Eine bittere Niederlage in der Verlängerung

Der HC Davos hat es verpasst, erstmals seit fünf Jahren wieder die Tabellenspitze in der National League zu übernehmen. Die Bündner verloren am Dienstagabend nach dreimaliger Führung gegen die ZSC Lions mit 3:4. Den entscheidenden Treffer erzielte Pius Suter nach 191 Sekunden in der Verlängerung.

Dem HCD winkte die Chance, mit einem Sieg erstmals seit 1823 Tagen wieder die Tabellenspitze in der National League zu übernehmen. Letztmals war dies am 9. Januar 2015 der Fall. Und die Partie begann für die Davoser ideal. Nach 80 Spielsekunden lenkte Phil Baltisberger den Puck nach einem Querpass von Marc Wieser ins eigene Tor ab. Keine Minute später dribbelte Aaron Palushaj scheinbar leichtfüssig durch die gegnerischen Reihen, worauf der Amerikaner seinen Sololauf souverän mit dem 2:0 krönte. Damit waren die Zürcher Löwen aber bis zum äussersten gereizt. Fortan bestimmten sie mit viel Tempo und hoher Intensität die Gangart und das Geschehen im Startdrittel. Im ersten Powerplay rettete nach einem Schuss von Pius Suter noch der Pfosten für den bereits geschlagenen Sandro Aeschlimann. Nichts zu halten gab es für den HCD-Torhüter hingegen in der 13. Minute, als Marcus Krüger einen Weitschuss von Patrick Geering unhaltbar ablenkte. Die Zürcher drückten weiter, was im Schussverhältnis von 16:5 nach 20 Minuten deutlich zum Ausdruck kam, nicht hingegen im Resultat.

Der Mittelabschnitt begann ähnlich wie der erste. Diesmal dauerte es 98 Sekunden, bis Palushaj von der neu gebildeten ersten Linie nach Vorarbeit seiner Sturmpartner Tedenby und Benjamin Baumgartner eine herrliche Kombination mit dem 3:1 abschloss. Den Zürchern gelang durch Marco Pedretti mittels erfolgreichem Abpraller erneut das Anschlusstor (26.). Generell waren die Davoser nun jedoch besser auf den Gegner eingestellt. So gelang es den Zürchern nur noch selten, wirklich Druck auf die Platzherren auszuüben. ZSC-Torhüter Joni Ortio rückte nun vermehrt in den Brennpunkt des Geschehens. An der 3:2-Führung der Davoser änderte sich indes bis zur zweiten Pause nichts.

Im dritten Drittel blieb den Bündnern das Glück versagt. Erst prallte der Puck nach einem Schuss von Yannick Frehner von der Latte ab (43.). Dann nutzte Axel Simic einen kapitalen Fehlpass von Félicien Du Bois zum 3:3 (46.). Und eine Minute später verhinderte der Pfosten die erneute Führung nach einem Schuss von Perttu Lindgren. Bange Momente überstanden die Platzherren danach während 25 Sekunden in doppelter Unterzahl. Weil beide Mannschaften resolut die Entscheidung suchten, dauerte das Spektakel an. Und es ging gar in der Verlängerung. In dieser liessen die Davoser zunächst ein Powerplay ungenutzt, bis auch Lindgren auf die Strafbank musste. Unmittelbar nach Ablauf dieser Strafe stocherte Suter den Puck im zweiten Nachschuss zum Zürcher Siegtreffer ins Davoser Tornetz. Die Refs anerkannten den Treffer nach minutenlanger Videokonsultation; der HCD hatte eine Coaches Challenge wegen vermeintlichem Offside beim entscheidenden Angriff verlangt.

Davos – ZSC Lions 3:4 (2:1, 1:1, 0:1, 0:1) n.V.

Eisstadion Davos – 3716 Zuschauer. – SR Tscherrig/Dipietro, Bürgi/Ambrosetti.

Tore: 2. (1:20) Marc Wieser (Kienzle) 1:0. 3. (2:14) Palushaj (Baumgartner, Stoop) 2:0. 13. Krüger (Geering, Wick) 2:1. 22. Palushaj (Tedenby, Baumgartner) 3:1. 26. Pedretti (Noreau, Sigrist) 3:2. 46. Simic 3:3. 64. (63:11) Suter (Hollenstein) 3:4.

Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Davos, 3mal 2 Minuten gegen ZSC.

Davos: Sandro Aeschlimann; Du Bois, Jung; Nygren, Guerra; Kienzle, Stoop; Barandun; Palushaj, Baumgartner, Tedenby; Marc Wieser, Lindgren, Ambühl; Frehner, Corvi, Hischier; Herzog, Marc Aeschlimann, Egli; Meyer.

ZSC Lions: Ortio; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Blindenbacher; Pettersson, Krüger, Suter; Bodenmann, Diem, Hollenstein; Chris Baltisberger, Prassl, Wick; Sigrist, Schäppi, Pedretti.

Bemerkungen: Dortmann un d Buchliavos ohne Dino Wieser, Paschoud, Glarner, Bader (alle verletzt), Rantakari, Kessler und Heinen (alle überzählig), ZSC Lions ohne Roe und Flüeler (beide verletzt). – Pfosten-/Lattenschüsse: Frehner (43.), Lindgren (47.); Suter (9.). – Timeout Davos (60.).

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