Du Bois‘ doppelte Freude am ersten Treffer

Félicien Du Bois hat am Dienstagabend gegen Lugano mit seinem ersten Saisontor die Wende eingeleitet, Enzo Corvi ebenfalls mit Meisterschaftstreffer Nummer 1 den 3:2-Sieg des HCD besiegelt. Am Samstagabend trifft Davos auswärts auf „Rappi“ und am Sonntagnachmittag um 15.45 Uhr auf Ambri. Du Bois warnt vor den Partien gegen die beiden Tabellenletzten.

„Tor! Anschlusstreffer! Was für ein Strich von Félicien Du Bois! Keine Abwehrchance für Sandro Zurkirchen!“; so schilderte der Kommentator auf dem TV-Sportsender MySports am Dienstagabend live den Anschlusstreffer des HCD zum 1:2 gegen Lugano in der 34. Spielminute. Der Torschütze beschreibt die Szene rückblickend: „Es ging alles recht schnell. Lorenz Kienzle wechselte fliegend aus. Ich sprang über die Bande aufs Eis und wurde deshalb von den Luganesi wohl vergessen. Lukas Stoop las die Situation gut. Er spielte mir einen schönen Pass. Ich schoss sofort, und es ging auf.“ Du Bois traf mit seiner Direktabnahme hart und präzis. „Ein schönes Gefühl“, meint der 36-jährige HCD-Verteidiger. Es war im 17. Meisterschaftsspiel sein erstes Saisontor. Unter Stress habe er sich deswegen aber nicht gesetzt. In der letzten Spielzeit hatte seine Durststrecke viel länger gedauert. Da hatte er erst in der 49. Qualifikationsrunde erstmals getroffen.

Initialzündung zum kontrollierten Sturmlauf

Mindestens so sehr wie über die Torpremiere freute sich Du Bois über den wichtigen Zeitpunkt seines Tores. Kurz zuvor hatten die Luganesi mit einem Doppelschlag innert 17 Sekunden auf 0:2 vorgelegt. „Nach einem dritten Gegentreffer wäre es für uns wohl sehr schwierig geworden“, meint Du Bois. „Der Anschlusstreffer brachte uns hingegen zurück ins Spiel und verlieh uns Energie. Deshalb war mein Tor doppelt schön.“ Diese Energie setzten Otso Rantakari nach 65 Sekunden im Schlussabschnitt zum 2:2 und Enzo Corvi – der Center wie Du Bois mit seinem ersten Saisontor – im Powerplay zum Davoser Sieg um.

„Im dritten Drittel machten wir es sehr gut. Wir griffen an, aber trotz des Schussverhältnisses von 13:4 nicht ungestüm, sondern mit Geduld. Wir waren clever und arbeiteten uns nach dem Rückstand Schritt für Schritt zurück. Das war ein guter Charaktertest“, meint Du Bois. Er schränkt in seiner Analyse aber auch ein: „Über die ganzen 60 Spielminuten betrachtet war unsere Leistung nicht voll befriedigend. Wichtig war aber, dass wir nach dem 0:2-Rückstand noch gewannen. Das gibt Vertrauen und zeigt, dass die Mannschaft da ist.“ Du Bois bildet in dieser Saison regelmässig ein Verteidigerpaar mit Sven Jung. „Wir harmonieren immer besser und zeigen gute Leistungen“, stellt der Routinier fest. „Wir reden auf dem Eis oft miteinander. So wissen wir, wie der andere in gewissen Situationen reagiert. Wenn Sven ruft, vertraue ich ihm. Ich spiele gerne mit ihm.“

Gegen „Rappi“ und Ambri

Gefordert werden die Beiden wie die ganze Mannschaft auch am Wochenende, wenn die Davoser am Samstagabend in Rapperswil-Jona gastieren und am Sonntagnachmittag um 15.45 Uhr Ambri empfangen. Die beiden Gegner befinden sich zwar am Tabellenende, doch Du Bois warnt: „Es wäre der grösste Fehler, auf die Rangliste zu schauen. Natürlich wollen wir gewinnen. Aber uns wird nichts geschenkt, wir müssen mögliche Punkte hart erarbeiten. Der HCD-Verteidiger erinnert sich genau an den 3:2-Sieg in Ambri vor vier Wochen. „Ambri hat eine ausgezeichnete Arbeitseinstellung. Die Mannschaft hat zwar nicht am meisten Talent, aber sie schafft extrem hart und schenkt dir keinen Zentimeter. So machen sie dem Gegner das Leben schwer. Ich hatte wegen ihrer Hartnäckigkeit in Ambri das Gefühl, die seien gleichzeitig mit sechs oder gar sieben Feldspielern auf dem Eis. Die waren überall und lassen dir keine Sekunde Zeit zum Überlegen. Deshalb muss unser Passspiel stimmen.“