Erfreuliche Kunde vom Nationalcoach

Nicht nur wie allgemein erwartet Andres Ambühl wird von den HCD-Spielern für die Schweiz an den Olympischen Spielen antreten. Auch die Wackelkandidaten Félicien Du Bois und Enzo Corvi erhielten von Nationalcoach Patrick Fischer das Ticket nach Südkorea.

An Andres Ambühls Olympiaselektion gab es nie die geringsten Zweifel. Der 34-jährige gilt sowohl beim HCD als auch im Nationalteam als vorbildlicher Energiespieler schlechthin. Der Stürmer bestritt seit 2004 alle A-Weltmeisterschaften, mittlerweile bereits 14. Auch an den letzten drei Olympischen Winterspielen in Turin 2006, Vancouver 2010 und Sotschi 2014 kam er zum Einsatz. Ambühl hat bereits 245 Länderspiele auf dem Buckel. Nur Mathias Seger (305) und Ivo Rüthemann (270) trugen öfter das Nationaltrikot.

Zwei Olympiapremieren

Zur Olympiapremiere kommen hingegen im Februar Félicien Du Bois und Enzo Corvi. Du Bois bestritt bereits sechs Weltmeisterschaften. 2010 hatte Du Bois die offiziellen Kleider der Schweizer Olympiadelegation bereits gefasst. Zwei Wochen vor dem Abflug nach Vancouver erlitt er jedoch eine Hirnerschütterung. „Ich wäre aber auch sonst ein Wackelkandidat gewesen und hätte vielleicht den letzten Kaderschnitt nicht überstanden“, gesteht der Verteidiger ehrlich. Kein Thema waren für Du Bois die Winterspiele 2014. Wegen Adduktorenproblemen brach er seine Saison, damals noch bei den Kloten Flyers, aber bereits im unterschriebenem Vertrag beim HCD, bereits im Januar ab. „Ich bin sehr glücklich, dass es im dritten Anlauf jetzt mit dem Olympiaaufgebot geklappt hat“, sagt Du Bois.

Nationalcoach Patrick Fischer teilte Du Bois die Olympiaselektion persönlich per Telefonanruf mit. „Die Freude war gross, denn ich wusste nicht, wo ich stehe. Gedanklich war ich sowohl für ein Olympiaaufgebot als auch für eine -absage bereit. Denn im Nationalteam habe ich den Status eines gesetzten Spielers nicht mehr“, bemerkt der Davoser Verteidiger. Seit dem Karjala Cup im November habe er mit Fischer nicht viel Kontakt gehabt. Auch am Spengler Cup hätten sie sich nur kurz Hallo gesagt. Zur Ungewissheit führte auch Du Bois‘ Formstand. Er begann die Saison beim HCD stark und spielte auch im Nationalteam am Krajala Cup gut. Bald danach musste er wegen einer Muskelverletzung pausieren. Am Spengler Cup gab er praktisch ohne Training sein Comeback. Und zurzeit kämpft er wieder um seine Bestform.

Treffen im „Heidiland“

Auf spezielle Art erfuhr Corvi von seiner Olympiaselektion. Er traf sich letzte Woche am Mittwoch mit Fischer in der Autobahnraststätte „Heidiland“ in Maienfeld. Dort erläuterte der Nationalcoach dem HCD-Stürmer seine Vorstellungen und Erwartungen. „Ich bin überglücklich, dass es mit dem Olympiaaufgebot klappt – aber auch etwas überrascht“, sagt Corvi. Schliess gebe es in der National League mehrere gute Center. Er habe zwar an seine Olympiachance geglaubt, wäre aber auch auf eine Absage vorbereitet gewesen. „Jetzt freue ich mich brutal auf die Zeit in Südkorea. Ich bestritt mit der Schweiz noch nie ein grosses Turnier, noch keine Weltmeisterschaft. Das es jetzt gleich die Olympischen Spiele werden, macht das Ganze noch spezieller“, so Corvi. Der 25-Jährige wird mit konkreten Vorstellungen nach Asien reisen: „Persönlich will ich gute Leistungen zeigen und Verantwortung übernehmen. Ich möchte offensiv und defensiv solid auftreten und so unseren Block zusammenhalten, aber auch Sachen kreieren, damit wir als Linie stark sind.“ Die Schweiz hegt ja auch grosse Hoffnungen. „Wir wollen eine Medaille gewinnen“, sagt Corvi zuversichtlich.

Der Olympiatraum

Er sei gespannt auf die Tage im südkoreanischen Pyeongchang, meint Du Bois. „Alle Athleten sagen, das Erlebnis Olympische Spielen sei wie ein Traum. Aber klar fliegen wir nach Südkorea, um etwas zu leisten. Unsere Mannschaft ist gut. Wir bestreiten die drei Gruppenspiele gegen Kanada, Südkorea und Tschechien innert vier Tagen. Da gilt es, eine gute Chemie in der Mannschaft zu haben und eine gute Form auszuspielen. Für uns liegt an den Olympischen Spielen etwas drin. Wir wollen und dürfen mit Ambitionen antreten. Die Schweiz hat schon bewiesen, dass sie alle schlagen kann

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Donnerstag, 25. Januar 2018 - 14:10