Entscheidung im hektischen Mitteldrittel

Der SC Bern hat beim 4:3-Erfolg in Davos seinen neunten Auswärtssieg in Folge gefeiert. Die Entscheidung zugunsten der Gäste fiel im Mitteldrittel mit zwei Treffern innert 38 Sekunden. Anton Rödin verpasste den Ausgleich in der Schlusssekunden ganz knapp.

Die Partie begann für die Platzherren nicht gut. Nach 29 Sekunden wurden sie bereits zum zweiten Mal wegen eines Iceings zurückgepfiffen, weil die Zuspiele nicht ankamen. Und nach 130 Sekunden gerieten die Davoser bereits in Rückstand. Nach einem Rückpass von Gregory Sciaroni lenkte Magnus Nygren den Puck mit dem Schlittschuh unglücklich ins eigene Tor ab. Mit den beiden ersten Berner Strafen fanden die Bündner dann besser ins Spiel. Während der zweiten Überzahlphase verwertete Anton Rödin einen Abpraller zum 1:1 (8.). Danach hielten die Davoser das Spielgeschehen offen, wobei die Gäste bei ihren Angriffen den etwas zwingenderen Eindruck hinterliessen. Nach einem Bully schoss Jérémie Kamerzin die Berner 53 Sekunden vor der ersten Pause erneut in Führung; HCD-Goalie Gilles Senn war die Sicht verdeckt.

Drei Tore, Hektik, nicht weniger als 42 Strafminuten und der Ausfall von Félicien Du Bois prägten den Mittelabschnitt. Zunächst nutzte Yannick Frehner einen missglückten Ausflug von SCB-Goalie Leonardo Genoni zu einem Shorthander (24.). Darauf überstanden die Platzherren 57 Sekunden in doppelter Unterzahl schadlos. Mit einem Kunstschuss brachte Berns Topskorer Marco Arcobello sein Team dann doch wieder in Führung (30.) Und 38 Sekunden später erhöhte Gaëtan Haas den Vorsprung. Diesen Treffer sah Du Bois noch von der Strafbank aus. Unmittelbar danach begab er sich mit Verdacht auf eine Hirnerschütterung in die Kabine. Der HCD-Verteidiger war zuvor grenzwärtig und von den Ref ungeahndet von Marc Kämpf mit der Schulter oder dem Helm am Kopf getroffen worden. Eine wackere Keilerei mit anschliessendem nicht druckreifem Rededuell auf der Strafbank lieferten sich später Anton Rödin und Thomas Rüfenacht, nachdem der SCB-Stürmer dem HCD-Schweden den Stock zwischen die Beine geschlagen hatte.

Der Schlussabschnitt verlief wieder in geordneteren Bahnen. Luca Hischier brachte in der 52. Minute mit seinem Anschlusstreffer zum 3:4 im Powerplay den Davosern die Hoffnungen auf einen Punktgewinn zurück. In der Tat verpassten Rödin (56.) und Nygren (57.) den Ausgleich nur knapp. Und in der Schlusssekunde hob Rödin den Puck knapp übers Berner Tor, nachdem beim HCD Torhüter Senn einem sechsten Feldspieler Platz gemacht hatte.

Telegramm: Davos – Bern 3:4 (1:2, 1:2, 1:0)

Vaillant Arena, Davos. – 4283 Zuschauer. – SR Lemelin/Mollard, Kovacs/Obwegeser.

Tore: 3. Sciaroni (Andersson, Beat Gerber) 0:1. 8. Rödin (Nygren, Lindgren/Ausschluss Kämpf) 1:1. 20. (19:07) Kamerzin (Scherwey, Haas) 1:2. 24. Frehner (Ausschluss Jung!) 2:2. 30. (29:53) Arcobello (Moser, Burren) 2:3. 31. (30:31) Haas (Blum, Scherwey/Ausschluss Du Bois) 2:4. 52. Hischier (Ausschluss Kämpf) 3:4.

Strafen: 8mal 2 plus 10 Minuten (Rödin) gegen Davos, 8mal 2 plus 10 Minuten (Ruefenacht) gegen Bern.

Davos: Senn; Du Bois, Kundratek; Barandun, Nygren; Heldner, Jung; Payr; Rödin, Lindgren, Ambühl; Marc Wieser, Bader, Meyer; Hischier, Aeschlimann, Portmann; Frehner, Egli, Kessler; Baumgartner.

Bern: Genoni; Burren, Almquist; Kamerzin, Blum; Andersson, Beat Gerber; Colin Gerber; Ruefenacht, Arcobello, Moser; Mursak, Ebbett, Kämpf; Bieber, Haas, Scherwey; Sciaroni, Heim, Berger; Grassi.

Bemerkungen: Davos ohne Corvi, Paschoud, Stoop, Dino Wieser (alle verletzt), Pestoni (krank), Lindbäck, Buchli, Heinen (alle überzählig) und van Pottelberghe (Kloten). Bern ohne Jeremi Gerber, Krueger, Untersander (alle verletzt) und Boychuk (überzähliger Ausländer). – Du Bois verletzt ausgeschieden (31.). – 60. (59:41) Timeout Bern.

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