Eine Ohrfeige des Schweizer Meisters

Nach sechs Heimsiegen in Folge ist der HC Davos am Freitagabend in der Vaillant Arena arg unter die Räder gekommen. Die Bündner kassierten gegen Bern beim 1:6 ihre höchste Saisonniederlage. Bereits nach 22 Minuten lagen sie mit 0:4 zurück.

Die einzige positive Meldung aus Davoser Sicht gab es vor dem Anpfiff. Der Speaker verkündete den 4924 Zuschauern, dass Magnus Nygren, Broc Little und Dario Simion ihre Verträge um eine weitere Saison bis im Frühling 2019 verlängert haben. Im Match mussten die Bündner gegen den Titelverteidiger und Tabellenführer dann arg untendurch. 10:10 lautete nach dem ersten Drittel zwar das Schussverhältnis, 3:0 hingegen der Spielstand zugunsten der Berner. Die Zahlen besagten viel. Vorab in den ersten zehn Spielminuten entwickelten die Davoser durchaus Druck in der Offensive. Gegen die kompakt und entschlossen agierende Defensive der Gäste kamen sie allerdings kaum zu zwingenden Torchance. Die Berner ihrerseits überzeugten nicht nur im Abwehrverhalten, sondern auch im Angriff mit ihrer Effizienz. Beim ersten Treffer verwertete Thomas Rüfenacht einen Abpraller (14.). Danach erhöhten Simon Bodenmann und Ramon Untersander den Vorsprung mit zwei Weitschusstreffern innert 17 Sekunden (18.).

HCD-Coach Arno Del Curto reagierte in der ersten Pause mit einem Torhüterwechsel (Gilles Senn anstelle von Joren van Pottelberghe) und Umstellungen in seinen Blöcken. Nach nur 42 Sekunden wurde aber auch Senn von Bodenmann bezwungen. Die beste Davoser Chance vergab Enzo Corvi, als er in Unterzahl bei einem Solo-Konter knapp am Berner Tor vorbeischoss. Auf der Gegenseite bezwang Maxim Noreau hingegen Senn zum 0:5 (33.). Übrigens: Auch im Mittelabschnitt zeigte das Schussverhältnis von 15:13 auf, dass das Spielgeschehen bei weitem nicht so einseitig verlief, wie man es aufgrund des Resultats ahnen könnte.

An dieser Konstellation änderte sich auch im Schlussdrittel nichts. Die Davoser bemühten sich redlich; so gelang ihnen wenigstens der Ehrentreffer. Diesen erzielte Marc Wieser mittels Direktabnahme nach einem Pass von Corvi (49.). Mit diesem Tor verhinderte er den vierten Saison-Shutout des gleichwohl überragenden Leonardo Genoni. Der Berner Goalie, der bekanntlich von 2007 bis 2016 für Davos gespielt hatte, muss weiterhin auf seinen ersten Shutout gegen den HCD warten. Noch ein zweiter Ex-Davoser fiel gestern bei den Gästen auf: Ramon Untersander liess sich drei Skorerpunkte (ein Tor/zwei Assists) notieren.

Telegramm: Davos – Bern 1:6 (0:3, 0:2, 1:1)

Vaillant Arena. – 4924 Zuschauer. – SR Stricker/Fluri, Urban/Koacs.

Tore: 14. Rüfenacht (Arcobello, Moser) 0:1, 18. (17:12) Bodenmann (Untersander) 0:2, 18. (17:27) Untersander (Haas, Kämpf) 0:3, 21. Bodenmann (Raymond, Noreau) 0:4, 33. Noreau (Rüfenacht, Untersander) 0:5, 49. M. Wieser (Corvi, Du Bois) 1:5, 55. Moser 1:6.

Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Davos, 2-mal 2 Minuten gegen Bern.

Davos: van Pottelberghe (ab 21. Senn); Du Bois, Barandun; Nygren, Aeschlimann; Schneeberger, Paschoud; Jung, Grossniklaus; Ambühl, Corvi, Eggenberger; Marc Wieser, Kousal, Little; Kessler, Egli, Dino Wieser; Simion, Walser, Jörg.

Bern: Genoni; Untersander, Blum; Kamerzin, Krueger; Burren, Noreau; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Bodenmann, Ebbett, Raymond; Kämpf, Haas, Scherwey; Hischier, Heim, Randegger; Meyer

Bemerkungen: Davos ohne Heldner, Kindschi, Lindgren, Frehner (alle verletzt), Sciaroni (überzählig) und Forrer, Portmann (beide Partnerteam Visp). Bern ohne Gerber, Berger (beide verletzt) und Pyörälä (überzähliger Ausländer). – Kämpf mit Handverletzung ausgeschieden (40.).

Kommentare