Eine 2:0-Führung reichte nicht

Im ersten Meisterschaftsspiel nach der Ära Del Curto führte der HCD mit dem Interims-Trainerduo Michel Riesen/René Müller nach 31 recht guten Minuten zwar mit 2:0. Zwei schnelle Gegentore knickten aber den Elan und die Zuversicht der Davoser, die schliesslich mit 2:4 verloren.

Erstmals stand beim HCD der frühere Stürmer und jetzige Elite-Junioren-Trainer Michel Riesen bei einem NLA-Meisterschaftsspiel an der Bande des HCD, unterstützt von Sportchef René Müller. Mit einem Transparent „Danka für 22 geili Johr“ verabschiedeten die HCD-Fans in der Ostkurve Arno Del Curto, der am Dienstag seinen Rücktritt bekanntgegeben hatte. Servette-Trainer Chris McSorley bemerkte vor der Partie, er sei mit einem eigenartigen Gefühl im Mannschaftscar durchs Prättigau Richtung Davos gefahren, sei doch seit seiner Ankunft in der Schweiz beim HCD stets Del Curto der Trainer gewesen.

Im einzigen Training am Donnerstagvormittag hatten Riesen und Müller noch keine Zeit, den HCD-Spielern viele neue Impulse zu vermitteln. Immerhin kehrten für diese Partie die beiden Schweden Magnus Nygren und Anton Rödin nach Verletzungspausen in die Davoser Mannschaft zurück. Und die Platzherren begannen vielversprechend und mit Schwung. Bereits in der dritten Minute verpasste Marc Wieser die erste hochkarätige Chance. Kurz darauf schafften es auch Yannick Frehner und Chris Egli nicht, den Puck über die Torlinie zu bugsieren. Der HCD dominierte das Startdrittel zwar optisch. Tore blieben jedoch aus, und die beiden Mannschaften präsentierten den 3973 Zuschauern keinen Leckerbissen. Das konnte allerdings auch nicht erwartet werden, traf doch mit dem HCD das punkteschwächste Heim-Team auf die schlechteste Auswärts-Equipe.

Im Mitteldrittel offenbarten die Genfer mehr Vorwärtsdrang. Sie gewannen auch die Mehrheit der Zweikämpfe. Dennoch ging Davos mit 2:0 in Führung. Erst würgte Marc Wieser den Puck nach einem Schuss von Nygren über die Torline (28.), und 172 Sekunden später lenkte Perttu Lindgren einen „Hammer“ von Félicien Du Bois unhaltbar ins Genfer Tornetz. Die Freude der Davoser dauerte allerdings nicht lange. In der 33. Minute bezwang Juraj Simek HCD-Goalie Anders Lindbäck mit einem Hocheckschuss. Und zwei Zeigerumdrehungen später prallte der Puck von Dario Meyers Körper nach einem Schuss von Timothy Kast hoch in die Luft, worauf der sich hinter Lindbäck ins Tor senkte.

Nach recht soliden ersten 32 Spielminuten verloren die Davoser nach den beiden schnellen Gegentreffern zusehends die Ordnung in ihrem Defensivspiel. Sie bekundeten nun mehr Mühe, sich aus der Abwehrzone zu lösen und wählten oft den umständlichen statt einen einfachen Weg oder auch mal einen Befreiungsschlag. Zudem fanden bei der Angriffsauslösung viele ungenaue Zuspiele den Adressaten nicht. Den Freiraum wegen der mangelnden Zuordnung bei den Bündnern nutzte Daniel Rubin in der 43. Minute zum 3:2 für die Gäste. Die beste Chance zum Ausgleich vergab Andres Ambühl in der drittletzten Minute. Stattdessen sorgte Jeremy Wick eine Sekunde vor Spielende mit seinem Treffer ins leere Davoser Tor fürs Schlussresultat.

Telegramm: Davos – Genf-Servette 2:4 (0:0, 2:2, 0:2)

Vaillant Arena, Davos. – 3973 Zuschauer. – SR Salonen/Koch, Gnemmi, Wolf.

Tore: 28. M. Wieser (Nygren) 1:0, 31. Lindgren (Du Bois, Barandun) 2:0, 33. Simek (Romy) 1:2, 35. Kast (Martinsson, Bozon) 2:2, 44. Rubin (Vukovic) 2:3, 60. Wick (Richard, ins leere Tor) 2:4.

Strafen: Je 1-mal 2 Minuten.

Davos: Lindbäck; Nygren, Barandun; Du Bois, Payr; Heldner, Kparghai; Buchli, Jung; Marc Wieser, Lindgren, Ambühl; Rödin, Bader, Pestoni; Frehner, Egli, Dino Wieser; Kessler, Aeschlimann, Meyer.

Servette: Mayer; Jacquemet, Martinsson; Antonietti, Mercier; Vukovic, Kast; Bezina; Rubin, Richard, Winnik; Wick, Rod, Douay; Simek, Romy, Bozon; Fritsche, Berthon, Kyparissis.

Bemerkungen: Davos ohne Corvi, Stoop, Sandell (alle verletzt), Hischier, Paschoud (beide krank), Portmann und Weder (beide Partnerteam Ticino Rockets). Servette ohne Tömmernes, Bouma, Wingels, Skille, Fransson, Almond und Völlmin (alle verletzt). – 32. Pfostenschuss Richard. – 59. Timeout Servette, 60. Timeout Davos. – Davos von 58:47 bis 59:59 ohne Torhüter.

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