Ein unbefriedigender Auftritt in Lugano

Der HCD kam in Lugano massiv unter die Räder und verlor diskussionlos mit 0:5.

Vielleicht war es die lange und prominente Abwesenheitsliste der Tessiner, die die Davoser beeindruckte. Neben den verletzten Brunner, Chiesa und Bürgler fehlten in diesem letzten Qualispiel bei Lugano auch Klasen, Lapierre und Merzlikins die alle geschont wurden. Vielleicht war es aber auch die harte (manchmal überharte) Gangart der Luganesi, gepaart mit massiven Provokationen (vor allem gegen Gilles Senn) und einer eher defensiven Interventionsfreudigkeit der Schiedsrichter. So oder so hatten die Davoser in diesem letzten Qualifikationsspiel einen im ersten Drittel äusserst unglücklichen, im zweiten einen unbefriedigenden und im letzten Drittel (als die Partie bereits entschieden war) einen energiesparenden Auftritt, mit dem sicherlich weder Trainer noch Spieler zufrieden sein können. 

Die umformierte Aufstellung hinderte Lugano nicht daran, in einer intensiven und durchaus schon Playoff-würdigen Partie mit einer starken Leistung aufzuwarten. Die Tessiner machten das aus ihrer Sicht clever und äusserst effizient. Sie attackierten die Davoser von Beginn an bei jeder Gelegenheit. Vor allem vor dem Davoser Kasten gaben sie auch nach dem Pfiff des Schiedsrichters nicht nach, oftmals so lang bis ein Davoser den Tessiner wegspedieren musste, was zu einigen Strafen führte. Die Gegentore fielen aber nicht in Unterzahl, sondern nach individuellen Fehlern. Beim 0:1 schauten die HCD-Verteidiger dem bereits am Boden liegenden Julian Walker nur zu, wie dieser trotzdem noch die Scheibe aufs Tor brachte. Dem 0:2 war ein katastrophaler Wechselfehler vorausgegangen und beim 0:3 liess man Thomas Wellinger, dem Davoser in Tessiner Farben, freien Auslauf. Das 0:4 war schliesslich sogar ein Shorthander, also allesamt Situationen die man beim HCD intern sicherlich nochmals ansprechen wird.

Danach sollte man sich aber so schnell wie möglich auf den Samstag konzentrieren. Dann beginnen die Playoff-Viertelfinals auswärts gegen den EHC Biel. Eine Paarung die es so noch nie gab und eine Paarung, die einiges verspricht; Konstanz gegen Unberechenbarkeit, solide Defensive gegen ungestüme Offensive, viel Routine gegen junge Unbekümmertheit. Und sicherlich wird man dann einen anderen HC Davos sehen.

Telegramm: Lugano - Davos 5:0 (2:0, 2:0, 1:0)

5457 Zuschauer. - SR Eichmann/Hebeisen, Castelli/Obwegeser. - Tore: 8. Sannitz (Walker) 1:0. 18. Sanguinetti 2:0. 36. Walker (Wellinger) 3:0. 40. (39:28) Sanguinetti (Lajunen) 4:0. 58. Fazzini (Bertaggia) 5:0. - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Lugano, 7mal 2 Minuten gegen Davos. - PostFinance-Topskorer: Fazzini; Little.

Lugano: Manzato; Furrer, Johnston; Ronchetti, Sanguinetti; Ulmer, Wellinger; Sartori, Fontana; Hofmann, Lajunen, Fazzini; Etem, Cunti, Romanenghi; Walker, Sannitz, Reuille; Vedova, Morini, Bertaggia.

Davos: Senn (41. van Pottelberghe); Nygren, Barandun; Du Bois, Kindschi; Aeschlimann, Paschoud; Jung, Heldner; Rödin, Corvi, Little; Marc Wieser, Ambühl, Kousal; Egli, Eggenberger, Dino Wieser; Simion, Walser, Jörg.

Bemerkungen: Lugano ohne Brunner, Bürgler, Chiesa, Riva, Vauclair (alle verletzt), Lapierre und Klasen (beide überzählige Ausländer), Davos ohne Lindgren, Kessler (beide verletzt), Sciaroni und Schneeberger (beide überzählig), Forrer und Portmann (beide beim EHC Visp). NL-Debüt von Ryan Johnston. Pfostenschuss Rödin (7.).

 

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