Entscheidend ist, was man in der Playoff-Pause macht

Beat Forster weiss, wie der Playoff-Zug rollt – auch wenn gerade kein Match auf dem Programm steht wie beim HC Davos in dieser Woche. Es sei wichtig und entscheidend, was man jetzt tue, sagt der Verteidiger vor dem Start zur Halbfinalserie am nächsten Dienstag auswärts gegen den EV Zug.

Kein anderer HCD-Spieler weist mehr Playoff-Erfahrung auf als Beat Forster. Zurzeit bestreitet er seine 16. Playoff-Saison. Da bringen ihn auch zehn Tage Pause wie jetzt zwischen dem Viertelfinal-Ende gegen Lausanne und dem Halbfinalauftakt am kommenden Dienstag nicht mehr aus der Ruhe. Die lange Pause sei weder Fluch noch Segen, sagt Forster. Schliesslich gebe es solche Wettkampfunterbrüche auch in der Regular Season ab und zu. Zudem sei die Situation für den nächsten Gegner ja ohnehin gleich. Der EV Zug beendete seine Viertelfinalserie gegen Genf-Servette ebenfalls schon am letzten Samstag.

„Wichtig und entscheidend ist, was man dieser spielfreien Zeit macht“, betont Forster. Die HCD-Spieler hatten am letzten Sonntag frei. Am Montag und Dienstag standen je zwei Schichten Training auf dem Programm. Danach gewährte Arno Del Curto seinen Schützlingen drei freie Tage. Am Samstag beordert der HCD-Trainer seine Spieler dann wieder aufs Eis. Zu Wochenbeginn feilten sie an Details, „an Sachen, die wir gegen Lausanne nicht optimal gemacht haben – und natürlich am Powerplay, in welchem wir nicht gerade einen guten Eindruck hinterlassen hatten“, präzisiert Forster.

Keiner kann total abschalten

An den drei trainingsfreien Tagen mache er im sportlichen Bereich nichts, sagt der Verteidiger weiter. Jetzt gehe es darum, den Körper regenerieren zu lassen und die Batterien wieder aufzuladen. Im Kopf könne hingegen während der Playoff-Zeit kein Spieler total abschalten. „Da befindet sich Jeder wie in einem Tunnel, die einen in einem engeren, die anderen in einem etwas offeneren. Man verliert den Faden nie ganz. Jeder weiss, wir müssen wieder gewinnen, um noch weiter zu kommen. Entsprechend lebt man auch dafür“, erklärt Forster. Aber natürlich tue es gut, mit der Familie oder Freunden mal etwas zu unternehmen, zum Beispiel mal gemeinsam zum Abendessen zu gehen, um etwas vom Eishockey abzuschalten. „Ein paar Stunden andere Gedanken tun gut. Doch jetzt stehen sicher nicht drei freie Tage zum Skifahren auf dem Programm“, so Forster.

Vor heisser Serie gegen Zug

Weil der HC Lugano am Donnerstagabend die ZSC Lions mit einem 2:1-Heimsieg im sechsten Playoff-Viertelfinalspiel ausbootete, trifft der HC Davos im Halbfinal auf den EV Zug. Hätten sich die Lions für die vorletzte Playoff-Runde qualifiziert, wäre der SC Bern der nächste Gegner der Bündner gewesen. „Zug ist ein sehr starker Gegner. Das könnte eine lange und hart umkämpfte Playoff-Serie geben“, sagt Forster. Einen Vorgeschmack erhielt man bereits während der Qualifikation, als sich der HCD und der EVZ gleich sechs Mal gegenüberstanden und jede der beiden Mannschaften drei Partien gewann. Vier der sechs Spiele endeten mit nur einem Tor Differenz. Die Live-Übertragungen von anderen Playoff-Spielen hat Forster übrigens zu Hause nie am Fernsehen verfolgt. Man kenne sich ohnehin. Die Kontrahenten würden sich gut aufeinander einstellen. Zudem verlaufe jede Playoff-Serie etwas anders.

Das beste Eishockey ausgepackt

In der Viertelfinalserie gegen Lausanne hatte Forster zu den auffallendsten Davoser Spielern gehört. Er war omnipräsent und initiativ, packte sein bestes Eishockey aus. „Es ist nicht so, dass ich das vorher nicht gewollt oder nicht versucht hätte, meint der 1,85 Meter grosse und 99 Kilogramm schwere Verteidiger. „Ich habe ganz einfach Freude und spiele bereit auf. Eishockey macht Spass, in den Playoffs ohnehin. Ich fühle mich nicht unter Druck; so ist es immer schön.“