppen und sei ein Ganz-Körper-Training. Bezüglich physischen Ansprüchen gehöre der Boxsport zu den anspruchsvollsten und komplexesten überhaupt. Raguth nennt Faktoren wie Schnellkraft, Kraft, Koordination, Ausdauer und Stehvermögen, aber auch mentale Härte, Biss und Konzentration. Alles Elemente, die auch für einen Eishockeyprofi von entscheidender Bedeutung sind.

Kraft und Grundausdauer

In den ersten beiden Wochen des Sommertrainings steht beim HCD der Aufbau der Kraft und der Grundausdauer im Vordergrund mit den Schwerpunktbereichen auf Oberkörper, Rumpf und Beinen. Im Kraftraum absolvieren die Spieler einen Circuit mit konkreten Übungsvorgaben an verschiedenen Posten. Weiter pedalen sie auf dem Hometrainer, wobei die Leistungen jeweils digital überwacht werden. An der Ausdauer wird auch mit sogenannten „Stop-and-Go-Übungen, Belastungen und Pausen“, wie sie Raguth nennt, konsequent gearbeitet. Nicht von ungefähr hat der Konditionstrainer die Stoppuhr stets umgehängt und in Griffnähe.

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