Drei Pfostenschüsse und zwei Punkte für die Moral

Der HC Davos hat im sogenannten Kellerduell in Rapperswil gegen die Lakers wenigstens zwei Punkte gewonnen. In einer Partie, welche die Bündner schon in den ersten 30 Minuten hätten entscheiden müssen, sicherte Enzo Corvi seinem Team mit dem einzigen Treffer im Penaltyschiessen den späten 2:1-Sieg.

Auf die Frage, wie viel in der Partie gegen die Rapperswil-Jona Lakers auf dem Spiel stehe, meinte HCD-Präsident Gaudenz Domenig vor dem Anpfiff: „Drei Punkte – wie in jedem anderen Spiel auch. Es wird sich nicht entscheiden, ob wir die Playoffs erreichen oder nicht, oder ob wir absteigen oder nicht. Ohne die drei Punkte wird es einfach noch schwieriger, die Playoffs zu erreichen. Die Chance dazu ist ohnehin schon limitiert.“

Dass die Begegnung der beiden Tabellenletzten kein spielerischer Eishockey-Leckerbissen würde, war zu erwarten. Die Verunsicherung war im Duell der harmlosesten Offensive (Lakers) gegen die schlechteste Defensive der Liga (Davos) beidseits in zahlreichen Missverständnissen und mangelnder Entschlossenheit nicht zu übersehen. Die Bündner waren allerdings über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft.

Die Davoser dominierten das Startdrittel deutlich (11:4 Schüsse), doch Zählbares schaute nicht heraus. Begünstigt durch zwei kleine Strafen fanden die Bündner rasch zu ihrem Spiel. Pech hatte Anton Rödin, der nach einer feinen Einzelaktion nur den Innenpfosten traf (12.) Geradezu sträflich verpassten die Gäste den Führungstreffer während zwei Minuten bei nur je vier Feldspielern auf dem Eis. Enzo Corvi und Anton Rödin scheiterten am allerdings hervorragend reagierenden Lakers-Goalie Melvin Nyffeler.

Die Davoser Überlegenheit hielt auch in der ersten Hälfte des Mittelabschnitts an. Nach einem Knaller von Inti Pestoni rettete erneut der Pfosten für Nyffeler (22.). Corvi brachte bei einem Konter in Unterzahl den Puck nicht am Lakers-Torhüter vorbei (28.). Und eine Minute später hob Andres Ambühl, der als Center der ersten HCD-Linie spielte, den Puck backhand übers Tor. Danach erhielt aber auch Anders Lindbäck Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Der HCD-Keeper verhinderte gegen „Rappis“ Topskorer Steve Mason (31.) und nach einem kapitalen Fehler von Fabian Heldner gegen Jan Mosimann einen Rückstand.

Die Lakers witterten nun aber ihre Chance. Zu Beginn des dritten Drittels zeichnete sich Lindbäck erneut aus, diesmal gegen Martin Ness. Keine Abwehrchance hatte der HCD-Torhüter aber nach 80 Sekunden in diesem Spielabschnitt. Da lenkte Roman Schlagenhauf einen Weitschuss von Florian Schmuckli unhaltbar ins Davoser Tornetz ab. Zwei Minuten später jubelten die Platzherren erneut, doch diesmal verweigerten die Schiedsrichter den Treffer wegen einer Kickbewegung des vermeintlichen Torschützen Jared Aulin. Die Konstellation der Partie veränderte sich gleichwohl. Nun spielten die Platzherren weit mutiger auf.  Bei einer Strafe gegen Schmuckli meldeten sich die Bündner aber doch noch zurück. Rödin glich im Powerplay mittels Direktabnahme nach Pass von Shane Prince zum 1:1 aus (56.).

In der Verlängerung peilten die Davoser zielstrebig und mit einem deutlichen Chancenplus den Sieg an. Magnus Nygren und Inti Pestoni verpassten die besten Möglichkeiten. Und nach 63:25 Spielminuten wurde ein Kicktor von Rödin zu Recht nicht anerkannt. Hochspannung herrschte im finalen Penaltyschiessen. Lindbäck krönte seine starke Gesamtleistung, indem er alle fünf Lakers-Versuche parierte. Prince setzte den Puck beim vierten HCD-Penalty an den Pfosten. Nervenstärke demonstrierte danach Corvi, indem er Nyffeler versetze, obwohl der Puck beim Anlauf stecken geblieben war und für einen Moment still gestanden hatte.

Telegramm: Rapperswil-Jona Lakers – Davos 1:2 (0:0, 0:0, 1:1, 0:0) n.P.

St. Galler Kantonalbank Arena. – 4735 Zuschauer. – SR Koch/Kaukokari, Kehrli/Duarte.

Tore: 42. Schlagenhauf (Schmuckli) 1:0. 56. Rödin (Prince/Ausschluss Schmuckli) 1:1.

Penaltyschiessen: Kristo -, Pestoni -; Smolenak -, Du Bois -; Knelsen -, Rödin -; Mason -, Prince -; Profico -, Corvi 0:1.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona, 3mal 2 Minuten gegen Davos.

Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Hächler, Maier; Profico, Berger; Gähler, Schmuckli; Gurtner; Kristo, Knelsen, Smolenak; Hollenstein, Ness, Aulin; Rizzello, Schlagenhauf, Hüsler; Mosimann, Mason, Brem; Lindemann.

Davos: Lindbäck; Nygren, Du Bois; Stoop, Paschoud; Heldner, Jung; Barandun:, Marc Wieser, Ambühl, Dino Wieser; Rödin, Corvi, Hischier; Pestoni, Bader, Prince; Egli Aeschlimann, Meyer; Frehner.

Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Casutt, Helbling, Wellman, Gilroy, Schweri und Spiller, Davos ohne Sandell (alle verletzt), Lindgren und van Pottelberghe (beide überzählig). Kessler, Portmann und Buchli (im Partnerteam Ticino Rockets). – Pfostenschüsse: Smolenak (16.), Kristo (50.); Rödin (11.), Pestoni (22.) und Prince (im Penaltyschiessen). Kicktore von Aulin (44.) und Rödin (62.) aberkannt. – Timeout Davos (44.)

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